Osnabrück  So viel verdienen Lehrer an niedersächsischen Schulen

Sven Stahmann
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Von Sven Stahmann
| 19.05.2022 09:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Eine Lehrerin steht mit einem iPad vor einer digitalen Schultafel. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Eine Lehrerin steht mit einem iPad vor einer digitalen Schultafel. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
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Wie viel Gehalt ein Lehrer bekommt, ist in Deutschland je nach Bundesland unterschiedlich. So viel verdienen Lehrkräfte in Niedersachsen.

In Deutschland gibt es derzeit knapp 800.000 Lehrkräfte. Drei Viertel davon sind verbeamtet. Das Grundgehalt von Beamten hängt von der jeweiligen Besoldungsgruppe ab, der sie zugeordnet sind.

Für verbeamtete Lehrkräfte gilt grundsätzlich die A-Besoldung. Wie hoch diese ausfällt, hängt von der Schulform ab, zudem gibt es unterschiedliche Erfahrungsstufen. Lehrer in Grund-, Haupt- oder Realschulen werden in Niedersachsen nach A12 besoldet und erhalten in der für sie ersten Erfahrungsstufe - direkt nach dem Referendariat - 3774,08 Euro brutto pro Monat. Mit sechs Jahren Berufserfahrung steigt das Gehalt beispielsweise auf 4137,64 Euro, nach zwölf Jahren auf 4440,62 Euro. Nach 28 Jahren Berufserfahrung beträgt das Grundgehalt dann maximal 4925,38 Euro.

An Förderschulen und Gymnasien werden Pädagogen nach A13 besoldet, erhalten also 4233,67 Euro in ihrer ersten Erfahrungsstufe. Nach sechs Jahren erhöht sich ihre Besoldung auf 4626,28 Euro und nach zwölf Jahren auf 4953,45 Euro. Maximal können Lehrkräfte in der Besoldungsgruppe A13 5476,94 Euro im Monat bekommen. 

Ein Oberstudienrat übernimmt zusätzliche Aufgaben in der Leitung oder Verwaltung der Schule und wird nach A14 besoldet. Dementsprechend verdient er 4454,58 Euro in der ersten Erfahrungsstufe. Dieses Grundgehalt kann nach 28 Jahren Berufserfahrung auf maximal 6066,79 Euro ansteigen.

Im Gegensatz zu Angestellten muss ein Beamter Beiträge für die Krankenkasse selber zahlen. Je nach Bruttogehalt belaufen sich die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung auf etwa 600 bis über 1000 Euro pro Monat. Entscheiden sich Beamte für eine private Krankenversicherung (PKV), stellt diese eine Restkostenabsicherung dar. Beamte haben Anspruch auf Beihilfe vom Bundesland, wodurch bei der PKV mindestens 50 Prozent der Kosten getragen werden. Eine Privatversicherung mit 50 Prozent Beihilfe erhält ein Lehrer als Einstiegstarif ab etwa 225 Euro im Monat.

Schulleiter werden grundsätzlich in den Besoldungsgruppen A13 bis A16 eingestuft. Hier hängt die Besoldung von der Erfahrung, der Schulform und auch von der Größe der Schule ab.

Ein Oberschulrektor einer Schule ohne gymnasiale Oberstufe mit einer Schülerzahl von 181 bis 360 wird beispielsweise in die Besoldungsgruppe A14 eingestuft. Bei einer Schülerzahl von 361 bis 540 wird der Oberschulrektor hingegen nach A15 besoldet und erhält zu Beginn 5453,68 Euro. Die Besoldungsgruppe A15 beginnt mit einer höheren Erfahrungsstufe, wodurch der Pädagoge bereits nach 22 Jahren das Maximum von 6853,05 Euro erreicht. 

Ein Gesamtschulrektor einer Gesamtschule ohne gymnasiale Oberstufe mit einer Schülerzahl bis 1000 fällt auch unter die Besoldungsgruppe A15, ab einer Schülerzahl von mehr als 1000 fällt er unter A16. In dieser Besoldungsgruppe erhält er in seiner ersten Erfahrungsstufe 6018,38 Euro und in der letzten Erfahrungsstufe 7636,80 Euro. Ein Studiendirektor eines Gymnasiums mit einer Schülerzahl bis 360 wird in A15, ab 361 Schüler in A16 eingestuft.

Zusätzlich zum Grundgehalt können Zuschläge und Zulagen gewährt werden. Familienzuschläge variieren nach Familienstand und Anzahl der Kinder. Ohne Kinder erhalten Lehrer, die verheiratet, verwitwet oder geschieden sind, zusätzlich 145,86 Euro pro Monat. Lehrkräfte, denen Kindergeld zusteht, bekommen einen Zuschlag von 270,53 Euro pro Monat. Für das zweite zu berücksichtigende Kind erhöht sich der Familienzuschlag um 124,67 Euro, für das dritte und jedes weitere Kind um 341,40 Euro.

Um Lehrer zu werden, muss nach einem zumeist fünfjährigen Studium ein etwa 18 Monate andauerndes Referendariat abgeschlossen werden. Referendare erhalten Anwärtergrundbeträge. Abhängig von der Besoldungsgruppe des Einstiegsamtes variieren diese Beträge. Beim angepeilten Einstiegsamt A12 erhält der Referendar beispielsweise 1426,91 Euro brutto pro Monat.

Angestellte Lehrer werden nicht besoldet, sondern nach Tarifvertrag bezahlt und erhalten in Niedersachsen ein mittleres Bruttogehalt von 4800 Euro. Dieses ist ungefähr vergleichbar mit einem A13-Gehalt eines verbeamteten Lehrers. Beamte müssen allerdings keine Renten- und Arbeitslosenversicherung bezahlen, wodurch ihre Abzüge geringer sind. Zudem bekommen angestellte Lehrer keine Zulagen, wodurch sie im Monat insgesamt bis zu 1000 Euro netto weniger verdienen als verbeamtete Lehrkräfte.

In Niedersachsen sollen künftig Lehrkräfte von Grund-, Haupt- und Realschule genauso viel verdienen, wie ihre Kollegen am Gymnasium. Dies haben SPD, CDU als auch Grüne und FDP in ihren vorläufigen Programmen zur Landtagswahl im Herbst verankert. Dementsprechend würden die Lehrer von Grund-, Haupt- oder Realschule auch mit der Besoldungsstufe A13 beginnen, wodurch sie gut 450 Euro brutto mehr verdienen als bisher. Zudem ist bereits beschlossen, dass alle Besoldungen ab 1. Dezember 2022 um 2,8 Prozent erhöht werden, die Anwärtergrundbeträge steigen um jeweils 50 Euro pro Monat.

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