Krieg in der Ukraine  Aktuell kommen weniger Flüchtlinge im Landkreis Leer an

Tobias Rümmele
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Von Tobias Rümmele
| 18.05.2022 12:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In der Erstaufnahmeeinrichtung stehen Geflüchteten nur kleine Parzellen zur Verfügung. Fotos: Stromann
In der Erstaufnahmeeinrichtung stehen Geflüchteten nur kleine Parzellen zur Verfügung. Fotos: Stromann
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Fast 1300 Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine flohen, sind derzeit im Kreis Leer registriert. Noch immer sucht die Kreisverwaltung nach geeigneten Unterkünften.

Leer - Seit fast zwei Monaten sind in der BBS-Turnhalle in Leer Geflüchtete aus der Ukraine untergebracht. 126 Schlafplätze gibt es in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landkreises Leer. Und sie werden benötigt: Aktuell befänden sich etwa 120 Ukrainerinnen und Ukrainer in der Unterkunft, teilt Kreissprecher Philipp Koenen auf Anfrage mit. Insgesamt seien dem Landkreis Stand heute rund 1270 Menschen aus der Ukraine offiziell gemeldet worden. „Hinzu kommen Geflüchtete, die sich noch nicht gemeldet haben und deren Zahl wir nicht kennen“, erklärt Koenen. Ukrainerinnen und Ukrainer dürfen für 90 Tage in EU-Staaten einreisen, ohne dass sie sich in dieser Zeit bei Behörden melden müssen.

Was und warum

Darum geht es: die Lage von Menschen, die vor dem Krieg in der Ukraine fliehen

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Deshalb berichten wir: Auch fast drei Monate nach Kriegsbeginn sucht der Landkreis weitere Wohnungen, in denen Geflüchtete unterkommen können.

Den Autor erreichen Sie unter: t.ruemmele@zgo.de

Bundesweit war die Zahl der vor dem Krieg in der Ukraine Flüchtenden zuletzt nicht mehr auf dem Niveau der ersten Kriegswochen. Damals kamen am Berliner Hauptbahnhof täglich etwa 10.000 Menschen an. Inzwischen sind es etwa 3000 Menschen am Tag. Auch dem Landkreis Leer werden nach Angaben der Kreisverwaltung aktuell etwas weniger Geflüchtete zugewiesen. Am Dienstag nannte die Kreisverwaltung im Ausschuss für Soziales die Zahl von etwa 50 Neuankömmlingen pro Woche. „Es kommen stetig Geflüchtete hinzu“, so Koenen. „Unter den Flüchtlingen sind auch Asylbewerber aus anderen Staaten und afghanische Ortskräfte sowie Angehörige anderer Staaten, die bereits in der Ukraine Asyl gefunden hatten und nun vor dem Krieg geflüchtet sind.“

Etwa 120 Menschen sind derzeit in der BBS-Turnhalle in Leer untergebracht.
Etwa 120 Menschen sind derzeit in der BBS-Turnhalle in Leer untergebracht.

Suche nach Wohnungnen geht weiter

Wie lange sich Geflüchtete in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landkreises aufhalten, ist unterschiedlich. Im März hatte die Kreisverwaltung das Ziel ausgegeben, den Neuankömmlingen binnen zwei bis drei Tagen eine Unterkunft in einer Kommune des Landkreises zu organisieren. „Das Bestreben des Landkreises und seiner Kommunen bleibt es, die Menschen so schnell wie möglich in Wohnungen unterzubringen – die Unterkunft in der BBS soll nur vorübergehend sein“, betont Kreissprecher Philipp Koenen auch heute. „In manchen Fällen kann es aber auch mal länger dauern, bis eine passende Wohnung gefunden ist.“ Es seien etwa nicht immer Wohnungen verfügbar, die barrierefrei sind oder in denen Haustiere gehalten werden dürfen.

Die Kreisverwaltung ist weiterhin auf der Suche nach Wohungen für Menschen aus der Ukraine. „Da weiterhin Flüchtlinge zu uns kommen, werden wir stetig neue Wohnungen brauchen und sind dankbar für jedes gute Angebot“, erklärt Koenen. „Gesucht werden vor allem separate Wohnungen mit eigenem Zugang, in denen Geflüchtete längerfristig unterkommen können.“ In diesem Zusammenhang weist die Kreisverwaltung nochmals darauf hin, dass Wohnungen nicht kostenlos zur Verfügung gestellt werden müssen. Wer Flüchtlinge bei sich aufnimmt, die hier Sozialleistungen beziehen, könne dafür eine angemessene Miete erhalten. „Letztlich entscheidet jeder selber, ob er den Wohnraum kostenlos oder gegen eine angemessene Miete zur Verfügung stellen möchte“, so Koenen.

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