Verkehr in Leer Ampel am Bummert endlich freigegeben – Vollbremsung inklusive
Fast ein Jahr stand ein Provisorium an der Kreuzung. Am Dienstag wurde nun die eigentliche Ampel in Betrieb genommen. Einige Autofahrer schienen irritiert.
Leer - Was lange währt, wird endlich gut. Die Ampelanlage am Bummert hat am Dienstagvormittag offiziell ihren Dienst aufgenommen. „Nach erfolgter Abnahme ist die Lichtzeichenanlage seit 10:30 Uhr in Betrieb“, sagt Stadtsprecherin Sabine Dannen.
Ein Vor-Ort-Besuch: Einige Verkehrsteilnehmer wirken gegen 12.30 Uhr irritiert von der Ampel. Oft wird erst im letzten Moment vor der jetzt rot leuchtenden Ampel gebremst: Dafür aber scharf. Ein Fahrradfahrer kommentiert süffisant: „Hat ja auch keiner mehr mit gerechnet, dass die Ampel mal funktioniert.“ Auch ein Härtetest war dabei: In Sozialen Netzwerken wird immer wieder gesagt, dass die Kreuzung nun sehr eng ist und zu einem Unfallschwerpunkt werden wird. Als aber ein Krankenwagen aus Richtung Heisfelder Straße angerauscht kam, fanden die vier Autos auf der Kreuzung genügend Platz, um den Krankenwagen nicht zu behindern.
Eng für Busse
Eng wurde es allerdings für einen Bus, der aus der Friesenstraße auf die Heisfelder Straße in Richtung stadtauswärts abbiegen wollte. Ein blauer Toyota, der sich noch bei Gelb über die Kreuzung drückte, musste bremsen. So stand er quasi auf dem Fußgängerüberweg. Für den abbiegenden Bus war so nicht mehr genug Platz.
Alles in allem scheint die Ampel ihren Dienst nun aber zu vollrichten.
Am Nachmittag kam es an allen drei Ampeln an der Kreuzung zu Staus. Pro Grünphase schafften es im Schnitt neun Fahrzeuge, die Ampel zu passieren, die anderen mussten warten. Beim letzten Versuch, die Ampelanlage in Betrieb zu nehmen, kam es beinahe zu einem schweren Unfall.
Beinahe-Unfall
Ein Autofahrer, von der Friesenstraße kommend, fuhr bei Grün nach links auf die Heisfelder Straße. Nachdem der Autofahrer die Ampel überquert hatte, sprang sie auf Rot. Zeitgleich schaltete die Radfahrerampel an der Heisfelder Straße auf Grün und eine Radfahrerin fuhr los. Die Wege der beiden Verkehrsteilnehmer kreuzten sich. Im letzten Moment bremste der Autofahrer und die Radfahrerin bekam nur einen gehörigen Schreck, wurde jedoch nicht verletzt. Passiert war nichts und schuld war auch niemand, denn beide waren bei Grün gefahren.
Für die Stadt war klar: So kann es nicht bleiben. Eine Änderung der Software war nötig, die in der vergangenen Woche eingespielt wurde. Die Bummert-Kreuzung war fast ein Jahr wegen der Bauarbeiten nur beschränkt befahrbar. Im Juni 2021 wurde sie komplett gesperrt und die Ampeln errichtet. Seit November sind die Fahrbahnen befahrbar, allerdings waren die Ampeln nicht einsatzbereit.
Die Kreuzung wurde umgebaut, weil sie als Unfallschwerpunkt für Fahrradfahrer galt. Während die Stadt einen Umbau lange hinausgezögert hatte, bestand der Landkreis auf diesen. „Der Landkreis Leer hat als Fachaufsicht die Entscheidung der städtischen Verkehrsbehörde bestätigt und angeordnet, dass die Stadt diese Anordnung umsetzen muss. Die Kommunalaufsicht hat zudem angeordnet, dass die Stadt die Investition im Haushalt einplanen muss. Das war unsere Rolle“, so Kreissprecher Philipp Koenen. In Sozialen Netzwerken wird nun spekuliert, dass erst durch die Ampel der Bummert gefährlich wird. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie es ausgeht.
Termin für nächsten Versuch zur Abnahme steht fest
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