Krieg in Europa Millionen Menschenleben bedroht
So lange wie nötig wollen die G7-Industrienationen die Ukraine mit Waffen unterstützen. Das wird nötig sein, denn der Konflikt wird noch lange dauern.
Es ist ein Samstag der deutlichen Worte. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock verkündet zum Abschluss des G7-Außenministertreffens in Schleswig-Holstein, man wolle „niemals“ russische Grenzverschiebungen in der Ukraine akzeptieren und so lange Waffen an das angegriffene Land liefern wie nötig, sprich: bis Russland seine Truppen abzieht. Baerbocks Worte bedeuten in letzter Konsequenz, dass auch die Krim-Annexion rückabgewickelt werden muss. Es wäre gleichbedeutend mit dem totalen Scheitern russischer Hegemonie-Ansprüche. Kaum vorstellbar, dass Präsident Putin diese Forderung akzeptieren wird.
So oder so zeigt dies: Der Krieg in der Ukraine kann noch sehr lange dauern und viele Menschenleben direkt wie indirekt kosten. Außenministerin Baerbock spricht von Millionen. Das könnte durchaus drohen. Denn die Auswirkungen der Hunger-Front, die Putin eröffnet hat, deuten sich gerade erst an. Der Krieg stürzt Millionen Menschen ins Elend und gefährdet den sozialen Frieden in zahlreichen Ländern, weil es schlicht an Nahrung fehlen wird. Klimaturbulenzen wie aktuell die mörderische Hitzewelle in Indien werden die globale Ernährungskrise weiter verschärfen. Die russische Armee mag angesichts des desaströsen Vormarsches in der Ukraine deutlich schwächer sein, als angenommen. Die Weltordnung zu erschüttern vermag Putin dennoch.
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