Flucht aus dem Kriegs-Land Ukrainische Kinder fühlen sich in hiesigen Schulen wohl
Wenn ukrainische Kinder in hiesige Schulen kommen, ist es für die Bildungseinrichtungen eine große Herausforderung. Doch sie können auf Hilfsmittel zurückgreifen.
Rhauderfehn - Immer mehr ukrainische Kinder kommen in diesen Tagen an ihre neuen Schulen im Oberledingerland. Wir haben einige von ihnen besucht.
Marianna (8) ist aus Kiew geflohen. Safina (9) kommt aus Butscha, Tom (9) und Schon (7) waren in Kharkiv zuhause. Alle vier gehen zur Grundschule Langholt. Sie lernen nun inmitten ihrer neuen Schülerinnen und Schüler. Parallel zur Unterrichtszeit gibt es Extra-Unterricht in Deutsch. Vorteil ist, dass an der Schule generell Deutsch als Zweitsprache angeboten wird.
Hörstifte helfen beim Deutsch-Lernen
Eine Neuanschaffung sind zudem bestimmte Hörstifte plus Unterrichtsmaterial. Schulleiter Nanno Heddens erklärt: „Wir haben das Gefühl, da haben sich viele Verlage drauf spezialisiert. Das ist eine unserer Ideen, wie wir mit der Sprachbarriere umgehen. Wir nutzen die Linksammlung vom Kultusministerium, haben russischsprechende Kinder an unserer Schule, und Lehrerin Elena Peters spricht Russisch.“
Die Flüchtlingskinder wurden mit offenen Armen empfangen. Auch wenn sie nicht dieselbe Sprache sprechen, verstehen sich alle gut. „Marianna und Safina sind pfiffig und fröhlich. Wenn man sie so sieht, würde man im Leben nie vermuten, dass ihre Heimat weggebombt ist“, so Heddens. Ihnen gefällt die Schule gut. „Hier ist es viel lustiger zu lernen, es macht viel Spaß. Wir gehen in der Pause nach draußen und spielen. In der Ukraine verbringt man die Pausen im Gebäude“, übersetzt Elena Peters die Ausführungen von Schülerin Safina. „Anfangs hatte ich Angst, wie ich aufgenommen werden“, sagt Schülerin Marianna. Jetzt haben sie neue Freundinnen.
„Wir müssen alle in Frieden leben können“
Die beiden Jungs Tom und Schon sind eher etwas ruhiger. Sie kommen aus Vietnam und sind zum zweiten Mal auf der Flucht. Tom macht es an der Schule Spaß, die Lehrer sind netter als zu Hause. Er findet es gut, dass es hier mehr Aktivitäten gibt. „Die Aufgaben lernen sie schnell, sie wollen lernen“, berichtet Lehrerin Peters. Auch Schon lebt sich ein: „Bei Sport hat er heute viel gelacht. Er blüht auf. Die anderen Kinder nehmen ihn alle mit.“ Die Grundschullehrerin ist geübt im Umgang mit Flüchtlingskindern. Das kommt Marianna, Safina, Tom und Schon zugute. „Die ganze Situation mit dem Krieg ist sehr schlimm. Ich denke, wir müssen alle in Frieden leben können,“ so Peters.
Die Schwestern Daria (14) und Arina (11) sind auf dem Albrecht-Weinberg-Gymnasium. Ihre Klasse freute sich auf die beiden. „Im Unterricht gab es große Empörung über den Ukrainekrieg, dass jemand einfach in ein Land einmarschiert. Meine Schülerinnen und Schüler wollen, dass es den Flüchtlingskindern hier gut geht“, sagt Lehrerin Heike Focken. Neben Arina sitzt Kevin (11). Seine Eltern kommen aus Russland. Er unterstützt Arina. „Im Unterricht machen Arina und ich auch viel mit dem Handy, das ist gewöhnungsbedürftig, geht aber gut“, freut sich die Lehrerin.
Ariana: „Habe auch schon ein paar Freunde“
Arinas erster Schultag sei toll gewesen. „Ich wurde gut angenommen, der Unterricht gefällt mir und ich habe auch schon ein paar Freunde. Mein Lieblingsfach ist Englisch“, übersetzt Kevin Arina. Daria wird von Sofia (15) unterstützt, die wie Kevin russische Wurzeln hat.
„Im Deutschunterricht klappt es noch nicht so gut, aber wir wollen es gerne lernen. Je mehr Sprachen wir lernen, desto besser ist es“, sagt Daria. Bei ihrer Flucht konnten sie ihren Hund und ihre Katze mitnehmen. Sie vermissen ihre Freunde sehr und möchten gerne wieder zurück in ihre Heimat.