Hannover Vorsicht vor politischen Rattenfängern in Niedersachsen
Politischer Streit entzweit die Gesellschaft immer stärker und endet häufig mit Gewalt. Falschmeldungen wirken da wie Brandbeschleuniger.
Wo fängt politisch motivierte Kriminalität an, wo hört sie auf? In die Statistik fließen sowohl zerstörte Wahlplakate als auch gewalttätige Übergriffe auf ausländische Mitbürger ein.
Vorsicht ist in jedem Fall geboten, insbesondere vor politischen Rattenfängern. Diese haben es in unserer digitalen Gesellschaft immer leichter, mit ihren Hassbotschaften und Parolen auf fruchtbaren Boden zu stoßen. Im Schutze der Anonymität des Internets ätzt es sich eben leichter.
Bewusst in die Welt gesetzte Falschmeldungen verbreiten sich über soziale Netzwerke in Windeseile und werden häufig dankbar von Menschen aufgegriffen und weiterverbreitet, die auf der Suche nach vermeintlich einfachen Antworten auf komplexe gesellschaftliche Herausforderungen sind. Was gut ins eigene eingeschränkte Weltbild passt, wird gern geteilt - ob es stimmt oder nicht. Die alarmierenden Zahlen aus Niedersachsen sprechen da eine eindeutige Sprache.
Dabei ist jeder und jede von uns gefordert, skeptisch zu sein und besser auf zuverlässige Quellen und Medien zu vertrauen statt sich von schlichter Propaganda blenden zu lassen.
Keine Frage: Die freie Meinungsäußerung und das Demonstrationsrecht sind hohe Güter. Hass und Hetze aber haben bei uns in Niedersachsen und in unserer freiheitlichen Gesellschaft generell nichts zu suchen. Wem folge ich in sozialen Netzwerken, welche fragwürdigen Bilder und kruden Theorien teile ich und mit wem gehe ich auf die Straße? Die Gefahr, sich mit den Falschen einzulassen, war selten größer.
Umso wichtiger sind Haltung und Rückgrat: Wer feststellt, dass Menschen aus dem eigenen Umfeld in politische Extreme abzugleiten drohen, sollte den Mut haben, heftig gegenzusteuern. Das sind wir unserer Demokratie schuldig.