Unfall

Kopfüber in der Wieke: Was wird aus Maskottchen Fokko?

| | 04.05.2022 17:47 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Unfreiwillige Ostfriesentaufe: Die Fokko-Statue ist bei einem Unfall im Kanal gelandet. Vom Bauhof wurde er geborgen und muss nun repariert werden. Foto: Bauhof
Unfreiwillige Ostfriesentaufe: Die Fokko-Statue ist bei einem Unfall im Kanal gelandet. Vom Bauhof wurde er geborgen und muss nun repariert werden. Foto: Bauhof
Artikel teilen:

Bei einem Unfall an der 1. Südwieke ist das Maskottchen Fokko beschädigt worden. Was passiert nun mit der Beton-Figur und was sagen seine Erbauer?

Westrhauderfehn - „Die ganze Nachbarschaft ist in Aufruhr“, sagt Uwe Braak. Der Anwohner der 1. Südwieke in Westrhauderfehn gehört zu den Schöpfern der Fokko-Statue, die am Dienstag bei einem Unfall beschädigt worden ist. Wie geht es nun mit dem 718-Kilo-Koloss weiter? Am späten Mittag hatte sich ein Lastwagen beim Entladen selbstständig gemacht, war über die Fahrbahn gerollt und hatte schließlich das 2,75 Meter große Maskottchen gerammt. Das lag anschließend kopfüber im Kanal. Verletzt wurde beim Unfall niemand, berichtet die Polizei. Die Frau, die zum Unfallzeitpunkt auf der Laderampe des Lastwagens stand, habe sich durch eine Seitentür in Sicherheit bringen können. Fokko lag mit dem Gesicht im Wasser.

•Achim Kuhnert (von links), Andreas Kracke und Uwe Braak bauten die Fokko-Figur im Kanal am Rathaus in Rhauderfehn auf.
•Achim Kuhnert (von links), Andreas Kracke und Uwe Braak bauten die Fokko-Figur im Kanal am Rathaus in Rhauderfehn auf.

„Ich war nah am Herzinfarkt“, berichtet Braak über den Moment, in dem er von dem Unfall erfahren hat. Wichtig sei, dass keinem etwas passiert ist, betont er. Mit dem Gewicht der Betonstatue hätte das auch ganz anders ausgehen können. Er habe sich aber auch gesorgt, dass Fokko schwer beschädigt worden ist und nicht mehr aufgestellt werden kann. Zum Fehnjubiläum 2019 hatten Braak und seine Nachbarschaft in monatelanger Arbeit die Statue gebaut.

Gemeinde kaufte Fokko

Fokko soll aber wieder an seinen Standort vor dem Rathaus zurückkehren, teilt Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller mit. Die Gemeinde hatte das Beton-Maskottchen nach dem Jubiläum für rund 2500 Euro gekauft, davon wurden 1000 Euro für die Jugendarbeit gespendet. Die weiteren 1500 Euro sollten die Kosten für Baumaterialien decken. Nun wird wohl weiteres Material benötigt. „Die Anwohnergemeinschaft wird beim Bauhof vorbeischauen und hat angeboten, ,Erste Hilfe‘ zu leisten“, so Müller.

Für 2500 Euro verkaufte die Nachbarschaft Fokko an die Gemeinde.
Für 2500 Euro verkaufte die Nachbarschaft Fokko an die Gemeinde.

Einer der ersten, der einen Krankenbesuch auf dem Bauhof gemacht hat, ist Heiner Fennen. Er gehört ebenfalls zu den Bauherren der Statue. „Das kriegen wir wieder hin“, gibt er sich zuversichtlich, nachdem er sich ein Bild von den Schäden gemacht hat. „Der Fuß und die Pfeife sind kaputt“, sagt er.

Plattform schwer beschädigt

Das wohl größte Problem sei vermutlich nicht die Statue selbst, sondern die Plattform. „Die muss neu gemacht werden“, sagt Fennen. Wie er und Braak berichten, sei das schon beim Bau eine Herausforderung gewesen. „Nach dem Teil hatten wir lange gesucht“, erklärt Braak. Auf einem Schrottplatz seien sie dann fündig geworden. Ein Drehlager einer ausrangierten Landmaschine sei der passende Untergrund gewesen. „Danach haben wir die Konstruktion ausgerichtet“, erklärt Braak.

Die Nachbarschaft an der 1. Südwieke baute einen Riesen-Fokko.
Die Nachbarschaft an der 1. Südwieke baute einen Riesen-Fokko.

Deshalb müsse das neue Teil eben auch passen. Zumal die Plattform noch einen Clou hat: Durch einen Motor dreht sich Fokko. „Für eine Umdrehung braucht er 20 Minuten“, so der Erbauer. Am jetzigen Standort fehle der Strom. Deshalb habe sich die Figur nur mit dem Wind gedreht.

Vom Bauhof wurde Fokko aus der 1. Südwieke geborgen und muss nun repariert werden. Foto: Bauhof
Vom Bauhof wurde Fokko aus der 1. Südwieke geborgen und muss nun repariert werden. Foto: Bauhof

Bis Fehn-Maskottchen Fokko wieder an Ort und Stelle steht, werde einige Zeit vergehen. Laut Bürgermeister Müller soll der kaputte Sockel so lange stehenbleiben, bis die Versicherung sich ein Bild davon gemacht hat. Dann gehen die Reparaturarbeiten los. Braak rechnet mit einigen Wochen.

Ähnliche Artikel