Inflation in Deutschland
Putin verdirbt die Preise
Die Inflation zog ohnehin schon an, da begann Wladimir Putin den Krieg in der Ukraine. Setzt er jetzt auch noch Energie als Waffe ein, wird es endgültig ungemütlich.
Man spürt sie im Supermarkt, im Restaurant und an der Zapfsäule: Die inzwischen auf 7,4 Prozent gestiegene Inflation macht immer mehr Menschen schwer zu schaffen. Und machen wir uns nichts vor, der Höhepunkt der Entwicklung ist womöglich noch gar nicht erreicht. Schon seit Wochen warnen Ökonomen vor zweistelligen Inflationsraten.
Zentraler Unsicherheitsfaktor ist und bleibt Wladimir Putin. Der russische Diktator ist derart skrupellos und unberechenbar, dass nichts mehr sicher ist, auch die Gasversorgung Deutschlands nicht. Und kommt es zu weiteren Engpässen, werden die Energiepreise noch weiter in die Höhe schießen. Spätestens, wenn seine Soldaten auf den Schlachtfeldern in die Defensive geraten, könnte Putin versucht sein, Energie auf breiter Front als Waffe einzusetzen, um den Westen von weiterer Militärhilfe für die Ukraine abzubringen. Das heißt: Deutschland muss auf den Extremfall vorbereitet sein. Da hat Olaf Scholz vollkommen recht. Denn es drohen nicht nur noch höhere Inflationsraten – die gesamte Wirtschaft könnte in eine tiefe Rezession stürzen.
Jetzt kommt es mehr denn je auf Zusammenhalt an. Will der Westen weiter für die Ukraine eintreten und Freiheit und Demokratie verteidigen, darf er sich von Putin nicht erpressen lassen – auch wenn das ökonomisch eine harte Zerreißprobe bedeuten kann. Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de