Hannover

360 Euro fürs Anwohnerparken: Geht’s eigentlich noch?

Lars Laue
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Von Lars Laue
| 25.04.2022 15:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Nach dem Willen der Deutschen Umwelthilfe sollte das Anwohnerparken in Niedersachsen deutlich teurer werden. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Nach dem Willen der Deutschen Umwelthilfe sollte das Anwohnerparken in Niedersachsen deutlich teurer werden. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Die Umwelthilfe nimmt mal wieder die Autofahrer ins Visier und will das Anwohnerparken drastisch verteuern. Der Vorstoß ist völlig daneben. Ein Kommentar.

Anschaffung, Steuern, Versicherung, Verschleiß und die aktuell astronomisch hohen Spritpreise: Autofahren ist ohnehin längst ein teures Vergnügen. Und in dieser Situation kommt nun auch noch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) mit einem Vorschlag um die Ecke, der geradezu fassungslos macht: So sollte das Anwohnerparken mindestens 360 Euro pro Jahr kosten, finden die Umweltaktivisten.

Allein der Sprachgebrauch macht das gestörte Verhältnis der DUH zu Autos deutlich: SUVs heißen bei der Umwelthilfe „Stadtpanzer“, gerade so, als wollten die Fahrer andere Verkehrsteilnehmer damit militärisch angreifen. Die Parkgebühren für Anwohner sollten laut DUH so hoch sein, „dass Menschen, die nicht auf ihr Auto angewiesen sind, ihren Pkw-Besitz hinterfragen“.

Es gibt aber nach wie vor eine ganze Reihe von Leuten, die ihr Auto zwingend und dringend benötigen. Die Umwelthilfe war schon übers Ziel hinausgeschossen, als sie vor einigen Jahren versucht hatte, in Städten wie Osnabrück, Oldenburg und Hannover Diesel-Fahrverbote zu erzwingen. Ganz abgesehen von dem wahnwitzigen Vorstoß, sich innerhalb von 14 Tagen um die Schilder kümmern zu wollen, wenn der Bund Tempo 100 auf Autobahnen und Tempo 80 außerorts einführt.

Immer wieder macht die DUH Stimmung gegen Autofahrer, ganz so, als müsste man sich dafür schämen, ins Auto zu steigen. Keine Frage: Jede Fahrt sollte gut überlegt sein und daraufhin geprüft werden, ob sie sich nicht auch mit dem Fahrrad oder Bus und Bahn machen lässt.

Doch Bevormundungen und Ermahnungen mit dem erhobenen Zeigefinger sind weder zielführend noch zeitgemäß. Mehr denn je geht es heutzutage um einen intelligenten, umweltfreundlichen Verkehrsmix und vor allem um ein gutes Miteinander im Straßenverkehr. Ein vorwurfsvoller Militärjargon, wie ihn die Umwelthilfe pflegt, indes bewirkt das Gegenteil.

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