Ukraine-Krieg

Ostfriesland muss mehr Geflüchtete aufnehmen

Andreas Ellinger
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Von Andreas Ellinger
| 22.04.2022 19:17 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Immer mehr Menschen flüchten aus der Ukraine – auch in Ostfriesland müssen deshalb noch mehr Betroffene aufgenommen werden. Foto: Andriyenko/AP/dpa
Immer mehr Menschen flüchten aus der Ukraine – auch in Ostfriesland müssen deshalb noch mehr Betroffene aufgenommen werden. Foto: Andriyenko/AP/dpa
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Das Land Niedersachsen hat die Aufnahmequoten für Geflüchtete erhöht. In Ostfriesland haben sie sich vervielfacht.

Ostfriesland - Immer mehr Menschen fliehen vor den russischen Soldaten aus der Ukraine. Das macht sich auch in Ostfriesland bemerkbar: 1532 Kriegsflüchtlinge sind vom 24. Februar bis zum 31. März angekommen. Das hat das niedersächsische Innenministerium auf Anfrage unserer Zeitung mitgeteilt. Demnach sind in besagtem Zeitraum 493 Leute im Kreis Aurich aufgenommen worden, 678 im Kreis Leer, 146 im Kreis Wittmund und 215 in Emden.

Landesweit waren es „etwa 35.000 Personen“, wie das Ministerium unter Berufung auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schrieb. Es seien jedoch mehr, weil „sich die meisten Vertriebenen aus der Ukraine direkt in die Kommunen begeben“ – ohne vorher die Landesaufnahmebehörde aufzusuchen.

Aus der Ukraine direkt nach Ostfriesland

Das bestätigen die aktuellen Zahlen der Auricher Kreisverwaltung. Demnach sind inzwischen 868 Vertriebene im Landkreis registriert worden – fast doppelt soviele wie Ende März. Nur 260 von ihnen seien durch das Land zugewiesen worden – 608 seien anderweitig angereist. Wöchenlich kämen derzeit 90 bis 100 Leute aus der Ukraine und 19 Geflüchtete aus anderen Staaten.

„Die Verteilquote des Landes Niedersachsen sah bislang vor, dass der Landkreis Aurich insgesamt 566 Geflüchtete aufnehmen muss“, so die Kreisverwaltung. Vor dem Hintergrund steigender Vertriebenenzahlen aus der Ukraine sei sie „auf insgesamt 3155 Geflüchtete“ worden, also mehr als verfünffacht. Auch die Stadt Emden berichtet von einer solchen Steigerung der jährlichen Aufnahmequote – von 145 auf 825 Personen.

Überraschung, wer in Ostfriesland ankommt

Wer vom Land geschickt wird, ist für die ostfriesischen Behörden eine Überraschung: „Eine detaillierte Aufstellung über die Familienzusammengehörigkeit, Alter, Geschlecht und Nationalität gibt es im Vorfeld nicht“, erklärt die Kreisverwaltung Leer. Die Leute würden zunächst in einer Turnhalle untergebracht: „Hier sind wir in der Lage, kurzfristig die verschiedenen Familiengrößen zu berücksichtigen.“

Die Zusammensetzung „ergibt sich dann erst, wenn die Menschen mit dem Bus am Ankunftszentrum ankommen“, bestätigt die Stadtverwaltung Emden. Die Wittmunder Kreisverwaltung schreibt: „Nur bei den wenigsten Zuweisungen hat die vorherige Meldung der Zusammensetzung geklappt.“

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