Beteiligung

Männer für Seniorenbeirat gesucht

Holger Weers
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Von Holger Weers
| 25.04.2022 10:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Griet Luikenga-Gerdes (links) und Margarethe Niemann (rechts) stehen mit Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller am Eingang zum Seniorentreff an der 1. Südwieke. Foto: Weers
Griet Luikenga-Gerdes (links) und Margarethe Niemann (rechts) stehen mit Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller am Eingang zum Seniorentreff an der 1. Südwieke. Foto: Weers
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Am 28. April wird in Rhauderfehn ein neuer Seniorenbeirat gewählt. Zu vergeben sind 14 Posten, wahlberechtigt sind mehr als 5800 Menschen, die 60 Jahre und älter sind. Aber es gibt ein Problem.

Rhauderfehn – „Neue Männer braucht das Land“ sang schon Ina Deter 1982. Genau das wünscht sich auch der noch amtierende Seniorenbeirat in Rhauderfehn. Bei den Wahlen zum neuen Seniorenbeirat am Donnerstag, 28. April, um 16 Uhr im Rhauderfehner Rathaussaal stellen sich zwar viele Frauen für die sieben Vorstandsposten und sieben Stellvertreterposten zur Verfügung. Doch es fehlt eindeutig an männlichen Bewerbern. Aufgerufen zur Wahl sind über 5800 Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet und in der Gemeinde Rhauderfehn ihren Wohnsitz haben.

„Wir haben schon mehrere Frauen, die sich für den Vorstand aufstellen lassen wollen. Doch da müssen auch Männer rein“, fordert Griet Luikenga-Gerdes, 2. Vorsitzende des Seniorenbeirates. „Es werden Männer gesucht, die Ideen für die Seniorenarbeit haben und auch mit anpacken wollen“, ergänzt Margarethe Niemann, die ebenso wie Luikenga-Gerdes für den Vorstand kandidiert. Das bisherige Zugpferd der Rhauderfehner Senioren, Vorsitzender Bernd Beutel, tritt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an.

Bernd Beutel war vielfältig engagiert

„Er war der Macher und Motor und hat viele Dinge angeschoben“, betont Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller. Als Beispiel nennt er die Einführung der Notfalldose. „Wir waren die erste Gemeinde im Landkreis Leer, die das umgesetzt hat“, ergänzt Niemann. Anschließend wurden Bänke im Gemeindegebiet aufgestellt, die mit einem Notfallsystem versehen wurden.

Auch bei der Sanierung und Renovierung des Alten Kapitänshauses an der 1. Südwieke, der Aufnahme von Aufgaben und Projekten wie dem Repair-Cafe, Smartphone und Co., dem Spielenachmittag, dem Seniorenfrühstück und Senuti sowie der Einrichtung des Mittagstisches im Musikcafe Marienheil war Bernd Beutel aktiv beteiligt. Zudem war der Rhauderfehner Mitglied im Landesseniorenrat, wo er als Sprecher der Region Weser-Ems fungierte.

Auch jüngere Bewerber gesucht

Wie wichtig die Seniorenarbeit ist, zeigt die Entwicklung. Bis 2015 gab es nur einen Seniorenbeauftragten, der aber allein mit den vielfältigen Aufgaben überfordert war. Die Konsequenz war, einen Seniorenbeirat zu etablieren, der 2016 seine Arbeit aufnahm. Damals bestand er aus sieben Vorstandsmitgliedern und sieben Stellvertretern. Zum aktuellen Seniorenbeirat gehören bloß noch drei Stellvertreter. Aus gesundheitlichen Gründen oder altersbedingt sind die übrigen ausgeschieden. Deshalb wünschen sich Luikenga-Gerdes und Niemann für den neuen Vorstand nicht nur Männer, sondern auch Menschen, die gerade erst ins Rentenalter eingestiegen sind. „Die Zusammenarbeit untereinander im Seniorenbeirat ist sehr harmonisch. Wir haben ein gutes Miteinander“, werben die Beiden. „Stellvertreter werden bei uns so behandelt, als wären sie Vorstandsmitglieder“, versichert Niemann.

Dass man auf ein gutes Netzwerk an ehrenamtlichen Helfern zurückgreifen kann, zeigt ein Beispiel während der Coronaphase, als es landesweit Probleme bei Terminvereinbarungen fürs Impfen von Senioren gab. Der Seniorenbeirat unterstützte Hochbetagte bei der Terminvereinbarung. Die Mitglieder vereinbarten mehr als 160 Impftermine für die älteren Mitbürger vereinbart und gaben Hilfestellung bei Problemfällen. In Zusammenarbeit mit der Verkehrswacht und dem Seniorenstützpunkt wurden Veranstaltungen durchgeführt, die sich mit der richtigen Handhabung von E-Fahrrädern für Senioren beschäftigen.

Aktionen sollen wiederbelebt werden

„Vor Corona lief der Seniorenmittagstisch super. Wir hatten über 50 Teilnehmer. Auch das Interesse am Spielenachmittag und Smartphone und Co. stieß auf großes Interesse. Dann kam Corona und hat uns alles kaputt gemacht“, beschreibt Niemann das Dilemma. Diese Aktionen will man aber wieder aufleben lassen, zumal sie immer noch stark nachgefragt werden.

„Das Interesse bei den Senioren, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist vorhanden“, hat Rhauderfehns Bürgermeister Geert Müller festgestellt. Vor allem das projektbezogene Arbeiten hat ihm gefallen. „Das hat der Seniorenbeirat top gemacht. Auch wenn nicht alle Ideen umgesetzt werden konnten, waren immer Typen da, die sich mit eingebracht haben. Das war toll“, lobt der Bürgermeister das Miteinander von Seniorenbeirat und Kommune. „Schon in fünf Jahren bin ich selbst wahlberechtigt“, stellt Müller fest.

Besonders stolz ist der Seniorenbeirat auf den Seniorentreff an der 1. Südwieke, bei dem über 6000 Stunden an ehrenamtlicher Arbeit für Sanierung und Renovierung geleistet wurden. „Der Seniorentreff ist unser Vorzeigeprojekt. Er muss aber wieder mehr genutzt werden“, fordern Griet Luikenga-Gerdes und Margarethe Niemann. Das wird eine Aufgabe für den neuen Vorstand und deren Stellvertreter.

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