Fußball

Ihrhover spielen nun nicht mehr im Hindenburgstadion

| | 21.04.2022 19:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Auch Borussia Dortmund spielte mit seiner Bundesliga-Mannschaft schon im Hindenburgstadion. Dank Zusatztribünen hinter dem Tor verfolgten vor 20 Jahren rund 15.000 Zuschauer den Dortmunder 3:0-Sieg im DFB-Pokal. Foto: Archiv
Auch Borussia Dortmund spielte mit seiner Bundesliga-Mannschaft schon im Hindenburgstadion. Dank Zusatztribünen hinter dem Tor verfolgten vor 20 Jahren rund 15.000 Zuschauer den Dortmunder 3:0-Sieg im DFB-Pokal. Foto: Archiv
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Der Name Hindenburgstadion ist in Ihrhove nun Geschichte. Concordia hat die Heimspielstätte umbenannt. Einen ersten Versuch sich vom Namen des Ex-Reichspräsidenten zu lösen gab es in den 90er Jahren.

Ihrhove - Das Hindenburgstadion von Concordia Ihrhove hat seit der Klubgründung im Herbst 1945 viele große Fußballspiele gesehen. Besonders die Aufstiege bis in die 4. Liga in den 80er und 90er Jahren und Oberliga-Jahre sind in Erinnerung geblieben. Und auch der damalige Deutsche Meister Borussia Dortmund spielte im DFB-Pokal 2002 im nach dem früheren Generalfeldmarschall und Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1847 - 1934) benannten Amateurstadion. Doch nun ist der Name Hindenburgstadion Geschichte. Fortan rollt der Ball im „Stadion im Sportpark Ihrhove“.

„Unser Stadionname war nicht mehr zeitgemäß. Der Name Hindenburg hat ja einen gewissen historischen Hintergrund. Wir haben nun einen Mitgliederbeschluss umgesetzt und die letzten Schilder ausgewechselt“, berichtet Ihrhoves 2. Vorsitzender Beene Oldigs. Bereits 2019 hatte sich eine große Mehrheit mit einigen wenigen Gegenstimmen auf einer Mitgliederversammlung für die Umbenennung ausgesprochen. Wegen der Corona-Pandemie verzögerte sich die Umsetzung.

Erste Versuche in den 90er Jahren

In den 90er Jahren hatte Beenhard Oldigs einen Versuch unternommen, sich von dem Namen des hohen Militärs aus der Kaiserzeit und Politiker aus der Weimarer Republik zu trennen. Beenhard Oldigs ist der Cousin von Beene Oldigs und lebt seit 40 Jahren in Bremen. „Ich war Concordia immer verbunden und habe mich aus der Ferne daran gestört von den tollen Ihrhover Erfolgen im Hindenburgstadion zu lesen“, sagt Beenhard Oldigs auf Nachfrage unserer Zeitung. „Hindenburg war ein Steigbügelhalter für die NSDAP und für Adolf Hitler.“ Viele Sportstätten erhielten den Namen Hindenburg. Noch heute sind Straßen in Deutschland nach dem Ex-Reichspräsidenten benannt. Der SV Meppen benannte sein Hindenburgstadion 1992 in Emslandstadion um.

In Ihrhove kam die Initiative des Buten-Ihrhovers und Wirtschaftswissenschaftlers Beenhard Oldigs, der historisch sehr interessiert und engagiert ist, zunächst nicht groß voran. Das Ganze zerlief im Sande, zumal es auch der Zustimmung der Kyffhäuser Kameradschaft bedurfte. Dem schon lange bestehenden Verbund gehört das Stadiongelände. Es ist an die Gemeinde verpachtet, die es wiederum dem SV Concordia Ihrhove zur Verfügung stellt. Das Ja des Verpächters gab es bei der Umbenennung einige Jahre später nun problemlos.

„Bei uns ist in den letzten Jahren viel passiert und vieles vorangebracht worden“, sagt Beene Oldigs. Die Umbenennung sei ein finaler Akt gewesen. Zuvor habe es zahlreiche Verbesserungen und Umgestaltungen auf dem Gelände gegeben. Unter anderem sind die Kabinen erneuert worden und der Rasenplatz mit Leichtathletik-Anlage mit Flutlicht ausgestattet worden. Vier Rasenplätze befinden sich auf der schmucken Anlage, auf der nach 77 Jahren nun nicht mehr im Hindenburgstadion, sondern im „Stadion im Sportpark Ihrhove“ Fußball gespielt wird.

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