Streit

Neue Maßnahme im Konflikt mit Jugendlichen

| | 20.04.2022 17:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Sitzmöglichkeiten sollen demontiert werden. Foto: Hellmers
Die Sitzmöglichkeiten sollen demontiert werden. Foto: Hellmers
Artikel teilen:

Im Konflikt zwischen Jugendlichen und Anwohnern des Platzes an der Rudolf-Kinau-Straße in Ostrhauderfehn ergreift die Gemeinde eine neue Maßnahme. Allerdings etwas anders, als es der Gemeinderat diskutiert hat.

Ostrhauderfehn - Neue Maßnahmen will die Gemeinde Ostrhauderfehn im seit Jahren währenden Konflikt zwischen Jugendlichen und Anwohnern an der Rudolf-Kinau-Straße ergreifen. Das hat nun kürzlich der Verwaltungsausschuss der Gemeinde beschlossen.

Brennpunkt ist ein Platz nahe der Seniorenwohnungen an der Ecke zur Friesenstraße. Dort treffen sich regelmäßig Jugendliche, die die Anwohner anpöbeln, Drogen konsumieren und Sachen, wie etwa einen Zaun, beschädigen. Um das in den Griff zu bekommen, hat die Gemeinde viel probiert. Im Jahr 2019 hatte die Verwaltung zu mehren Gesprächen geladen, um zu vermitteln. Eine Tischtennisplatte aus Beton wurde bereits abmontiert. Ein grünes Schild weißt auf eigentlich selbstverständliche Verhaltensregeln, wie Zigaretten in den Aschenbecher, keine laute Musik und nicht urinieren, hin.

Nächster Schritt soll folgen

Jetzt soll ein weiterer Schritt folgen: Auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates forderte die SPD einen Abbau der zwei dort verbliebenen Sitzbänke und erntete Zustimmung der anderen Parteien. Dennoch wurde das Thema vertagt. Nun hat der nichtöffentliche Verwaltungsausschuss, das ist nach dem Rat das höchste Gremium, eine abgewandelte Version des Antrags beschlossen. Das teilt die Gemeinde Ostrhauderfehn von der Sitzung mit.

Die Hölzer der Bänke werden abgebaut, allerdings nur vorübergehend. In der Zeit sollen die Sitzgelegenheiten durch den Bauhof der Gemeinde überarbeitet werden, hieß es in dem von der Gruppe CDU/UWG gemachten und schlussendlich vom Ausschuss verabschiedeten. Außerdem sollen die Hecken und Sträucher so beschnitten werden, dass das Gelände wieder einzusehen ist. „Die Ausführung der Maßnahmen wird nun zeitnah umgesetzt. Der Bauhof mit den Arbeiten beauftragt und alle Beteiligten zu weiteren Gesprächen eingeladen“, wird Bürgermeister Günter Harders zitiert. Wie lange die Arbeiten dauern würden, sei noch nicht klar, so Harders. Es handele sich dabei aber eher um Wochen als Tage.

„Kapitulieren Sie nicht vor einer kleinen Gruppe auffälliger junger Erwachsener!“

Dass die Bänke nicht gleich, wie auf der Ratssitzung wenige Wochen zuvor angedacht, ganz entfernt wurden, hat einen Grund. „Wir sind aber auch der Meinung, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu den erneuten Vorwürfen gehört werden sollten“, wird Ruth Wreesmann, stellvertretende Sprecherin der Gruppe UWG/CDU, zitiert. Eine Anfrage der Verwaltung bei der Polizei hat ergeben, dass keine Anzeigen vorliegen, aber mehrere Beschwerden.

Auch die SPD stimmte dem zu. Auch wenn dieses Vorgehen nicht im Sinne der Partei sei. „Wir hätten es lieber gesehen, dass die Bänke abgebaut werden“, so Jörg Schlörmann in der Mitteilung. „Um aber überhaupt wieder Bewegung in die Sache zu bringen und die Situation für alle schnellstmöglich zu verbessern, stimme ich dem Vorschlag zu“.

Gehört wurde auch Jugendsozialarbeiter Steven Jongmans. Er vermittelte den Mitgliedern des Verwaltungsausschuss eindrücklich, dass diese Gruppe junger Erwachsener nicht repräsentativ für die Jugendlichen ist. Man dürfe sie nicht auf eine Stufe stellen. Durch die Jugendarbeit im Waggon habe er schon viele Jugendliche erreichen können und Erfolge erzielt. „Ich finde es sehr schade, dass die Jugendarbeit nicht rechtzeitig durch die Betroffenen über die erneut belastende Situation informiert worden ist“, so Jongmans. Er mahnt die Ratsmitglieder: „Kapitulieren Sie nicht vor einer kleinen Gruppe auffälliger junger Erwachsener!“.

Ähnliche Artikel