Freundschaft

„Über den Krieg sprechen wir nicht“

Mareile Rübesam
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Von Mareile Rübesam
| 20.04.2022 14:09 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Tjumen ist eine Stadt in Westsibirien. Foto: Pixabay
Tjumen ist eine Stadt in Westsibirien. Foto: Pixabay
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Der Kulturring und Kunstkreis Rhauderfehn pflegt seit 30 Jahren Freundschaften mit russischen Künstlern. Der Kontakt besteht auch jetzt, aber über den Krieg in der Ukraine sprechen sie nicht.

Westrhauderfehn - Seit vielen Jahren pflegt der Kulturring und Kunstkreis Rhauderfehn Freundschaften zu Künstlergruppen in Russland. Drei Mitglieder des Kunstkreises erzählen, ob diese Freundschaft unter dem Krieg in der Ukraine leidet.

„Angefangen haben die Kontakte nach Russland und Polen Ende der 80er Jahre durch den Arbeitskreis Schule Rhauderfehn“, erzählt Hartmut Dierks vom Kunstkreis. „Dessen Gründer Herbert Broich hat dann vorgeschlagen, ob wir vom Kunstkreis nicht einmal dort ausstellen wollen.“ Das wollten die Künstlerinnen und Künstler gerne, so Dierks. Im Jahr 1995 besuchten sie erstmals mit 17 Leuten die Stadt Tjumen in Westsibierien.

Private Freundschaften bis heute

„So hat unsere Freundschaft angefangen“, erinnert sich Elli Dierks vom Vorstand des Kunstkreises. „Im nächsten Jahr, 1996, haben 15 sibirische Künstler uns dann in Rhauderfehn besucht.“

Über die Jahre haben immer mehr neue Menschen die Reisen von und nach Russland begleitet. Daraus seien auch private Freundschaften entstanden, die bis heute bestehen. „Zur Einschulung der Tochter von befreundeten Künstlern sind wir nach Russland gefahren“, berichtet Elli Dierks. „Das waren schöne Zeiten“, ergänzt Hartmut Dierks sich.

Kontakt via Telefon und E-Mail

Da das gegenseitige Besuchen durch die Corona-Pandemie nun seit bereits drei Jahren nicht mehr möglich war, halten die Künstler Kontakt über Telefon und E-Mails. „Wir telefonieren oft miteinander“, erzählt Jörg Furch vom Kunstkreis. Sie sprechen dabei allerdings nicht über den aktuellen Krieg in der Ukraine. „Wir möchten unsere Freunde nicht in Bedrängnis bringen“, so Furch. „Es ist möglich, dass unsere Gespräche von Dritten mitverfolgt werden“, sagt Hartmut Dierks. „Deswegen reden wir nicht über den Krieg.“

Russlands Bürger treffe keine Schuld an den Ereignissen in der Ukraine, deswegen habe sich das Verhältnis zu ihren russischen Freunden auch in keiner Weise verändert, sagen die Rhauderfehner Künstler. Für September diesen Jahres sei zudem eine Reise nach Tjumen geplant gewesen, die aufgrund der Pandemie und des Krieges aber erstmal abgesagt wurde. „Leider können wir nicht einschätzen, wann ein Besuch bei unseren Freunden wieder möglich sein wird. Aber wir alle hoffen das Beste“, sagt Elli Dierks.

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