Haustiere
Papenburgerin in Sorge um Hündin Luna
Nicole Brathal füttert ihre Hündin heute anders. Sie erzählt, warum sie sich Sorgen um ihre Luna macht und deshalb kein Fertigfutter mehr in den Napf kommt.
Papenburg - Wie Hund und Katze am besten ernährt werden sollten, darüber gibt es mehr als eine Meinung. Nicole Brathal ist das bewusst. Die 36-Jährige aus Völlenerfehn gibt ihrer eigenen Hündin Luna rohes Futter in den Napf. Uns erklärt sie, welche Erfahrungen sie damit gemacht hat.
Bei ihrer Hündin Luna entdeckte Brathal eine Unverträglichkeit für Rindfleisch. Das Tier fraß immer weniger, dann gar nicht mehr und wirkte müde. Mit einer Diät, viel Geduld und genauem Beobachten konnte ihre Besitzerin, die ein Geschäft für Tierbedarf führt, feststellen, was der Hündin Probleme bereitet. Luna bekommt heute Hühnchen oder Lamm, damit ihre Nahrung ausreichend Proteinquellen enthält.
Mit Tierarzt zusammenarbeiten
Wenn ein Vierbeiner weniger oder gar nicht mehr frisst oder sich nicht mehr so verhält wie sonst, sollte Rat eingeholt werden, meint Brathal. Denn auch Tiere können Unverträglichkeiten entwickeln. Zusammen mit dem Tierarzt oder einem Tierheilpraktiker und mittels einer Ausschluss-Diät könne man herausbekommen, woran es liege. Dabei wird ganz langsam im Abstand von etwa sechs Wochen eine Nahrungsquelle hinzugefügt. Wird diese gut vertragen, kann die nächste folgen. Es ist ratsam, sich dabei Zeit zu lassen und sich alles gut zu notieren, ist Brathals Erfahrung.
„Manche Hunde kommen nicht mit rohen Knochen zurecht“, weiß Brathal. Und das Füttern mit rohen Zutaten ist etwas aufwendiger. Das Hantieren mit rohem Fleisch zum Beispiel erfordert ein höheres Maß an Hygiene und Umsicht. Man muss den Napf öfter reinigen, die Hände gut waschen, das Futter richtig lagern. „Eigentlich muss man alle Regeln beachten, die wir im Umgang mit Fleisch, das wir selbst essen, auch beachten würden“, erklärt die 36-Jährige. Es gebe kalt gepresste oder tiefgefrorene Futtermischungen, die den Umgang erleichterten und eine ausgewogene Nährstoffkombination ermöglichten. Das sei nämlich ein oft gehörtes Argument gegen alternative Futtermethoden, dass es zu Mangelerscheinungen kommen könne, weiß Nicole Brathal.
Ausgeglichener und lebendiger
Für ihre Luna habe sich die Rohernährung als richtig herausgestellt. „Sie ist ausgeglichener und lebendiger.“ Brathal ist überzeugt, dass ihren sechsjährigen Mischling durch diese Ernährung ein langes und gesundes Leben erwartet. Und wenn ein Tier auf einem getrockneten Hirschohr mit Fell herumknabbert, ist das vielleicht kein schöner Anblick, aber es ist gut für die Zähne und den Darm, meint Brathal. Es gebe aber durchaus Kunden, die nach etwas Getrocknetem zum Kauen für ihre Tiere fragen unter der Bedingung: „Ich möchte nicht sehen können, was es mal war.“
Katzen sind in der Natur Fleischfresser. Hat sie schon mal überlegt, vegan zu füttern? Davon hält Brathal nicht viel. Es gibt zwar Leckerlies und Kauknochen, die vegan sind, eine konsequent vegane Ernährung hält sie aber für keine gute Idee: „Katzen noch mehr als Hunde sind Karnivoren, also Fleischfresser, und sollten demnach auch mit Fleisch gefüttert werden, weil ihr Verdauungssystem darauf ausgelegt ist.“
Außerdem: „Katzen trinken kaum. Sie nehmen Flüssigkeit mit der Nahrung auf. In der Natur ist das die Beute oder das rohe Fleisch.“ Weil ihr Körper so gebaut ist, argumentiert Brathal, sei roh und mit einem hohen Anteil von Fleisch die Nahrung, die sie am ehesten als artgerecht bezeichnen würde. Bei durchgebackenem Tierfutter arbeite der Darm nicht genug. Dass Tiere aggressiv werden, wenn man ihnen rohes Fleisch gibt, hält die 36-Jährige für ein Märchen.