San Francisco
Wie Elon Musk Donald Trump zurück ins Weiße Haus bringen kann
Elon Musk untermauert die alte Volksweisheit: Geld regiert die Welt. Gut möglich, dass der reichste Mann der Welt dank Twitter bald die Politik der USA nach seinen Wünschen steuert.
Elon Musk gibt Rätsel auf. Immer mehr stellen sich zwei Fragen: Welches Ziel verfolgt der reichste Mensch der Welt und wer soll ihn überhaupt noch stoppen?
Weil dem Multi-Milliardär die Spielregeln auf Twitter nicht gefallen, will er das Unternehmen kurzerhand für rund 41 Milliarden Dollar kaufen, von der Börse nehmen und anschließend nach seinen Wünschen verändern. Das klingt nicht nur arrogant, diese Übernahme könnte eine enorme Tragweite für die Weltpolitik haben.
Twitter ist eine wichtige und mächtige Plattform. Elon Musk nutzt seine Macht über Twitter bereits seit Jahren aus. Er manipuliert Menschen und Märkte mit einzelnen Tweets. Seine mitunter kindischen Beiträge haben mehrfach Börsen- und Kryptowerte auf Berg- und Talfahrt geschickt – immer wieder auch zu seinem eigenen Vorteil oder dem seiner Unternehmen. Das kann auch in diesem Fall passieren: Sollte die Übernahme scheitern, könnte Musk seine Anteile mit sattem Gewinn verkaufen.
Mit seinen impulsiven Tweets macht er bei einem Millionenpublikum Stimmung für oder gegen Politiker und politische Entscheidungen. Der Tesla-Chef liebt die Provokation und die Macht gleichermaßen.
Allerdings kann Elon Musk selbst nicht US-Präsident werden, weil er nicht in den USA geboren wurde. Doch Musk ist nicht nur enorm reich, sondern auch schlau. Und er weiß, wie er auch ohne Amt die US-Politik entscheidend beeinflussen könnte: Mit einem Präsidenten, den Musk in der Hand hat - wie Donald Trump.
Musk war einer der wenigen Silicon-Valley-Stars, der öffentlich mit Trump zusammengearbeitet und ihn beraten hat.
Trump sehnt sich seit seiner Twitter-Sperre nach einer Rückkehr ins Rampenlicht. So Elon Musk die Übernahme tatsächlich gelingen sollte, darf ein Trump-Comeback auf Twitter als sicher angenommen werden. Das würde Trumps Chancen für einen Erfolg bei den Präsidentschaftswahlen 2024 stark erhöhen. Denn bis dahin könnte der Republikaner entfesselt schreiben, was immer er möchte; und das ohne Sorge vor einer erneuten Sperre, denn Musk und Trump teilen das schräge Verständnis von Meinungsfreiheit, bei dem jeder einfach alles zu und über jeden sagen darf.
Und Musk weiß, dass Trump seine Gönner bevorzugt behandelt. Politische Gefallen sind für den Republikaner kein Problem, frei nach dem Motto: Eine Hand wäscht die andere. Und wenn Trump am Ende doch nicht kandidieren sollte, was eine Überraschung wäre, dann doch ein von Trump handverlesener jüngerer Kandidat, der auf Linie ist und bleibt.
Sicherlich: Nichts von dem muss so kommen. Doch unwahrscheinlich ist dieses Szenario nicht. Besorgniserregend ist es allemal.