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Sieben Gründe, warum Ostern besser als Weihnachten ist

Julia Wadle
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Von Julia Wadle
| 13.04.2022 06:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ob zum Streicheln, aus Schokolade zum Essen oder als Deko: Hasen sind an Ostern omnipräsent. Trotzdem sieht man sich an ihnen nicht so schnell satt wie am Weihnachtsmann, der ab Oktober an jeder Straßenecke lauert (Symbolbild). Foto: Unsplash/Gary Bendig
Ob zum Streicheln, aus Schokolade zum Essen oder als Deko: Hasen sind an Ostern omnipräsent. Trotzdem sieht man sich an ihnen nicht so schnell satt wie am Weihnachtsmann, der ab Oktober an jeder Straßenecke lauert (Symbolbild). Foto: Unsplash/Gary Bendig
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Vergiss Weihnachten, Silvester und Halloween: Warum Ostern das mit Abstand beste Fest des Jahres ist und wir es vollkommen zu Unrecht übersehen.

In diesem Artikel erfährst Du:

Ich bin alles andere als ein Grinch: Ich liebe es, Adventskalender zu basteln, auf Weihnachtsmärkten zu viel Glühwein mit Amaretto zu trinken und die kitschigen Weihnachtsfilme auf Netflix anzusehen, die überraschend oft Vanessa Hudgens in der Hauptrolle haben. So weit, so basic. Doch wenn wir ehrlich sind: Weihnachten bedeutet Planung, wer mit wem feiert, Stress, wann wo was mit wem geschenkt wird – und am Ende fließen trotz aller Planung die Tränen, weil man Familienmitglieder nicht steuern kann wie Sims.

So wunderbar Weihnachten ist, so überfrachtet mit Traditionen und Erwartungen ist das Fest. Eine Last, die das Osterfest nicht tragen muss. Und genau deswegen ist Ostern so viel besser.

Hier kommen sieben Gründe, warum wir Ostern nicht unterschätzen dürfen:

2021 wird aus vielen Gründen als richtig mieses Jahr in die Geschichte eingehen. Nicht mal Weihnachten blieb uns als Verschnaufpause: Der 24. Dezember fiel auf einen Freitag und die Feiertage entsprechend auf das Wochenende. Ostern garantiert dagegen vier Tage ohne Arbeit: Karfreitag und Ostermontag als an Wochentage gebundene Feiertage sei Dank. Eine Auszeit, in der sich ein Kurztrip zur Familie, Freunden oder in die Natur wirklich lohnt.

Von weißen Weihnachten träumen wir jedes Jahr – und werden enttäuscht. Stattdessen feiern wir im nass-grauen deutschen Winter und müssen uns mit Lichterglanz von der Trostlosigkeit draußen ablenken. An Ostern haben wir dagegen die Chance auf einen warmen Frühlingstag, an dem man auf dem Balkon oder im Garten wahlweise Aperol, Eis oder das erste Grillgut der Saison genießt. Es ist wieder länger hell, die ersten Blumen sind zu sehen – und ein Spaziergang nicht bloß Pflicht zum Verdauen, sondern ein Vergnügen.

In der Vorweihnachtszeit verklären wir viele Dinge; doch bei keiner driften Wahrheit und Wunsch so weit auseinander wie beim Backen. In viel zu engen Küchen versuchen wir aus tonnenweise Zutaten kiloweise Plätzchen zu machen. Während es meistens damit endet, dass einer kommandiert und die Anderen Schaum aufschlagen, Kuvertüre schmelzen und Teig kneten müssen, merken wir, warum die Backsachen den Rest des Jahres im Schrank bleiben.

Ganz anders beim Ostereierfärben: Statt Massenproduktion färben oder bemalen wir liebevoll Einzelstücke. Vom Kleinkind bis zum Opa kann jeder mitmachen. Die Farben gibt es überall für kleines Geld – kein Vergleich zur Jagd nach Vanilleschoten für die Weihnachtsbäckerei.

Hier gibt es Inspiration für die Ostereier-Werkstatt:

„Dieses Jahr schenken wir uns nur was Kleines, ja?“ – bespricht man jedes Jahr vor Weihnachten, hält sich aber eh keine dran. Stattdessen sieht der Hausflur bald aus wie ein Warenlager von Amazon, weil der Konsumterror zuschlägt.

Und auch hier schont Ostern wieder Geldbeutel und Nerven. Keiner erwartet am Ostersonntag eine Spielekonsole oder Küchenmaschine. Wenn man sich in der Familie überhaupt etwas schenkt, dann kleine Aufmerksamkeiten wie ein Brettspiel, Buch oder eine Badebombe. Dazu ein kleines Osternest mit bemalten Eiern und ein bisschen Schokolade - und alle sind mit dem Osterhasen zufrieden.

Zwischen den Jahren klagen alle im Büro und Freundeskreis, dass die Jeans nach Lebkuchen, Klößen und Stollen enger ist. Den Satz „Puh, an Ostern habe ich mich total überfuttert“ hört man dagegen nicht. Warum? Statt einer mehrere Tage andauernden Fresserei gibt es an Ostern kaum Erwartungen, was das Essen angeht. Ob ein Brunch, den ersten Spargel des Jahres, Erdbeertorte oder Eierlikör-Shots mit Oma: All das sprengt den Hosenbund nicht. An Ostern genießen wir entspannter und leichter. Zumal ein Festmahl nach der Fastenzeit besser schmeckt als nach der Vorweihnachts-Völlerei.

Der Baum muss noch geschmückt werden, Last-Minute-Geschenke besorgt und verpackt werden, die Krippe aufgebaut und Oma vom Bahnhof abgeholt werden – Heiligabendvormittag ist ein Synonym für Stress. Das einzige Drama am Vormittag des Ostersonntags: Wie viele Ostereier kann ich vor dem Mittagessen essen? Es ist Sonntag, alles hat zu und man genießt zu Hause den Feiertag. Wie friedlich.

Der Weihnachtsmann und der Osterhase sind populärer als die Geburt und die Auferstehung des Sohn Gottes, denen wir die freien Tage verdanken. Ostern ist für gläubige Christen das wichtigste Fest des Jahres, die Auferstehung Jesu Christi einer der zentralen Aspekte des Glaubens. Zehntausende Christen reisen für den Ostersegen des Papsts jedes Jahr nach Rom. Allen anderen bleibt die Ostermesse vor Ort oder im Fernsehen – und eine hasenlastige Osterdeko. Immerhin ist die in der Regel weniger schrill, kitschig und opulent als Weihnachts-Deko.

Falls Du unsicher bist, was Christen an Ostern feiern, findest Du im Video alle Antworten:

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