Rettungsdienst
Entscheidung ist gefallen: Das DRK in Leer wird umziehen
Vor vier Jahren hat der DRK-Kreisverband Leer ein neues Gebäude gekauft. Eigentlich sollte dort die neue Rettungswache einziehen. Das klappte nicht. Jetzt gibt es eine neue Lösung.
Leer - Beinahe vier Jahre ist es her, dass der Leeraner Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) das ehemalige „Lichtkraft-Nord“-Gebäude in Nüttermoor gekauft hat. Jetzt scheint festzustehen, was dort passieren soll. Im Juni 2018 ging der Vorsitzende Bernhard Bramlage noch davon aus, dass dort Ende 2019 eine neue Rettungswache eingerichtet wird. Am alten Standort, hinter dem Gebäude des Kreisverbandes an der Heisfelder Straße, war es schon lange zu eng geworden – sowohl für das Personal als auch für die Fahrzeuge.
Nach dem Kauf des Gebäude am Nüttermoorer Sieltief tat sich aber lange nichts. Nur die Rettungsschule zog in die neue Unterkunft ein. In Sachen neuer Rettungswache jedoch ging es nicht vorwärts. DRK, der Landkreis Leer als Träger des Rettungsdienstes, und die Krankenkassen als Kostenträgerinnen könnten sich nicht über ein angemessenes und wirtschaftliches Raumkonzept einigen, hieß es zwischenzeitlich.
Verhandlungen stockten
Die Verhandlungen gerieten dauerhaft ins Stocken. Spätestens seit dem vergangenen Oktober ist das Thema Rettungswache am Standort Nüttermoor ganz vom Tisch: Der Kreisausschuss entschied, dass die neue Rettungswache beim Klinikum eingerichtet wird. Das Klinikum wird in den nächsten Jahren erweitern. In diesem Zuge wird auch die neue Rettungswache gebaut. Bis zum Umzug werde noch etwas Zeit vergehen, sagt Bramlage. Er könne sich vorstellen, dass es im Jahr 2024 so weit sein werde. Was den Bau angeht, hat er ein gutes Gefühl. „Unser Eindruck ist, dass das mit der nötigen Ernsthaftigkeit geschieht.“
Für das DRK blieb nun allerdings die Frage: Was passiert mit dem neuen Gebäude? Man habe zwei Alternativen geprüft, teilt Tanja Schäfers, Geschäftsführerin des DRK-Kreisverbandes, mit: den Verkauf des Gebäudes und den schrittweisen Umzug des Kreisverbandes mit der Verlagerung aller Aufgaben vom bisherigen Standort an der Heisfelder Straße zum Nüttermoorer Sieltief. Die Entscheidung im Vorstand sei relativ leicht und einstimmig für den Umzug nach Nüttermoor gefallen, sagt Bernhard Bramlage, Präsident des DRK.
Gebäude und Gelände bieten viele Möglichkeiten
Mit vergleichsweise wenig Kosten könne der Bau dort den Bedürfnissen des DRK angepasst werden, so Bramlage. Zudem gebe es Platz genug, um noch anzubauen, wenn das nötig werden sollte. Auch das große Außengelände komme dem DRK gelegen. Wenn bisher beispielsweise nach einem Einsatz oder einer Aktion Zelte oder anderes Gerät gereinigt oder getrocknet werden mussten, sei das unter den bisherigen Bedingungen eine echte Herausforderung gewesen.
Eine Herausforderung ist auch, das jetzige Domizil den Bestimmungen für eine Rettungswache anzupassen. Die „Unfallversicherung Bund und Bahn“ (UVB) hatte dem Gebäude „massive Brandschutzmängel“ und „unzureichende Fluchtmöglichkeiten“ attestiert. Man habe begonnen, die Mängel abzustellen, sagt Tanja Schäfers. „Von der Beschlusslage ist alles auf dem Weg.“ Nun warte man, dass die benötigten Teile geliefert und eingebaut würden. Das nehme aktuell allerdings mehr Zeit in Anspruch als das vor einigen Jahren noch der Fall gewesen wäre.
Außerdem seien zwei Container bestellt worden. Mit deren Hilfe wolle man zum einen zusätzliche Aufenthaltsräume für das Personal schaffen, zum anderen eine so genannte Schwarz-Weiß-Trennung möglich machen. Darunter versteht man, dass die verschmutzte Einsatzkleidung räumlich nicht mit sauberer Kleidung in Kontakt kommt.