Kultur

Gäste aus ganz Europa kommen zum Orgelfrühling

| 20.04.2022 12:15 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Krummhörner Orgelfrühling soll in diesem Jahr wieder in Uttum eröffnet werden. Das Bild zeigt den Organist Lorenzo Ghielmi aus Mailand zusammen mit dem Vokal-Ensemble Corona Harmonica bei einer früheren Veranstaltung. Foto: Archiv
Der Krummhörner Orgelfrühling soll in diesem Jahr wieder in Uttum eröffnet werden. Das Bild zeigt den Organist Lorenzo Ghielmi aus Mailand zusammen mit dem Vokal-Ensemble Corona Harmonica bei einer früheren Veranstaltung. Foto: Archiv
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In der Krummhörn findet nach zwei Jahren Pause wieder der Orgelfrühling statt. Mit dem Eröffnungskonzert wird eine für den Orgelbau wichtige Person gewürdigt.

Krummhörn / HEI - Nun, mit einer „leichten“ Verspätung, soll er noch einmal besonders geehrt werden: Orgelbauer Jürgen Ahrend. Ahrend feiert Ende April seinen 92. Geburtstag. Das Eröffnungskonzert des Krummhörner Orgelfrühlings am 3. Mai ist ihm gewidmet. Ihm zu Ehren kommt das Berliner Ensemble Capella de la Torre nach Uttum. Geplant war das besondere Konzert bereits für 2020, als Ahrend seinen 90. Geburtstag hatte. Wegen der Pandemie musste das besondere Konzert um zwei Jahre verschoben weren.

Nach zwei Jahren Pause richtet der Synodalverband Nördliches Ostfriesland der evangelisch-reformierten Kirche nun zum 19. Mal den Krummhörner Orgelfrühling aus. Im Wesentlichen greifen die Organisatoren auf das Programm zurück, das ursprünglich für 2020 angedacht war. Leiter Siek Postma hofft, dass Corona nicht noch einmal alles verhindert. Vom 3. bis zum 8. Mai sollen in der Krummhörn die Orgeln wieder klingen dürfen, sollen besondere Konzerte in besonderen Häusern Zuhörer und -hörerinnen erfreuen.

Gäste kommen aus ganz Europa

Der Hunger nach Kultur ist groß, weiß Postma, der in Jennelt auch Pastor ist. Er berichtet von ersten Anfragen aus dem Bundesgebiet und aus der Schweiz. „50 bis 60 Prozent der Karten werden schon im Vorverkauf erworben“, sagt er und erzählt von vielen Interessierten, die ihren Urlaub extra in diese Zeit legen und sich hier einmieten, weil sie von weither anreisen. Aus verschiedenen Ecken Deutschlands, aber eben auch aus der Schweiz, aus Österreich, Belgien und den Niederlanden kommen die Besucher.

So wie es ein treues Publikum gibt, gibt es auch Musiker und Musikerinnen, die sich den Krummhörner Orgelfrühling – wenn nicht gerade Pandemiezeit ist – Jahr für Jahr rot im Kalender markieren. So wie das Ensemble Capella de la Torre. „Die haben uns schon über Jahre begleitet“, sagt Postma. Das Berliner Ensemble, bekannt für Musik aus dem 14. bis 17. Jahrhundert und mehrfach ausgezeichnet, kommt mit Sopranistin Margaret Hunter und ist unter der bewährten Leitung von Katharina Bäuml.

Bekannte und neue Künstler

Auch andere Künstler sind schon mehrfach in der Krummhörn aufgetreten. Sie kennen die Gegebenheiten und kennen die Orgeln vor Ort. Mit dabei sind Léon Berben, der am Mittwoch, 4. Mai, in Rysum spielt, sowie Sietze de Vries, der am Freitag, 6. Mai, in Groothusen auftreten wird. Neu dabei ist Christoph Morath aus Erlangen. Er gastiert am Donnerstag, 5. Mai, in Westerhusen. Morath ist selbst Gründer von Orgeltagen in seiner Heimat. Der Kirchenmusiker und Pfarrer ist auch als Dozent an der Hochschule für Kirchenmusik in Würzburg tätig. In Westerhusen wird zudem der Pilsumer Handglockenchor der Ländlichen Akademie Krummhörn unter der Leitung von Hans-Jürgen Tabel auftreten.

Möglicherweise ungewohnte Klänge werden am Sonnabend, 7. Mai, im Nachtkonzert in Jennelt erklingen. Ab 21 Uhr laden Matthias Haarmann an der Orgel und Percussionist Boris Becker ein, eine Kombination, die Postma „besonders reizvoll“ findet. Zum Abschluss am Sonntag, 8. Mai, ist für 10.15 Uhr ein Festgottesdienst in Manslagt vorgesehen und schließlich das Abschlusskonzert in Eilsum ab 17 Uhr. Dorthin laden die Roden Girl Choristers, ein Chor junger Frauen und Mädchen im Alter von acht bis 18 aus den Niederlanden unter der Leitung von Sonja de Vries, ein, begleitet von Sietze de Vries an der Orgel.

Kein Rahmenprogramm

Die Eintrittskarten für die Konzerte kosten 15 Euro. Karten gibt es an der Abendkasse, können im Vorverkauf, aber auch bei der Touristik-GmbH in Greetsiel und Pewsum geordert werden oder bei Pastor Siek Postma vorbestellt unter der Telefonnummer 04923/7426.

Auf das sonst im Rahmen des Krummhörner Orgelfrühlings übliche Rahmenprogramm verzichte man in diesem Jahr, sagt Postma, um nicht zu viele Menschen geballt zu einer Zeit in die Krummhörn zu holen. Dafür sind im Juni zusätzliche Veranstaltungen geplant – vorgesehen ist ein „Orgelfrühling mit jungen Leuten“ am 18. Juni in Jennelt sowie eine „Ostfriesische Orgelreise“ nach Middels, Funnix und Remels am 30. Juni.

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