Tiere
Bunder Mühlen-Maskottchen wurde Opfer einer Beißattacke
Die Dalmatiner-Hündin Maja gehört zur Bunder Mühle wie der Müller Dieter Hunken selbst. Bei einer Beißattacke wurde sie schwer verletzt. Wenn der Hundebesitzer ermittelt wird, könnte das Folgen haben.
Bunde - Die beiden Dalmatiner sind so etwas wie Maskottchen. Apollo und Maja gehören zur Bunder Mühle dazu wie der Müller Dieter Hunken selbst. Apollo musste im Januar nach langer Krankheit eingeschläfert werden. Hunken und seine Lebensgefährtin Evelyn Klotzer hatten den Tod des Rüden immer noch nicht überwunden, da mussten sie auch um Majas Leben bangen. Apollos 13-jährige Schwester wurde in Bunde Opfer einer Beißattacke.
Was und warum
Darum geht es: Die Hündin Maja von Dieter Hunken und seiner Lebensgefährtin Evelyn Klotzer wurde beim Gassigehen von einem aggressiven Hund angegriffen und schwer verletzt.
Vor allem interessant für: Einwohner von Bunde mit und ohne Hund sowie Hundebesitzer
Deshalb berichten wir: Ein Leser hat uns über einen Beißvorfall in Bunde informiert, denn der Besitzer des aggressiven Hundes konnte noch nicht ermittelt werden. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Am 1. April ging Hunken seine gewohnte Gassi-Runde mit Maja. Am Bahndamm passierten ihn drei Spaziergänger, die mit ihren Hunden unterwegs waren: „Ein Mann mit gelber Jacke und einem großen, weißen Hund und zwei Frauen mit zwei etwas kleineren Hunden.“ Als Hunken auf dem Rückweg in Höhe des Wiemannshofs war, hörte er plötzlich Geschrei. „Wie aus dem Nichts kam der weiße Hund aus dem Gebüsch und griff Maja an.“ Das Tier hatte sich offenbar von seinem Besitzer losgerissen. „Die Leine schleifte hinterher und der Hund war völlig außer sich.“ Der Mann sei herbeigeeilt und habe sich auf sein Tier gestürzt und mit ihm gerungen, um weitere Bisse zu verhindern.
Bisswunden unter Vollnarkose genäht
„Ich war völlig geschockt“, sagt Hunken. Der Angriff sei nach seinen Worten aus völlig heiterem Himmel erfolgt. Schließlich waren sich die Tiere auf dem Hinweg schon einmal begegnet, ohne Hinweis auf aggressives Verhalten. Er habe sich sofort bemüht, Maja aus der „Gefahrenzone“ zu bringen, und sei mit der humpelnden Hündin nach Hause gegangen. Wie tief die Bisswunden waren, sei erst dort deutlich geworden. „Wir sind sofort zum Tierarzt gefahren.“ Dort musste Maja in Narkose gelegt werden, um die Verletzungen versorgen und die Wunden nähen zu können. Dieter Hunken erlebte bange Stunden, weil die mit ihren 13 Jahren schon etwas betagte Hündin einfach nicht wieder aufwachte. „Erst nach eineinhalb Stunden kam sie wieder zu sich“, erzählt er.
Inzwischen hat sich die Dalmatiner-Dame erholt. Hunken ist aber immer noch verärgert, dass der Besitzer des Hundes sich noch nicht einmal erkundigt hat, ob Maja verletzt ist, geschweige denn sich um den Schaden gekümmert hat. „Wer weiß, vielleicht stand er selbst unter Schock oder ist selbst von seinem Hund gebissen worden, als er versucht hat, ihn von Maja abzuhalten“, wägt Hunken ab. Dennoch hat er mit seiner Lebensgefährtin Anzeige erstattet. Doch bislang konnte der Besitzer des großen weißen Hundes noch nicht ermittelt werden.
16 „gefährliche Hunde“ im Landkreis
„Beißvorfälle kommen in Bunde immer wieder vor“, weiß Gerhard Janßen. Der Polizeibeamte sitzt für die CDU im Gemeinderat und arbeitet bei der Polizeistation in seinem Heimatort. Viele Leute würden aufs Land ziehen, weil sie hier Hunde eher halten können als in der Stadt. „Man muss einen Hund auch erziehen können“, findet der Polizeibeamte. Er persönlich halte es für richtig, dass die Gemeinde hart durchgreife, wenn es Probleme gebe. Und das ist offenbar gar nicht so selten. „Zwei bis fünf Beißvorfälle werden jährlich bei uns gemeldet“, sagt Bürgermeister Uwe Sap. In Bunde müssten Besitzer derzeit für 980 Hunde Steuern zahlen. „Ein Hund aus der Gemeinde Bunde ist aktuell als gefährlich eingestuft“, berichtet Sap weiter. Die Gefährlichkeit eines Hundes werde bei Bedarf rasseunabhängig vom Veterinäramt ermittelt.
„Aktuell sind im Landkreis Leer 16 Hunde als gefährlich eingestuft“, teilt Landkreissprecher Jens Gerdes auf Nachfrage mit. Gibt es Hinweise, dass von einem Hunde eine Gefahr ausgeht, – zum Beispiel wenn Menschen oder Tiere gebissen wurden – nimmt eine amtliche Tierärztin oder ein Tierarzt eine Prüfung und Begutachtung vor, das kann auch die Haltung des Hundes umfassen.
Wird dabei festgestellt, dass von dem Hund eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgeht, wird er als gefährlich eingestuft. Um einen solchen Hund halten zu dürfen, brauchen die Halter eine Genehmigung. Der Besitzer muss dazu beispielsweise einen Sachkundenachweis erbringen und der Hund wird einem Wesenstest unterzogen. Auch wenn die Erlaubnis erteilt wurde, kann die Behörde verschiedene Maßnahmen anordnen, um Gefahren für die Allgemeinheit auszuschließen. Die Hundebesitzer werden in solchen Fällen dazu verpflichtet, ihr Grundstück ausbruchsicher einzuzäunen. Weitere Maßnahmen können sein, dass der Hund nur noch mit Leine oder mit einem Maulkorb Gassigehen darf.