Verkehrssicherheit 2021

Weniger Tote und Verletzte, aber andere Zahlen steigen

Vera Vogt
|
Von Vera Vogt
| 08.04.2022 17:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bei einem schweren Unfall im Rheiderland 2021 waren Rettungshubschrauber im Einsatz. Insgesamt sind weniger Menschen im Bereich der Polizeiinspektion Leer/Emden bei Verkehrsunfällen verletzt oder getötet worden. Foto: Wolters/Archiv
Bei einem schweren Unfall im Rheiderland 2021 waren Rettungshubschrauber im Einsatz. Insgesamt sind weniger Menschen im Bereich der Polizeiinspektion Leer/Emden bei Verkehrsunfällen verletzt oder getötet worden. Foto: Wolters/Archiv
Artikel teilen:

Die Zahl der Toten und Verletzten bei Verkehrsunfällen im Kreis Leer und Emden sind 2021 gesunken. Andere Zahlen steigen leider. Die Gründe für Unfälle bleiben die gleichen.

Landkreis Leer - Es ist eine Nachricht, die man gerne hört: 2021 sind insgesamt weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen oder verletzt worden als im Vorjahr. Das geht aus der Verkehrsunfall-Statistik hervor, die die Polizeiinspektion Leer/Emden frisch herausgegeben hat. Die nackten Zahlen sehen so aus: Im vergangenen Jahr sind sechs Menschen bei Unfällen getötet worden (zwei in der Stadt Leer, vier in Moormerland, Uplengen, Hesel und Jümme). 2020 und 2019 waren es elf, 2018 zwölf.

Was und warum

Darum geht es: Im vergangenen Jahr kamen weniger Menschen bei Verkehrsunfällen im Kreis Leer und Emden ums Leben. Es waren zwar mehr Leute in Unfälle verwickelt, es verletzten sich gleichzeitig aber weniger. Aufatmen bei der Polizei: Gerade Kinder kamen 2021 im Verkehr seltener zu Schaden.

Vor allem interessant für: Jeden, der am Verkehr teilnimmt

Deshalb berichten wir: Die Statistik ist frisch herausgekommen.

Die Autorin erreichen Sie unter: v.vogt@zgo.de

Es sind zwar 378 Menschen mehr als 2020 in Unfälle verwickelt gewesen, von den 6217 Personen verletzten sich aber glücklicherweise weniger: Die Zahl der Leichtverletzten ging ebenso zurück (minus 41 auf 772), wie die der Schwerverletzten (minus 15 auf 133). „Vor allem weniger junge Menschen“ seien verletzt oder gar getötet worden, das lasse aufatmen, wird Frida Sander, Leiterin des Einsatzes der Polizei, zitiert. Wegen des Home-Schoolings seien allerdings auch weniger Kinder unterwegs gewesen. Die meisten Menschen kamen in Moormerland, Uplengen, Hesel und Jümme zu Schaden (207). Die 200er-Marke riss das Oberledingerland ebenfalls knapp (201), in der Stadt Leer blieb die Anzahl mit 196 Verletzten knapp darunter. In der Stadt Emden verletzten sich 120 Personen. Auf den Autobahnen 28, 31 und 280 gab es 81 Verletzte, im Rheiderland 74 und auf Borkum elf.

Mehr Unfälle als in 2020

Nicht nur mehr Personen waren in die Unglücke verwickelt, es krachte auch häufiger. Mit 3802 Unfällen registrierten die Beamten rund 230 mehr als im Jahr davor. Allerdings war 2020 auch ein Tiefpunkt in der Statistik erreicht. „Eine Zunahme von Verkehrsunfällen im Jahr 2021 ist natürlich nicht erfreulich“, wird Thomas Memering, Leiter der Polizei Leer/Emden zitiert.

Man müsse aber berücksichtigen, dass es im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie weniger auf den Straßen los gewesen sei. „Viele Menschen arbeiteten im Home-Office, Kinder waren über längere Zeiträume vom Unterricht befreit und die Bevölkerung musste ihre Kontakte weitgehend reduzieren“, erläutert der Polizei-Chef. In der Vor-Corona-Zeit wurden trotzdem noch deutlich mehr Unfälle registriert. Im Vergleich zu 2018 sind rund 500 Unfälle weniger von der Polizei aufgenommen worden, rund 430 Unfälle weniger als 2019.

Abstand, Vorfahrt und Rausch

Weiterhin gibt es die „Klassiker“ der Unfallursachen: Die Nummer eins ist, dass die Leute zu nah auffahren. 2021 führte der mangelnde Sicherheitsabstand zu 523 Verkehrsunfällen – doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Die zweithäufigste Ursache ist das Rasen. 254 Verkehrsunfälle wurden aufgenommen, in denen eine nicht angepasste Geschwindigkeit der Grund war. Es sind rund ein Drittel mehr als 2020.

Regelungen wie „Rechts vor links“ scheinen nicht jedem in Fleisch und Blut übergegangen, vielleicht waren es auch kurze Unachtsamkeiten. Jedenfalls sind Vorfahrts- oder Vorrangsverletzungen die Ursache für 352 Kollisionen (ein Viertel mehr als 2020). Auch Drogen- und Alkoholeinfluss führten zu 89 Unfällen. Diese Zahl hat sich zum Jahr zuvor kaum gewandelt.

Kinder, junge Erwachsene und Senioren

Rund 6200 Personen waren im vergangenen Jahr in Unfälle verwickelt, wie die Polizei in ihrer Statistik festgehalten hat. Dabei gibt es Personengruppen, bei denen die Gefahr besonders hoch ist. Diese sogenannten „Risikogruppen“ sind Kinder bis 14 Jahre, junge Erwachsene von 18 bis 24 Jahren und Seniorinnen und Senioren ab 65. Sie seien laut Polizei besonders schützbedürftig, gefährdet oder gefährdend.

„Zum Aufatmen aller“ sei laut Polizei 2021 kein Kind tödlich verletzt worden. Insgesamt wurden 23 weniger Kinder verletzt. Junge Erwachsene gehörten 2021 fast genauso häufig zu den Verletzten im Verkehr wie im Jahr davor. Der Grund blieb auch derselbe: überhöhte Geschwindigkeit. Senioren werden statistisch gesehen eher wegen Fehlern beim Wenden oder Abbiegen beziehungsweise wegen Vorfahrtsverstößen in Unfälle verwickelt. Dabei machten sie einen größeren Teil der Verletzten aus.

Ähnliche Artikel