Osnabrück

Sebastian Fitzek erklärt im Interview, wie ein Thriller lustig sein kann 

Sven Stahmann
|
Von Sven Stahmann
| 07.04.2022 13:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 16 Minuten
Für Sebastian Fitzek sind und waren Bücher immer schon eine willkommene Insel. Foto: Marcus Höhn
Für Sebastian Fitzek sind und waren Bücher immer schon eine willkommene Insel. Foto: Marcus Höhn
Artikel teilen:

Sebastian Fitzek ist der erfolgreichste Thriller-Autor Deutschlands. Im Interview erklärt er, wieso er sein neues Buch „Schreib oder stirb“ zusammen mit Micky Beisenherz geschrieben hat und was von ihm selbst in den Charakteren steckt.

Thriller-Autor Sebastian Fitzek schreibt seit über 15 Jahren erfolgreich Bücher. Sein neustes Werk „Schreib oder stirb“ hat er zusammen mit Autor und Moderator Micky Beisenherz geschrieben. Im Video-Interview erzählt er uns, was an dem neuen Buch so besonders ist und in welchem Charakter er selbst steckt. Außerdem beichtet Fitzek, dass er nicht mal ein Spiegelei braten kann.

Micky Beisenherz und Sebastian Fitzek haben zusammen einen lustigen Thriller geschrieben:

Frage: Herr Fitzek, die Müllabfuhr hat sich mal bei Ihnen über Windeln in Ihrer Mülltonne beschwert. Warum?

Antwort: (lacht) Als drei meiner Kinder gleichzeitig Windeln brauchten, haben wir alle Windeln in eine einzige Mülltonne geworfen. Die Müllabfuhr hat dann tatsächlich mal bei uns geklingelt, weil die Mülltonnen zu schwer waren.

Frage: Wofür denn zu schwer? Normalerweise muss man die doch nur ziehen.

Antwort: Die Mülltonne hing auf einer Vorrichtung hinter der Tür einer Kieselwaschbeton-Box. Und sie haben die nicht runtergekriegt. Ich sollte die Mülltonne also selber abhängen – ansonsten hätten sie sie beim nächsten Mal hängen lassen. Ich bin jetzt auch nicht der Stärkste. Also habe ich dann die Windeln auf mehrere Mülltonnen verteilt und die dann auch schon abgehängt, bevor die Müllabfuhr kam.

Frage: Eines ihrer vier Kinder war eine Frühgeburt. Seitdem setzen Sie sich als Schirmherr für den Verband „Das frühgeborene Kind“ ein. Was hat sich damals bei Ihnen so eingebrannt, dass Sie sich sagten: Ich muss was tun?

Antwort: Ich bin damals gefragt worden, ob ich mich dafür einsetzen will. Vorher wusste ich gar nicht, dass es so eine Organisation gibt. Mir wurde erst während dieser Erfahrung klar, was für eine große Patientengruppe die sogenannten Frühchen waren. Es gab damals 60.000, Tendenz steigend. Das heißt, es ist die größte kindliche Patientengruppe. Da ist mir klargeworden, dass wir extremes Glück hatten. Wir waren einfach zur richtigen Zeit im richtigen Krankenhaus und hatten die richtigen Schwestern und Pfleger – die mindestens genauso wichtig sind, wie die Ärztinnen und Ärzte.

Frage: Bei Ihnen ist dann alles positiv ausgegangen.

Antwort: Ja, aber es hätte auch ganz anders ausgehen können. Es war reines Glück. Aber das Leben eines Kindes darf nicht von Glück abhängen. Wir und Felix sind mit einem blauen Auge davongekommen. Und ich dachte, dass ich unsere Erfahrungen weitergeben kann, damit andere die richtigen Entscheidungen schon im Vorfeld treffen können. Denn das Leben eines Frühchens hängt immer am seidenen Faden.

Frage: Auch in Ihren Büchern thematisieren Sie immer wieder wichtige Themen, auf die Sie aufmerksam machen wollen. Kann man als Romanautor die Welt besser machen?

Antwort: Ich glaube, dass genau das auch ein Grund ist, weshalb ich das Schreiben so liebe. Das Unrealistische ist ja eigentlich, dass vermisste Personen am Ende doch noch auftauchen oder dass sich Menschen aus schwierigen Situationen befreien. Und ich habe als Autor die Möglichkeit, das Ganze zu einem guten Ende zu führen. Schlagzeilen, die mich bewegen, geraten irgendwann auch in Vergessenheit – wie bei den bekannten Fällen Maddie, Inga oder Peggy auch – aber bei jemandem wie mir als Familienvater eben nicht. Und ich habe beim Schreiben die Möglichkeit, die Realität etwas abzumildern. Das hilft zwar den Betroffenen nicht, aber es ist für mich notwendig und wichtig, dass ich diese Dinge bearbeite und ihnen eine Struktur gebe. Also: Ja, das ist ein Antrieb.

Frage: Von Kritikern werden Ihre Bücher dennoch auch mal als „Kloake“ bezeichnet. Wie gehen Sie mit Kritiken um? Lesen Sie die überhaupt?

Antwort: Nein, die negativen als auch die positiven nicht. Ich höre davon immer nur in Interviews. Ich habe mich irgendwann dazu entschieden, Dinge zu produzieren, die andere kritisieren können – und das ist auch ihr gutes Recht – aber, wenn ich meine Zeit damit verbringen würde, alles, was über mich geschrieben oder gesagt wird, zu lesen oder zu hören, dann wäre ich kaum noch handlungsfähig. Aber dafür liebe ich es zu sehr, zu schreiben. Und ich halte es dann auch mit dem Zitat von Thomas Gottschalk, der mal gesagt hat: „Ihr könnt mich kritisieren, wie ihr wollt – ich kann´s einfach nicht besser.“

Frage: Sie haben einmal gesagt, dass Sie es toll finden, wenn Ihre Bücher ein Teil der Leben da draußen sind. Beispielsweise hat sich Bob-Pilot Johannes Ludwig vor seiner Goldmedaillen-Fahrt bei den Olympischen Winterspielen in Peking mit einem Thriller von Ihnen beruhigt. Gibt es ein anderes Beispiel, das Ihnen im Kopf geblieben ist, weil Sie es so schön oder bemerkenswert fanden?

Antwort: Da gibt es ganz, ganz viele. Ich lese die Briefe, die mich von Leserinnen und Lesern erreichen. Auch wenn da mal eine Kritik dabei sein kann. Einer der allerersten Briefe, an die ich mich erinnern kann, war von einer Lehrerin, die erwachsenen Analphabeten das Lesen beibrachte. Sie hat gesagt, dass sie anfangs keinen Zugang zu ihrer Klasse hatte. Und es gab einen Mann, der ganz besonders schwierig war. Der Text „Die Katze sitzt auf‘m Baum. Wie kommt sie wieder runter?“ hat ihn überhaupt nicht interessiert. Daher hat sie ihn gefragt, was er denn gerne im Fernsehen schaut. Er sagte Psychothriller. Dann ist sie in die Buchhandlung gegangen und hat mein erstes Buch „Die Therapie“ gekauft. Die Klasse machte auf einmal gut mit. Doch kurze Zeit später war die Lehrerin zwei Wochen krank und nachdem sie zurück in der Schule war, verhielt sich der Problemschüler wieder so verschlossen und wollte nicht mehr weiterlesen. Sie hat ihn gefragt, was denn los sei. Daraufhin antwortete er, dass er das allererste Mal in seinem Leben in eine Buchhandlung gegangen sei, weil er unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Sie war ja krank und der Schüler hat das Buch dann alleine zuhause gelesen. Daran wollte die Lehrerin mich unbedingt teilhaben lassen.

Sebastian Fitzek freut sich auf Facebook, dass sein Buch den Bob-Piloten Johannes Ludwig vor den Olympischen Winterspielen beruhigen konnte:

Frage: Darüber können Sie sich dann natürlich freuen.

Antwort: Ja, ich habe mir im Vorfeld nie Gedanken darüber gemacht, dass Menschen meine Bücher zu einem ganz anderen Zweck nutzen könnten, als ich es jemals gedacht habe. Es gab auch mal ein Paar, dass durch meine Bücher zusammengekommen ist: Sie hatten eigentlich ein ganz schlimmes erstes Date, was sie dann auch abgebrochen hatten. Der Mann fragte die Frau, die mir dann geschrieben hat, ob sie ihn nicht zumindest zur Bushaltestelle bringen kann. Das hat sie gemacht. Auf dem Weg dahin fragte sie ihn, was er für Bücher lese. Er sagte: Die von Fitzek. Und sie dachte: Kann doch nicht sein, dass der Idiot die gleichen Bücher liest, wie ich. Und dann haben sie angefangen, sich darüber zu streiten, welches denn das beste Buch von mir ist. Letztendlich haben sie sich dann nochmal getroffen, um das zu diskutieren. Die Frau schrieb mir, dass sie heute mit diesem Mann verheiratet ist und die beiden zusammen zwei Kinder haben. Es ist natürlich sehr schön, ein Teil dieser Leben sein zu dürfen.

Frage: Ein anderer Leser schrieb Ihnen mal, dass er es nicht mag, wenn er bei Ihren Psychothrillern lachen muss. Sie sind sich aber schon bewusst, dass das bei Ihrem neuen Thriller „Schreib oder stirb“ öfter der Fall ist?

Antwort: (lächelt) Ich hoffe, dass es so ist. Ich habe es jetzt nicht immer beherzigt. Aber in manchem meiner Bücher ist schon mal eine komische Figur durchgeblitzt.

Frage: Warum?

Antwort: Das liegt wohl daran, dass ich beim Privatradio eigentlich als Comedy-Autor angefangen habe. Ich wollte vorher unbedingt was mit Musik machen, bin aber von allen Plattenfirmen abgelehnt worden. Aber dann hat immerhin ein Radiosender gesagt, dass ich dort anfangen dürfte. Zuerst allerdings als Gag-Autor. Ich hatte bis dahin aber noch nie Gags geschrieben. Daher habe ich mir damals – das war 1992 oder 1993 – Witzebücher gekauft. Das, was ich dann schrieb, war aber wirklich unlustig. Ich habe trotzdem ein Praktikum bekommen.

Frage: Und dann haben Sie das auch gemacht.

Antwort: Ja. Während dessen habe ich gemerkt, dass ich an den humorvollen Unterhaltungen im Radio Spaß hatte. So kam es, dass ich später doch noch irgendwann als Comedy-Autor Geld verdiente. Und ich dachte schon damals: „Wann immer ich mal ein Buch schreibe, wird es wahrscheinlich eher lustig.“ So ist es aber gar nicht gekommen. Hin und wieder kommt es nur durch.

Frage: Aber Sie haben das nun in ihrem neuen Buch umsetzen können.

Antwort: Das erste Mal hatte ich es schon in „Der erste letzte Tag“ umgesetzt, was nichts mit einem Thriller zu tun hatte.

Frage: Dass „Der erste letzte Tag“ kein Thriller ist, steht sogar auf dem Cover. Warum?

Antwort: Ich mag sowohl Leberwurst- als auch Honigbrötchen. Wenn ich in Gedanken mit der festen Überzeugung, in ein Honigbrötchen zu beißen, in eine Leberwurststulle beiße, dann kann aber die Stulle noch so gut geschmiert sein – sie wird mir nicht schmecken. Und wenn ich in der Erwartung eines Thrillers nach Spannung suche und mich beim Lachen erwische, ist das auch kein gutes Zeichen. Die Leserinnen und Leser sollen vorher die Entscheidung treffen können, was sie lesen. Sie sollen nicht die Katze im Sack kaufen.

Frage: Daher hebt sich auch das Cover bei „Schreib oder stirb“ etwas von den anderen ab?

Antwort: Das Cover und auch der Titel. Und zwar nicht nur, weil Micky Beisenherz mit draufsteht. Wir haben lange nach einem Namen für dieses Genre gesucht, haben aber keinen gefunden. Deshalb sagen wir, dass der Schwerpunkt ein Thriller ist, wir aber eine Hauptperson haben und ein Figurenpersonal, das für Lacher sorgen wird.

Frage: Wie kommt denn ein renommierter und erfolgreicher Autor dazu, sich für seinen neuen Roman einen Co-Autor zu suchen?

Antwort: Es ist wie bei einer Geschichte. Nach der suche ich ja auch nicht, sondern es gibt einen Impuls, der auf einmal da ist. Ein Thema schlummert unbewusst. Die Figuren ergeben sich. Das heißt, die Figuren an sich gibt es natürlich so nicht. Aber jede gute Lüge hat einen wahren Kern. Natürlich hat man einen kleinen Aspekt schon mal in der Wirklichkeit wahrgenommen. Und da dockt man dann an.

Frage: Wenn Sie sich ihn nicht ausgesucht haben – wie sind Sie dann auf Micky Beisenherz gestoßen?

Antwort: Es ist schon mindestens ein Jahrzehnt her, als wir das erste Mal miteinander zu tun hatten. Er hat damals etwas gemacht, was eigentlich in Berlin unmöglich ist: Er hat mich in seine Radiosendung eingeladen und wir haben zwei Stunden miteinander über meine Bücher gesprochen – ohne Musik … bei einem Musiksender. Das war ein super lustiges Interview und wir haben gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge sind. Schon damals haben wir gedacht, dass es doch möglich sein muss, dass wir unsere Kernkompetenzen Humor und Spannung irgendwie symbiotisch verbinden. Aber das war erstmal nur ein Lippenbekenntnis.

Frage: Und dann trennten sich die Wege erstmal?

Antwort: Nein, wir haben uns schon auch immer mal in den zehn Jahren gesehen. Und ich bin ein absoluter Fan von seiner Stern-Kolumne geworden. Ich wusste gar nicht, für wen Micky alles schreibt, aber im Stern habe ich gemerkt, dass er ja auch ernste Themen manchmal mit einem Augenzwinkern, manchmal mit einem Lachen, das einem im Halse stecken bleibt, verknüpfen kann.

Frage: So wie bei „Schreib oder stirb“ eben.

Antwort: Ja, ich hatte den ersten Entwurf schon fertig, bevor ich Micky anschrieb. Ich merkte nur schon beim Schreiben, dass die Figur doch sehr anders war, als bei meinen bisherigen Thrillern – die hatte einen ganz eigenen Sinn für Humor. Ich hatte also schon die Einfallstore definiert, bei denen Comedy und Humor hilfreich sein könnten. Den ersten groben Entwurf schickte ich ihm mit den Worten: „Pass mal auf. Vor zehn Jahren hast du gesagt, wir machen was zusammen. Jetzt kommst du nicht mehr raus aus der Nummer. Lies dir das mal durch. Meinst du, das wäre was, wo wir dran zusammenarbeiten können?“ Und er hat sich das durchgelesen und sagte: „Ja, super.“

Frage: Was waren dann seine Aufgaben, wenn der erste Entwurf schon stand?

Antwort: Er hat das Buch überarbeitet. Das war dann nicht nur so, dass er Gags eingefügt hat. Er hat alleine durch Bemerkungen und kleine Veränderungen und Hinweise auch an meiner Kernkompetenz gearbeitet und manchmal einen philosophischen Ansatz reingebracht. Und ich habe dann auch mal einen Gag reingebracht. Also es war jetzt keine strenge Arbeitsaufteilung, sondern es war am Ende fließend.

Frage: Ist es einfacher oder schwieriger, ein Buch zu zweit zu schreiben?

Antwort: Es wäre dann schwieriger, wenn zwei Personen dran sitzen, die sehr eitel sind und aus Prinzip meinen, dass ihre Idee die Bessere ist. Wir sind aber beide Teamarbeiter. Er arbeitet beim Fernsehen in einem Team, ich komme vom Radio und arbeite jetzt mit dem Lektorat auch im Team. Das hat die Zusammenarbeit mit Micky sehr einfach gemacht.

Frage: Sie haben vorhin gesagt, dass Sie nicht immer in den Rollen stecken. Ich hatte beim Lesen des neuen Buches dennoch manchmal das Gefühl, dass Sie selbst Teil der Hauptrolle sind, weil es – so viel darf man vorweg verraten – ja auch um die Veröffentlichung eines Buches geht.

Antwort: Ich stecke natürlich zu einem Teil dort drin. Das Tolle im Roman ist ja, dass ich der Figur das in den Mund legen kann, was ich persönlich geantwortet hätte. Außerdem hat der Hauptcharakter in „Schreib oder stirb“ etwas mit Büchern zu tun. Er kennt das Buchgeschäft in und auswendig. Und es kommen auch real existierende Personen vor, wie beispielsweise mein wahrer Agent Roman Hocke. Es ist auf jeden Fall spannend, weil die Geschichte nicht so an den Haaren herbeigezogen ist, wie man vielleicht denkt. Ein Agent und auch der Verlag selbst ist auch im realen Leben eine Art Seelsorger einer Autorin oder eines Autors. Und etwas, was von mir selbst reingekommen ist, steckt in dem Gegenspieler. Der gibt in dem Buch so eine Art Crashkurs, wie man selbst ein Buch schreiben kann. Das heißt, es ist auch für alle interessant, die sich mal überlegen wollen, was es eigentlich für ein Handwerk braucht, um einen Thriller zu schreiben.

Frage: Ein Thema, welches im Buch auch kurz aufkommt, ist beispielsweise Billigfleisch und warum man deshalb zum Vegetarier werden kann. Sie sagten aber vorhin schon etwas von Leberwurst. Sie selbst sind also kein Vegetarier?

Antwort: Richtig. Ich weiß, dass alle sagen „Fitzek, du bist zu schwach dafür“, ich habe aber meinen Fleischkonsum schon extrem eingeschränkt und werde das auch noch weiter tun. Ich bin ein expliziter Gegner von Massentierhaltung.

Frage: Stimmt es, dass Sie überhaupt nicht kochen können?

Antwort: Ja, das stimmt.

Frage: Haben Sie es nie gelernt oder nie lernen wollen?

Antwort: Mein Vater konnte nicht kochen und meine Mutter hielt es für ein Zeichen von Emanzipation, dass eine Frau nicht kochen können muss. Daher konnte uns das keiner vermitteln. Es gab so ein, zwei Gerichte zuhause, aber es hat auch nicht gut geschmeckt. Das wusste sie auch. Ich habe also nur gelernt, wie man Brote und Fertiggerichte macht. Die Ernährung war dementsprechend ziemlich ungesund.

Frage: Gibt es noch etwas, was Sie gar nicht können?

Antwort: Handwerken. Ich wollte mich sogar mal für einen Kurs anmelden, das war aber irgendwie komisch, weil es den entweder nur für Kinder oder für Frauen gab. Ich glaube, dass ich mittlerweile auch das Selbstbewusstsein hätte, bei einem Frauenkurs mitzumachen. (lacht)

Frage: Es gibt doch bestimmt mal Tage, an denen Sie mit Ihren Kindern alleine sind. Gibt es dann Tiefkühlpizza und Burger vom Schnellimbiss?

Antwort: Nein. Die größeren Kinder können kurioserweise auch schon ein bisschen kochen. Und ich kann auch Nudeln kochen. Aber beim Spiegelei wird es schwierig. Wir gehen aber auch gerne essen und ich gestehe, dass auch oft etwas von meiner Verlobten vorgekocht wird, was ich dann aufwärme. Ich bin aber natürlich auch der Held für meine Kinder, wenn es mal ausnahmsweise doch Tiefkühlpizza gibt. Aber da die ja nun mal industriell hergestellt ist, und ich das nicht mag, gibt es die wirklich eher selten.

Frage: Apropos ungesund: In der 5. Klasse haben Sie mal eine Zigarre hinter der Sporthalle Ihrer Schule geraucht. Machen Sie das heute auch noch oder ist dann doch eher der Sport im Fokus?

Antwort: Weder noch. Sport mache ich zweimal in der Woche. Mein Trainer Kalle Raschke, der mal der Fitnesstrainer vom Boxer Graciano Rocchigiani war, wird immer ganz böse, wenn ich absage – deswegen sage ich auch nicht ab. Sport mache ich aber nur, um halbwegs mein Gewicht zu halten. Besonders gut bin ich darin nicht. Dafür habe ich aber zum Glück wenig Gefallen am Alkohol. Da gibt es manchmal einen Gin Tonic, was ich ganz gerne trinke, aber ansonsten nichts. Und ich rauche auch nicht. Da bin ich sehr froh, weil ich alles das, was ich mag, immer sehr exzessiv mache. Beispielsweise Kaffee. Den trinke ich literweise.

Frage: Sie haben schon als Kind und Jugendlicher viel gelesen. Was hat Sie so sehr daran fasziniert?

Antwort: Ich war ein schüchterner Junge als Kind und ich glaube, dass es immer wieder Phasen gibt, wo es im Leben nicht so hundertprozentig läuft, wie man sich das vorstellt. Bücher geben einem die Möglichkeit, in ein anderes Leben und in eine andere Welt einzutauchen. Ich glaube, das ist auch der Grund, warum es so viel Fantasy-Anhänger gibt. Und lesen fördert und fordert natürlich auch den Geist – das ist eine tolle Sache. Außerdem müssen wir alle hin und wieder aus dem Alltag flüchten. Wir müssen beispielsweise auch mal zwischendurch von den schrecklichen Nachrichten zur Zeit Abstand nehmen. Sonst ist das sehr schwer auszuhalten. Man muss sich Inseln schaffen. Und ein Buch war und ist für mich früher wie heute eine willkommene Insel.

Frage: Haben Sie ein Lieblingsbuch?

Antwort: Nein. Aber das eine Buch, was mich in die Welt der Fantasie hineingeschubst hat, war „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende. Das Buch hat mich wirklich massiv geprägt.

Frage: Und welches Ihrer eigenen Bücher mögen Sie am liebsten?

Antwort: (lächelt) Das ist leider tagesformabhängig. Natürlich hat „Die Therapie“ immer einen ganz besonderen Platz in meinem Leben. Denn das hat mich zum Autor gemacht. Und dann gibt es immer das Buch, an dem ich gerade schreibe. Wenn ich nicht die Hoffnung hätte, dass es mein Lieblingsbuch werden könnte, müsste ich sofort aufhören, zu schreiben. Es gibt aber kein Buch, mit dem ich wirklich zu einhundert Prozent zufrieden bin.

Frage: Auf welche Projekte können sich Ihre Fans als nächstes freuen?

Antwort: Ende Oktober kommt ein ganz klassischer Thriller raus. Mit einem Ende … Ich glaube, ich will dieses Mal die Leute filmen, während sie das Ende lesen, um zu gucken, was sie für Gesichtsausdrücke haben. Die ersten Tests waren schon sehr vielversprechend.

Ähnliche Artikel