Wasserqualität
Giftige Blaualgen verfärben die Soeste
Im Surfsee in Cloppenburg haben sich giftige Blaualgen gebildet. Sie drangen in die Soeste vor und färbten das Wasser. Experten des Landkreises klärten, ob die Soeste auch im Nordkreis betroffen ist.
Cloppenburg/Barßel - Ende März präsentierte sich das Wasser in der Soeste in der Kreisstadt Cloppenburg grün verfärbt. Die Ursache war bald gefunden: Wie Armin Nöh, Fachbereichsleiter Hoch- und Tiefbau der Stadt Cloppenburg, im Bau- und Verkehrs-Ausschuss erklärte, seien im Surfsee an der Höltinghauser Straße toxische Blaualgen nachgewiesen worden. „Das ist ein Phänomen, das wir zu diesem Zeitpunkt im Jahr noch nie hatten“, sagte Nöh.
Weil die Stadt für die Bewirtschaftung des Gewässers zuständig ist, habe man sofort erste Maßnahmen ergriffen. Unter anderem seien Warnschilder am Ufer aufgestellt worden, zudem hätten das Technische Hilfswerk und die Feuerwehrtechnische Zentrale eine Sperre gelegt. So soll der Eintrag in die Soeste deutlich reduziert werden. „Dies ist ein sechsstufiger Filter. Wir wollen verhindern, dass die Blaualgen weiter darüber dann am Ende in die Talsperre gelangen“, erklärte Nöh.
Fischsterben wird erwartet
Blaualgen bildeten sich sonst eher in niedrigen Gewässern und bei hohen Temperaturen im Sommer. Der Surfsee habe allerdings eine Tiefe von bis zu 15 Metern. Neben der grünen Soeste rechnet Nöh mit weiteren Folgen für die Natur: „Wir erwarten durchaus ein Fisch- und Entensterben“.
Der Landkreis nahm erste Untersuchungen auf, bei einer Ortsbegehung war jedoch zunächst keine sichtbare Ursache festgestellt worden. Anschließend hatte auch der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz Proben genommen.
Filter hält Bakterien in Schach
Wie Kreissprecher Sascha Rühl auf Nachfrage mitteilte, konzentriere sich die Algenblüte auf den Surfsee in Cloppenburg. Von dort erfolge über einen Verbindungskanal ein stetiger Wasserabfluss in die Soeste. Mit dem abfließenden Wasser gelangten die Blaualgen in das Fließgewässer und verursachten dort die abschnittsweise Grünfärbung. Mit dem Einbau der Filteranlage sei es gelungen, den Zustrom von Blaualgen in die Soeste ganz erheblich zu reduzieren, so Rühl. „Einer extremen Verfärbung der Soeste, wie sie zunächst zu beobachten war, wird mit dieser Maßnahme gut begegnet“, sagt der Kreissprecher. Für Wartung und Pflege des Filters ist die Stadt Cloppenburg zuständig, die Eigentümerin des Surfsees ist.
Der Einsatz von Chemikalien zur Algenbekämpfung verbiete sich schon aufgrund der zu erwartenden, schädlichen Wirkungen auf den ökologischen Zustand des Gewässers, so Rühl. Generell gelte, dass Blaualgen sich in stehenden oder sehr langsam fließenden Gewässern bilden und vermehren können. In Fließgewässern wie der Soeste finden sie solche Bedingungen nicht vor, so dass mit einer Algenvermehrung in der Soeste nicht zu rechnen ist. Bei einem Termin der Unteren Wasserbehörde vor Ort konnten die Mitarbeiter Grünfärbungen bereits einige hundert Meter flussabwärts nicht mehr erkennen.
Vorsicht an der Soeste
Der Kreissprecher weist jedoch darauf hin, dass Cyanobakterien - das ist die wissenschaftliche Bezeichnung für Blaualgen - Giftstoffe bilden, die bei Aufnahme größerer Mengen bei Menschen und Tieren zu Vergiftungserscheinungen führen können. Der Landkreis Cloppenburg empfehle daher allen, bei Aufenthalt am Surfsee in Cloppenburg Vorsicht walten zu lassen und den Kontakt mit dem belasteten Seewasser tunlichst zu vermeiden.
Auch wenn die Belastung der Soeste durch die eingebrachte Filtereinrichtung deutlich reduziert werden konnte und die Reinigungskraft des Gewässers den Abbau der verbleibenden Bakterien fördern sollte, gemahnt die Kreisverwaltung auch entlang der Soeste zu besonderer Vorsicht.
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