Hafenwirtschaft

In der Leda wird jetzt gebaggert

Nikola Nording Michael Kierstein
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Von Nikola Nording und Michael Kierstein
| 06.04.2022 15:32 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Das Baggerschiff „Hegemann III“ liegt an der Esklumer Leda-Seite und pumpt sein Baggergut über Rohrleitungen ab. Foto: Wolters
Das Baggerschiff „Hegemann III“ liegt an der Esklumer Leda-Seite und pumpt sein Baggergut über Rohrleitungen ab. Foto: Wolters
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Nachdem vor drei Wochen ein großes Seeschiff nicht in den Leeraner Hafen einlaufen konnte, hat die zuständige Behörde jetzt reagiert – und den großen Staubsauger „Hegemann III“ geschickt.

Leer - Langsam zieht das Schiff auf der Leda in der Nähe der Leeraner Seeschleuse seine Kreise. Die „Hegemann III“ ist allerdings kein gewöhnliches Schiff, es ist ein Saugbagger. Für einige Tage wird der Saugbagger auf der Leda damit beschäftigt sein, Schlick zwischen Ems und der Einfahrt des Leeraner Hafens zu entfernen.

Ein Schritt, auf den die Stadt Leer und die Leeraner Stadtwerke ganz genau schauen. Denn vor gut drei Wochen sorgte das Nicht-Ankommen der „Wilson Gijon“ für Aufregung in der Stadt. Wegen unerwarteter Untiefen in der Leda konnte das vollbeladene Seeschiff den Hafen der Stadt nämlich nicht wie geplant ansteuern. Es wäre das erste Schiff gewesen, das die sechs Meter tiefe Fahrrinne im Hafen benötigt. „Für uns und insbesondere auch für die Firma Weco ist das ein großes Ärgernis“, sagte Stadtwerke-Vorstand Timo Kramer kürzlich dieser Zeitung.

Untiefen sorgten für Planänderung

Wenige Hundert Meter vor der Leeraner Seeschleuse seien in der Leda 5,80 Meter als offizielle Wassertiefe angegeben. Das wäre für die vollbeladene „Wilson Gijon“ machbar gewesen, so die Stadtwerke. Lotsen hätten jedoch Untiefen im Fluss entdeckt, aufgrund derer die 5,80 Meter nicht mehr gewährleistet waren. Die ungünstige Wetterlage mit Ostwind habe die Situation zusätzlich erschwert.

Verärgert kontaktierten die Stadtwerke das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Nordsee in Emden. Gelöst werden konnte das Problem allerdings zunächst nur teilweise. Die „Wilson Gijon“ lud einen Teil ihrer Fracht – 3500 Tonnen Dolomit-Kies aus Skandinavien für die Firma Weco – in Emden auf ein Binnenschiff und konnte so erleichtert dann auch bis in den Leeraner Hafen fahren.

Großer Staubsauger unter Wasser

„Man hatte uns damals zugesagt, dass nach der Überführung des Meyer-Schiffes die Baggerarbeiten in der Leda starten können“, sagte Edgar Behrendt, Sprecher der Leeraner Stadtwerke. Das sei nun geschehen. „Es ist für uns von enorm hoher Bedeutung, dass jetzt etwas passiert“, so Behrendt weiter.

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Die Funktion eines Saugbaggers ist vergleichsweise simpel. „Man kann es sich vorstellen wie ein Staubsauger, der unter Wasser den Schlick ansaugt“, erklärt Hermann Poppen, Leiter des WSA in Emden. Der Schlick lande zunächst im Laderaum des Schiffes. Ist der voll, gebe es Anlegestellen, wo über Rohrsysteme der Schlick an Land gepumpt werden könne. Die Masse werden dann zum Beispiel auf Spülfelder oder andere Flächen gepumpt.