Kolumne: Klare Kante
Ein Einfallstor mitten im Krieg
Auf unserer Internetseite veröffentlichen wir sechs Mal in der Woche eine Kolumne. Donnerstags gibt es klare Kante.
Offensichtlich scheint die Ampel-Koalition aus den Fehlern der alten Bundesregierung bei der Flüchtlingskrise 2015 nichts gelernt zu haben. Es klingt großherzig und unbürokratisch zugleich, wenn die neue Innenministerin Nancy Faeser (SPD) zum Zustrom ukrainischer Kriegsflüchtlinge ankündigt, jeder werde aufgenommen – unabhängig davon, ob ein ukrainischer oder überhaupt ein Pass vorliegt. Diese Praxis führt zum Kontrollverlust, schadet den Opfern des sinnlosen Angriffskrieges in der Ukraine wie dem Schutzbedürfnis der deutschen Bevölkerung, offenbart letztlich nichts anderes als eklatantes Staatsversagen.
Dieter Weirich (76), Publizist und Buchautor, ist ein Grenzgänger zwischen Medien und Politik. Der gebürtige Schwabe war hessischer Landtags- und Bundestagsabgeordneter der CDU und Intendant der Deutschen Welle. Heute lebt er in Berlin.Zur Person
Gut gemeint ist das Gegenteil von gut, sagt der Volksmund. Die Welle der Solidarität mit den Flüchtigen aus der Ukraine in Deutschland ist erfreulicherweise riesig. Sie sollte nicht durch Schlampigkeit bei der Migration gemindert werden. Schon jetzt zeigt sich, dass der nachlässige deutsche „Nachtwächterstaat“ ein Einfallstor für illegale Migranten aus dem afrikanischen und arabischen Kulturraum öffnet. Diese „Pseudo-Ukrainer“ nutzen die Lage schamlos aus. Schleuserbanden sind mit gefälschten ukrainischen Studentenausweisen unterwegs, machen in dieser Notlage ihre Geschäfte.
Die Fahrlässigkeit der Regierung ist gefährlich, kann sie doch zu nachlassender Hilfsbereitschaft der vielen ehrenamtlichen Helfer führen. Wenn ein Hotelier in Bayern sein Hotel für Flüchtlinge zur Verfügung stellt und dann mit einer Busladung afro-arabischer Studenten konfrontiert wird, ist dies ein alarmierender Hinweis.
Die Bundespolizei hat Berlin zur Bewältigung der voraussichtlich größten Flüchtlingsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg vorgeschlagen, stationäre Grenzkontrollen zu etablieren. Niemand solle abgewiesen werden, aber man müsse auch zur Steuerung der Flüchtlingsströme wissen, ob diese Menschen bereits durch Mitgliedstaaten der EU wie Polen, Rumänien oder Ungarn registriert wurden. Mit der jetzigen Kontroll-Kapitulation breite man auch möglichen russischen Spionen einen roten Teppich aus.
Kontakt: kolumne@zgo.deNeue Gespräche über Ukraine-Krieg womöglich nächste Woche
Russland-Resolution scheitert - China enthält sich