Osnabrück

Kinotauglich: Die Arte-Serie „Die Paten von St. Pauli“

Tobias Sunderdiek
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Von Tobias Sunderdiek
| 06.04.2022 10:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
St. Pauli: Betrunkener auf der Reeperbahn, 60er Jahre. Foto: Arte/Günter Zint
St. Pauli: Betrunkener auf der Reeperbahn, 60er Jahre. Foto: Arte/Günter Zint
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„Die Paten von St. Pauli“ nennt Arte eine Doku-Serie, die in Mythos und Realität der Reeperbahn eintaucht. Was bietet das Programm?

Auch wenn das Hamburger Tourismusbüro mit Hans Albers und dem Film „Große Freiheit Nr. 7“ (1944) wirbt – die einstige, wenn auch schmierige Gemütlichkeit des Hamburger Amüsierviertels St. Pauli ist dahin. 

Spätestens seit den 1980ern herrscht dort ein brutales Regime. Der Blutzoll und die Revierkämpfe von Gangstern und Unterweltpersonal ist gnadenlos. Dabei begann alles mal mit einer, wenn auch mit dem der Milieu typischen Ruppigkeit, mit so etwas wie „Ganovenehre“. Reibereien zwischen der „Chikago-“, der „Nutella-Bande“ oder der „GMBH“ wurden meist einvernehmlich gelöst. Eine Art Ehrenkodex herrschte unter den Huren, Luden und Gastwirten im Stadtteil an der Elbe. Und dass der eingehalten wurde, dafür sorgten Paten wie Wilfried Schulz.

Anekdotenreich stellt die Dokumentation die Bosse des Viertels, das Elend der Prostituierten, aber auch die magnetische Anziehungskraft braver Bürger für dieses ganz spezielle Viertel vor, wo die „Beatles“ Anfang der 60er im berühmten „Starclub“ ihre Karriere begannen, und diese sich aus Zeitnot Drogen bei der Toilettenfrau besorgten.

Zwischen Bluttaten, Drogen, Sex, sowie Neppern, Schleppern und Bauernfängern bietet dieser Geschichtsbeitrag vor allem eins: Kinoreife, schmuddelige Faszination.

Sendetermin: „Die Paten von St. Pauli“, Arte, 7. April, 20:15 Uhr. Im Stream: Die Sendung ist bis zum 5. Juli in der Mediathek verfügbar.

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