Politik
Pia van de Lageweg zieht selbstbewusst in den Wahlkampf
Die SPD hat jetzt Pia van de Lageweg als Kandidatin für den Wahlkreis Cloppenburg Nord bei der Landtagswahl am 9. Oktober nominiert. Die 47-Jährige zeigt sich sehr motiviert für den Wahlkampf.
Friesoythe/Saterland/Barßel - 100 Prozent für Pia van de Lageweg: Die 47-jährige Friesoytherin erhielt bei der Delegiertenversammlung der SPD alle Stimmen der 33 anwesenden Stimmberechtigten und ist damit bei der Landtagswahl am 9. Oktober Direktkandidatin ihrer Partei für den Wahlkreis 66 – Cloppenburg Nord. Zu dem Wahlkreis zählen auch die Gemeinden Barßel und Saterland.
„Ich freue mich über das tolle Ergebnis“, sagt die frisch nominierte Kandidatin. „Das einstimmige Votum fühlt sich gut an.“ Vor Beginn der Veranstaltung gab sich van de Lageweg betont gelassen. „Nervös bin ich nicht“, sagte sie auf Nachfrage. Doch die ersten Sätze ihrer Vorstellungsrede offenbarten dann doch eine gewisse Anspannung, von der erst zum Ende hin, als sie ihre Genossen um ein klares Signal für ihre Kandidatur bat, nichts mehr zu spüren war.
„Großer Vertrauensvorschuss“
Umso größer dann ihre Freude über das einstimmige Votum, das für sie nach eigenen Angaben auch Verantwortung bedeutet. „Ich habe hier einen großen Vertrauensvorschuss bekommen, dem ich jetzt erst einmal gerecht werden muss“, betont sie.
In ihrer Vorstellungsrede skizzierte die einzige Kandidatin kurz ihren Werdegang und ihre Schwerpunkte, darunter Klimaschutz, Gesundheitsversorgung, Bildungspolitik und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Vor allem aber appellierte sie an die Geschlossenheit und das Engagement der Genossen. „Wie stark wir als SPD abschneiden können, haben wir vor Ort bei den letzten Kommunal- und Bürgermeisterwahlen bewiesen“, sagte sie. Zudem habe zuletzt das Saarland gezeigt, wie die SPD Mehrheiten gewinnen könne. Ihr Fazit: „Ich würde sagen, jetzt ist Niedersachsen dran, jetzt ist der Wahlkreis Cloppenburg Nord dran!“
Vielfach engagiert
Die Landtagskandidatur ist für van de Lageweg in gewisser Weise die Krönung ihres bisherigen gesellschaftlichen und politischen Engagements. „Ich habe mich mein Leben lang, angefangen als Klassensprecherin, engagiert, sei es in Vereinen, in Gremien oder im politischen Ehrenamt“, sagt sie. „Wenn man dann die Chance bekommt, das auf Landesebene machen zu können, kann man das nicht vorbeiziehen lassen.“ Trotzdem habe sie erst einige Zeit lang überlegen müssen, als die Friesoyther SPD-Landtagsabgeordnete Renate Geuter, die früh erklärt hatte, nicht erneut zur Wahl anzutreten, ihr die Kandidatur um das Direktmandat vorschlug. „Ich habe dann im Ortsverein so viel Zuspruch bekommen, dass ich mich dafür entschieden habe“, sagt van de Lageweg. „Auch die Familie steht voll dahinter, vor allem unsere Tochter Ella findet das super.“
Mit der Wahl van de Lagewegs stammen die beiden aussichtsreichsten Kandidaten für das Direktmandat des Wahlkreises 66 aus Friesoythe: Die CDU-Mitglieder hatten Ende Februar den 27-jährigen Lukas Reinken als ihren Kandidaten gewählt.
Absicherung auf Landesliste offen
Auf den Wahlkampf mit ihrem CDU-Kontrahenten freut die SPD-Kandidatin sich. „Wir kennen uns und sind bislang gut miteinander umgegangen“, sagt sie. „Daran wird sich sicher auch jetzt nichts ändern.“
Sollte die SPD-Kandidatin den Kampf um das Direktmandat verlieren, ist sie für den Einzug in den Landtag auf einen aussichtsreichen vorderen Listenplatz angewiesen. Van de Lageweg macht allerdings nicht den Eindruck, als wolle sie sich allein auf die Liste verlassen. „Eine Absicherung auf der Landesliste wäre schön, denn der Wahlkreis ist seit Jahren von der CDU dominiert“, sagt sie. „Ich sehe aber nicht, dass das so bleiben muss“, schiebt sie selbstbewusst hinterher. „Ich glaube, das Rennen ist offen.“