Kriminalitätsstatistik

Das Verbrechen verändert sich

Marion Trimborn
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Ein Kommentar von Marion Trimborn
| 05.04.2022 17:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ein Schild weist in einem Wohnviertel in Frankfurt darauf hin, dass es in der Vergangenheit dort zu mehreren Einbrüchen gekommen ist. Solche Taten haben zuletzt abgenommen. Foto: Gollnow/DPA
Ein Schild weist in einem Wohnviertel in Frankfurt darauf hin, dass es in der Vergangenheit dort zu mehreren Einbrüchen gekommen ist. Solche Taten haben zuletzt abgenommen. Foto: Gollnow/DPA
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Seit Jahren sinkt die Zahl der von der Polizei erfassten Straftaten. Doch die Kriminalitätsstatistik ist in Corona-Zeiten wenig aussagekräftig. Kriminelle suchen sich andere Wege.

Wer sich die Statistik anschaut, könnte den Eindruck bekommen, dass die Kriminalität schwindet. Denn die Straßen in Deutschland sind demnach so sicher wie seit vielen Jahren nicht mehr. Aber es ist ein Trugschluss, zu glauben, dass es immer weniger Kriminelle gibt – sie verlagern einfach nur ihre Aktivitäten. Deshalb ist die Kriminalitätsstatistik für das Corona-Jahr 2021 wenig aussagekräftig, weil sie gar nicht die wahre Lage abbilden kann.

Der Grund: Darin tauchen nur die Straftaten auf, die von Betroffenen zur Anzeige gebracht werden – das gilt etwa für Autodiebstähle oder Wohnungseinbrüche. Diese Taten wurden in der Pandemie weniger, weil die Leute mehr zu Hause waren. Andere Taten dagegen wie Körperverletzungen und Sexualdelikte sind laut Experten im häuslichen Pandemie-Stress deutlich gestiegen, doch Betroffene bringen sie aus Scham und Angst oft nicht zur Anzeige. Sie tauchen in der Statistik nicht auf.

Zudem gibt es einen neuen Tatort, den Verbrecher für sich entdeckt haben und der noch unterrepräsentiert ist: das Internet. Dabei werden die virtuellen Angreifer immer raffinierter. Entsprechend gibt es zwischen Polizei und Cyberkriminellen eine Art technologisches Wettrüsten. Aufgabe der Polizei ist es, dabei Schritt zu halten. Denn eines ist gewiss: Vor Gangstern und Ganoven sind die Deutschen nach wie vor nicht gefeit.

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