Krieg in der Ukraine
Koste es, was es wolle
Es muss alles unternommen werden, um den Krieg mit all seinen Gräueltaten in der Ukraine zu beenden. Das darf uns auch was kosten – egal wie viel.
Es gab einmal eine Krise in Europa, die hieß nicht Krieg. Damals sagte der damalige Euro-Notenbankchef Mario Draghi: „Whatever it takes.“ Die Zentralbank werde die Finanzkrise bekämpfen – koste es, was es wolle. Einen solchen Satz, vor allem aber ein solches Vorgehen würden wir europäischen Bürger uns wünschen, wenn auf unserem Boden unerträgliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit geschehen.
Alles muss dagegen unternommen werden, das Leiden unbeteiligter Zivilisten in der Ukraine zu beenden. Ein Leiden übrigens durchaus auch auf russischer Seite, denn offenkundig werden hier Teenager kaum vorbereitet als Kanonenfutter in den Krieg geschickt.
Natürlich plagen uns wirtschaftliche Sorgen. Die Lieferketten unserer Industrieprodukte waren ja schon vor dem russischen Angriffskrieg gerissen, es herrscht Materialmangel allerorten. Bundesfinanzminister Christian Lindner wird Recht bekommen, wenn er ein Schrumpfen des Wohlstandes vorhersagt. Auch sein Satz, der Ukraine-Krieg werde uns alle ärmer machen, ist richtig – angesichts der Bilder aus Butscha wäre es aber unglaublich zynisch, diese Armut nur materiell zu verstehen. Alle Klagen führen zu nichts, solange in der Ukraine geschossen wird. Zuerst muss dieser Krieg beendet werden. Dann sind wir auf einen Schlag reicher, als wir uns zuvor fühlen durften.
Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de