Natur
Elisabethfehn: Wolf tappt in Fotofalle
Der Barßeler Jäger Clemens Kokenge staunte nicht schlecht, als er die Bilder der Wildkamera in seinem Revier auswertete: Auf einigen war gut erkennbar ein Wolf zu sehen.
Barßel - Zwischen Lohe und Elisabethfehn geht ein „großer Beutegreifer“ um. So zeigen es Bilder einer Wildkamera. Angebracht hat sie der Landwirt Clemens Kokenge in seinem Jagdrevier. Kokenge staunte nicht schlecht, er am Montag die Aufnahmen seiner Wildkamera sichtete, die er an einem Pfahl installiert hatte: „Das ist ein Wolf“, war sein erster Gedanke. Auch seine Ehefrau Anneliese, die er das Video zeigte, hatte daran keine Zweifel. Bestätigung bekam Kokenge von einem befreundeten Jäger, als der die Bilder sah. Unter einem Foto, auf dem der Beutegreifer gut und deutlich erkennbar ist, steht die Uhrzeit: 28. März 2022 um 5.59,37 Uhr. Damit ist klar: Dort ließ sich der Wolf in den frühen Morgenstunden blicken. Außerdem waren dort noch Dachs, Fuchs, Hase und Marder zu sehen.
Warum sich der Wolf nun gerade in diesem Bereich seines Jagdbezirks blicken ließ, kann Clemens Kokenge nicht sagen. „Dort ist eine normale Fläche. Auch gibt es keinen Luderplatz, der den Wolf hätte anlocken können. Vielleicht war er auf der Suche nach Nahrung. Aber es kann auch sein, dass das Tier nur durch mein Revier gestreift und dann weitergezogen ist“, sagt Kokenge.
„Wir müssen aufmerksam sein“
Anhand des Videos ließe sich auch nicht sagen, ob es sich um ein männliches oder ein weibliches Tier handelt. Eines sei aber klar, so der Jäger: Es ist ein starkes, kräftiges Tier. Kokenge machte sich, nach dem er das Video gesehen hatte, mit seinem Jagdkollegen auf zu der Stelle, wo die Kamera aufgestellt war. „Wir wollten sehen, ob der Wolf dort oder in der Nähe eventuell in der Nacht ein Tier gerissen hat. Aber das war nicht der Fall“, sagt der Barßeler.
Hauptbeute von Wölfen werden in den meisten Regionen mittelgroße bis große Huftiere. In den Jagdrevieren hier in Barßel hat der Wolf Rehwild auf seiner Speisekarte. Aber auch andere Tiere wie Schafe werden vom Wolf gerne gerissen. Bisher habe er in seinem Revier noch keinen Wolf gesehen und angetroffen. Auch sei es das erste Mal gewesen, dass ein Wolf in seine Fotofalle getappt ist, berichtet Kokenge.
In der Vergangenheit wurde schon öfters mal ein Wolf in den Revieren von Barßel gesehen. Das war schon in Harkebrügge, in Lohe und in Elisabethfehn der Fall. Dort wurden die Raubtiere nicht nur von Jägern, sondern auch von Passanten gesehen. Teilweise wurden Wölfe vom Auto aus gefilmt. Gleichwohl könne man sagen, dass dieser Wolf, so der Vorstand des Hegerings Barßel, aktuell in dieser Gegend nur durchgezogen sei. „Für mich ist es wichtig, mit dem Video zu zeigen, dass der Wolf hier anzutreffen ist, um Tierhalter, beispielsweise Schafhalter zu sensibilisieren“, so Jäger Kokenge. „Heute ist der Wolf hier, morgen ganz woanders. Wölfe können am Tag mehr als 70 Kilometer zurücklegen. „Wir müssen aufmerksam sein“, findet Clemens Kokenge. Seine Wildkamera hat er jedenfalls wieder im Revier angebracht. „Ich gucke jetzt, ob sich der Wolf wieder sehen lässt.“