Kinderbetreuung

Corona und Fachkräftemangel: Kindergärten im Notbetrieb

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 26.03.2022 11:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die städtischen Kindergärten in Leer haben mit Personalmangel und den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Symbolbild: Anspach/dpa
Die städtischen Kindergärten in Leer haben mit Personalmangel und den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Symbolbild: Anspach/dpa
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In den Leeraner Kindergärten hatte man gehofft, das Schlimmste hinter sich zu haben. Offene Erzieher-Stellen und Ausfälle hatten arge Probleme gebracht. Aber die erhoffte Entspannung ist ausgeblieben.

Leer - Im Januar hatte Björn Steinau von der Stadtverwaltung dem Kinder- und Jugendausschuss die ungeschönte Wahrheit präsentiert: Noch nicht besetzte Erzieherinnenstellen, Schwangerschaften und – zum Teil langfristige – Krankheitsausfälle hatten in den städtischen Kindergärten die Personaldecke so stark ausgedünnt, dass nicht mehr alle Betreuungszeiten abgedeckt werden konnten.

Aber Steinau machte auch Hoffnung. Nach den jüngsten Vorstellungsgesprächen habe man vier Zusagen bekommen. „Dann bleiben nur noch drei Krankheitsvertretungen offen, solange sich keine neue Lücken auftun“, sagte er damals.

Optimismus ist abgeebbt

Gute zwei Monate später ist der Optimismus wieder abgeebbt. Trotz aller Bemühungen habe man nur eine einzige Erzieherinnen-Stelle neu besetzen können. „Selbst Personen, die schon einen Vertrag von uns hatten, haben uns wieder abgesagt“, sagte Steinau in der vergangenen Woche. Für die aktuell noch sieben unbesetzten Stellen habe es nur 15 Bewerbungen gegeben. Zwei davon hätten aussortiert werden müssen, weil sie nicht die Mindestqualifikation mitbrächten. Mit allen anderen würden jetzt Gespräche geführt.

Davon unabhängig rausche gerade die zweite Corona-Welle durch die Kindergärten. Im Kindergarten Rasselbande gebe es nur noch drei gesunde Erzieherinnen. Die könnten derzeit nur einen Notbetrieb bis 14 Uhr für Kinder von berufstätigen Eltern aufrechterhalten. Auch der Kindergarten in Leerort könne nur noch eine Betreuung bis 14 Uhr gewährleisten.

Ganze Krippen-Gruppe in Quarantäne

In der Kita Niedersachsenring habe man sich zwischenzeitlich auf einem guten Weg in Richtung Normalität gesehen, so Steinau. Allerdings sei dann in der vergangenen Woche die Nachricht gekommen, dass eine ganze Krippengruppe nun in Quarantäne sei.

Grundsätzlich könne man auf Personaldienstleister zurückgreifen, auch wenn die Mitarbeiter, die auf diesem Wege auf Zeit gewonnen werden, deutlich teurer seien. Allerdings seien diese Dienstleister mittlerweile auch so stark von der Corona-Pandemie betroffen, dass sie nur noch bedingt helfen könnten.

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