Saison 2022/23

Papenburg: Kultur mit einmaligem Kartenmodell

Gerd Schade
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Von Gerd Schade
| 28.03.2022 14:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Bei Papenburg Kultur hält ein laut Ansgar Ahlers „bundesweit einmaliges“ Kartenmodell Einzug. Foto: Schade
Bei Papenburg Kultur hält ein laut Ansgar Ahlers „bundesweit einmaliges“ Kartenmodell Einzug. Foto: Schade
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Die alten Aboreihen von Papenburg Kultur sind ein Auslaufmodell. Zur neuen Spielzeit wird ein laut Ansgar Ahlers „bundesweit einmaliges“ Modell eingeführt. Auch das neue Progamm wurde vorgestellt.

Papenburg - Mit Schwung und vielfältigen Hochkarätern will Papenburg Kultur die lähmende Zeit der Pandemie endlich hinter sich lassen. Zudem gibt es eine nach Angaben von Kulturreferent Ansgar Ahlers bundesweit einmalige Neuerung. Die Aboreihen von Papenburg Kultur sind ein Auslaufmodell. Abgelöst werden sie von einem Kartensystem mit – je nach Status – unterschiedlichen Rabattmöglichkeiten und Zusatzleistungen. „Wir wollen dadurch einen Mehrwert schaffen und dazu animieren, sich unser hochwertiges Programm anzugucken“, sagt Ahlers im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die mehrere Hundert Abonnenten seien über das neue Modell am Dienstagabend informiert worden. Für die Saison 2022/23, die nach den Sommerferien startet, würden die Abos aber noch einmal angeboten. Parallel wird aber das Kartensystem Einzug halten. „Wir wollen den Übergang so sanft wie möglich gestalten“, betont Ahlers. Das Spektrum der Karten reicht ab der neuen Saison von der bereits eingeführten Rabatt-„Smart-Card“ über eine „Platt-Kaart“, Bronze-, Silber- und Gold- bis hin zu einer Platin-Card.

Wie eine Dauerkarte im Stadion

Letztere ist vergleichbar mit einer Stadion-Dauerkarte für Fußballspiele. Sie ermöglicht den Besuch von bis zu 50 Veranstaltungen von Papenburg Kultur – fester Wunschplatz jeweils inklusive. Dafür ist die (übertragbare) Platin-Card mit einem Einführungspreis von 470 Euro auch die teuerste, im Vergleich zum kulturellen Angebot anderer Städte „aber immer noch günstiger als bei vielen anderen“, versichert Ahlers. Jeweils abgestuft im Hinblick auf Rabatt, Anzahl der frei wählbaren Veranstaltungen, Platzwunsch, Vorkaufsrecht und Preis sind die Gold-, Silber- und Bronzekarten. Die „Platt-Kaart“ umfasst den Besuch von vier Plattdeutsch-Veranstaltungen. „Wir haben uns lange damit auseinandergesetzt und intensiv überlegt, wie wir unser Kulturangebot nicht nur langfristig sichern, sondern für ein größeres Publikum auch attraktiver machen können“, erklärt Ahlers.

Die Saison 2022/23 steht unter dem Motto „Around the World For a better World“. Das habe im Übrigen schon lange vor dem Krieg in der Ukraine festgestanden, betont Ahlers. Die Zuschauer dürften sich unter anderem auf Aufführungen von Klassikern wie „Don Camillo“, „In 80 Tagen um die Welt“ und „The Addams Family“ freuen. Fest im Spielplan ist außerdem eine Hans-Albers-Revue mit Varieté, ein Auftritt des Zauberers Marc Weide sowie ein Gastspiel von „Die Razzzones“. Letztere waren Teil der elften Staffel der TV-Casting-Show „The Voice of Germany“. Überhaupt seien die Konzerte im neuen Programm ein „Knaller“, betont Ahlers. Demnach geben nicht nur die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, sondern auch die NDR-Big-Band, Heinz-Rudolf Kunze, der Knabenchor Hannover und das Deutsche Kammerorchester Berlin ihre Visitenkarte ab. „Da müssen wir uns in Papenburg nicht verstecken“, sagt Ahlers.

Veranstaltungen für Kinder

Deutschland-Premiere in der Fehnstadt wird nach seinen Worten im Frühjahr 2023 auch die Schauspielerin Alexandra Kamp mit einem „feministischen Burlesk-Abend“ feiern. Der Kulturreferent verhehlt seinen Stolz darüber nicht. Das Original-Theaterstück „Feministe pour homme“ stammt aus Paris und wurde in Frankreich ausgezeichnet. Kamp war bereits im vergangenen Jahr in Papenburg bei einem Open-Air-Auftritt im Stadtpark zu Gast.

Von „Bibi Blocksberg“ bis „Feuerwehrmann Sam“Auch für Kinder werde 2022/23 einiges geboten: „Bibi Blocksberg“, „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“, „Der kleine Prinz“, „Pinocchio“ und „Feuerwehrmann Sam“. Für Jugendliche setzt Papenburg Kultur weiter auf die „Smart-Box“. Geplant ist auch eine Kinoreihe. Überdies wolle er die Fehnstadt immer mehr auch zu einer Produktionsstätte machen, kündigt Ahlers an. Trotz Corona haben er und sein Team dafür in den vergangenen Jahren den Grundstein gelegt, beispielsweise mit dem Konzert-Format „Classic vs. Pop“. Mit professionell gemachten Clips dazu werde man verstärkt auch in die Werbung gehen, kündigt Ahlers an.

Bis Ende 2019 sei Papenburg Kultur auf einem guten Weg gewesen, was höheren Kartenverkauf und Mehreinnahmen durch den Kulturbetrieb betraf. Dann kam im März 2020 die Pandemie. Nun das Publikum zurückzugewinnen werde ein Riesen-Kraftakt nicht nur in Papenburg, meint Ahlers. „Eine Kultur kann nur an ihrer eigenen Schwäche sterben“, zitiert er den französischen Schriftsteller, Abenteurer und Politiker André Malraux (1901–1976).

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