Fußball

Bis zu sechs Absteiger: So geht es in der Landesliga nun weiter

| | 21.03.2022 16:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Ein Hauen und Stechen wird es in der Landesliga-Abstiegsrunde geben. Nach derzeitigem Stand steigen sechs der elf Mannschaften ab. Mit Germania Leer (oben Eugen Schneider), GW Firrel (unten Reinhard Grotlüschen) und TuRa 07 Westrhauderfehn sind drei ostfriesische Teams mittendrin. Foto: Doden
Ein Hauen und Stechen wird es in der Landesliga-Abstiegsrunde geben. Nach derzeitigem Stand steigen sechs der elf Mannschaften ab. Mit Germania Leer (oben Eugen Schneider), GW Firrel (unten Reinhard Grotlüschen) und TuRa 07 Westrhauderfehn sind drei ostfriesische Teams mittendrin. Foto: Doden
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Sonntag startet die Landesliga-Abstiegsrunde. Viel spannender könnte die Ausgangslage nicht sein. Wie sind die Chancen der Ostfriesen? Wer hat wie viele Punkte? Wie ist der Ablauf? Ein Überblick.

Leer - Die Würfel sind am Sonntag gefallen, die Rechenschieber können wieder in die Schublade gelegt werden: Nach dem Ende der Qualifikationsrunde steht nun fest, wie die Ausgangslage für die Auf- und Abstiegsrunde der Fußball-Landesliga ist. Staffelleiter Stefan Brinker (Werlte) hat am Montagvormittag auch schon die Spielpläne veröffentlicht. TuRa 07 Westrhauderfehn (in Dinklage), Grün-Weiß Firrel (in Bad Rothenfelde) und Germania Leer (in Steinfeld) starten an diesem Sonntag allesamt mit Auswärtsspielen in die Abstiegsrunde, die gnadenlos ist. Von den elf Mannschaften steigen sechs ab. Sollte Bersenbrück die Oberliga halten – derzeit belegt der TuS einen Abstiegsplatz – sind es „nur“ noch fünf. „Das wird bis Mitte Juni Abstiegskampf pur, jede Woche“, sagt Erhan Colak, Trainer von TuRa 07 Westrhauderfehn mit Blick auf die Abstiegsrunden-Formel sechs aus elf.

TuRa 07 Westrhauderfehn (links) verpasste die Aufstiegsrunde durch die 1:2-Niederlage gegen Papenburg unglücklich und knapp. Foto: Damm
TuRa 07 Westrhauderfehn (links) verpasste die Aufstiegsrunde durch die 1:2-Niederlage gegen Papenburg unglücklich und knapp. Foto: Damm

Dabei hätte seine Mannschaft am Sonntag eigentlich schon den Klassenerhalt feiern müssen. „Leider haben wir nur eine unserer vielen Chancen genutzt. Wir hätten zur Pause schon alles klar haben können. Entsprechend groß war die erste Enttäuschung nach dem Spiel“, so der frühere Torjäger. Zudem erzielte BW Papenburg noch einen umstrittenen Ausgleich, weil der Ball aus TuRa-Sicht nicht hinter der Linie gewesen sein soll. Das 2:1 der Gäste in der Nachspielzeit war nur noch für die Statistik. Papenburg stand bis zur 73. Minute in der Abstiegsrunde – und liegt in der Aufstiegsrunde nun nur vier Zähler hinter dem Ersten Friesoythe. „Das ist schon Wahnsinn, was da alles passieren konnte“, sagt Staffelleiter Stefan Brinker.

TuRa 07 startet mit 14 Punkten

Weil viele Entscheidungen noch nicht gefallen waren und nur die Punkte gegen die direkten Konkurrenten mit in die Auf- und Abstiegsrunde genommen werden, herrscht für alle nun erst Klarheit. Der ostfriesische Blick geht dabei in die Abstiegsrunde, in der TuRa mit 14 Zählern die beste Ausgangslage hat. „Aber davon sollte man sich nicht blenden lassen. Es gibt sechs Absteiger – und wir liegen als Tabellendritter nur zwei Punkte davor“, sagt Erhan Colak.

TuRa-Trainer Erhan Colak erwartet „Abstiegskampf pur“. Foto: Damm
TuRa-Trainer Erhan Colak erwartet „Abstiegskampf pur“. Foto: Damm

Johannes Poppen, Vorsitzender von GW Firrel, hätte den Klassenerhalt natürlich auch gerne schon durch das Erreichen der Aufstiegsrunde geschafft. Aber er kann den nun folgenden zwölf Spielen nun auch etwas Positives abgewinnen. „Unser Kassenwart freut sich. Das wird eine packende Runde mit gefühlten zwölf Endspielen. Das ist auch für die Zuschauer interessant.“

Ostfriesen haben zwei „Joker“

Seine Firreler belegen mit elf Zählern derzeit einen Abstiegsrang, ein Punkt fehlt zum rettenden Ufer. Allerdings haben die Teams aus der Staffel I (Wilhelmshaven, Westrhauderfehn, Firrel, Werlte und Leer) noch einen Zwei-Spiele-Joker. Aus der anderen Staffel sind sechs Teams in die Abstiegsrunde gerückt. Demzufolge absolvieren Firrel, Leer und Co. noch Hin- und Rückspiel gegen sechs Gegner (12 Spiele), die Staffel-II-Mannschaften bestreiten bei fünf neuen Gegnern nur noch zehn Partien. „Es wird ganz eng werden“, so Poppen, der die Heimspiele gerne auf Freitagabend oder Sonntagabend legen möchte, sofern die Gegner dem Wunsch zustimmen.

Johannes Poppen freut sich auf packende sechs Heimspiele in Firrel. Foto: Doden
Johannes Poppen freut sich auf packende sechs Heimspiele in Firrel. Foto: Doden

Die schlechtesten Karten besitzt der VfL Germania Leer, ist mit sieben Zählern Schlusslicht. Doch eine starke Wintervorbereitung und zuletzt vier Zähler in zwei direkten Duellen geben Rückenwind. „Viele hatten und haben uns abgeschrieben, wir haben nichts mehr zu verlieren und wollen gleich zeigen, dass wir da sind. Die vier Punkte zuletzt waren enorm wichtig“, sagt Leer-Trainer Michael Zuidema. Die neue „Energie“ und die Rückkehr einiger Spieler in den nächsten Wochen machen dem Coach Mut, noch eine Aufholjagd zu starten. „Es sind noch zwölf Spiele, da ist noch vieles möglich. Aber wir sollten direkt in Steinfeld anfangen zu punkten.“

Keine Absagen trotz Corona-Ausbrüchen

Mindestens die ersten Spieltage wird auch Corona noch ein unliebsamer Mitspieler sein. „Ich hoffe, dass sich die Lage bis Ostern verbessert“, sagt Staffelleiter Stefan Brinker, der an den vergangenen Wochenenden harte Entscheidungen zu treffen hatte. Wegen des engen Terminplans stimmte er selbst bei einer Vielzahl von Corona-Fällen keinen Spielverschiebungen zu. Voxtrup musste ohne elf positiv Getestete spielen und verlor 0:2 gegen Union Lohne. Am Wochenende fehlten bei Dinklage sechs Kicker aus jenem Grund, fünf kamen erst kurz vor der entscheidenden Partie aus der Quarantäne. „Die waren natürlich auch nicht fit, drei blieben komplett auf der Bank“, sagt Dinklages Koordinator Benedikt Bünger.

Michael Zuidema (rechts) will mit Germania ein kleines Wunder vollbringen. Foto: Ortgies
Michael Zuidema (rechts) will mit Germania ein kleines Wunder vollbringen. Foto: Ortgies

Dennoch hätte das Team aus dem Landkreis Vechta fast die Aufstiegsrunde erreicht, führte in Bad Rothenfelde bis zur 87. Minute 3:2 (ein Sieg war nötig) und verlor noch 3:4. Nun geht es als „Tabellenführer“ in die Abstiegsrunde. Doch bei bis zu sechs Absteigern sind selbst die Dinklager weit davon entfernt, sich schon sicher zu fühlen.

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