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SPD-Kandidat für Landtagswahl: Nico Bloem macht das Rennen
Der Betriebsratschef der Meyer-Werft zieht für die SPD im Kreis Leer in den Wahlkampf: Nico Bloem setzte sich in einer Kampfabstimmung durch. Der Weeneraner äußerte sich auch zu seiner Zukunft im Betriebsrat.
Bunde - Nico Bloem tritt für die SPD bei der kommenden Landtagswahl im Oktober im Wahlkreis 84 an. Der Vorsitzende des Betriebsrats der Meyer-Werft will künftig Borkum, Weener, Bunde, Jemgum, Moormerland und Westoverledingen im Landtag vertreten. Vor seiner Nominierung musste sich der 27-Jährige am Sonnabend einer Kampfabstimmung auf einer Kreiskonferenz seiner Partei stellen. Auch Carsten Janssen aus Moormerland bewarb sich um die Nachfolge von Johanne Modder, die im Herbst aus dem Landesparlament ausscheidet.
Bloem überzeugte die Delegierten mit einer kämpferischen Bewerbungsrede. Inhaltlicher Schwerpunkt des Weeneraners war dabei sein Einsatz für faire Arbeitsbedingungen. „Ich bin selbst ein Arbeiterkind. Ich habe mich immer für die einfachen Arbeiter stark gemacht“, sagte Bloem in seiner Ansprache. „Ich weiß, wie sich ein Mensch fühlt, wenn am Ende des Monats der Lohn nicht reicht.“ Er wolle sich in Hannover wie auch schon in seiner Rolle als Betriebsratsvorsitzender der Meyer-Werft für gute Löhne einsetzen. „Ich habe in den vergangenen Jahren bewiesen, dass ich Haltung habe“, so Bloem. Für den Fall, dass ihm der Einzug in den Landtag gelingen sollte, wolle er sich aus dem Betriebsrat der Meyer-Werft zurückziehen. „Dann bin ich zu 100 Prozent Abgeordneter“, kündigte Bloem an.
Enges Rennen erwartet
Bloems Konkurrent um die SPD-Kandidatur, Carsten Janssen, betonte in seiner Rede, dass es innerhalb der Partei keinen Lagerkampf gebe. „Es ist die Wahl zwischen zwei kompetenten Kandidaten“, sagte der Moormerländer. „Wir werden Einigkeit zeigen, egal wie die Abstimmung ausgeht“, so Janssen. In seiner Ansprache arbeitete er sich durch viele Themengebiete der Landespolitik, sprach über die Stärkung des ländlichen Raums, über Bildung und Fachkräftemangel. „Wenn ihr mich wählt, werde ich voll und ganz um das Mandat kämpfen“, sagte Janssen. Doch die Delegierten sprachen Nico Bloem mit großer Mehrheit das Vertrauen aus. Von 41 Stimmen entfielen 29 auf den Weeneraner, ein Stimmanteil von mehr als 70 Prozent. Janssen kam auf elf Delegierten-Stimmen.
Für den Wahlkreis 83, der die Stadt Leer, sowie die Gemeinden Ostrhauderfehn, Rhauderfehn, Uplengen, Hesel und Jümme umfasst, nominierte die SPD den Landtagsabgeordneten Sascha Laaken aus Ostrhauderfehn. Er trat ohne Gegenkandidaten an und konnte 100 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich verbuchen. Laaken steht vor einem spannenden Wahlkampf. Bei der vergangenen Landtagswahl unterlag er Ulf Thiele (CDU) im Rennen um das Direktmandat nur um wenige Hundert Stimmen. Entsprechend kämpferisch gab sich der Sozialdemokrat in seiner Rede. „Wir legen ein Tempo auf den Asphalt, dass die anderen nicht mehr wissen, wo vorne und hinten ist“, sagte Laaken. „Ich werde kämpfen mit allem, was ich habe.“