Zivilprozess

Landgericht: Emder AfD-Professor gegen syrische Ex-Studentin

Andreas Ellinger
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Von Andreas Ellinger
| 18.03.2022 16:19 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Solidaritätskundgebung für Bjeen Alhassan vor dem Hamburger Landgericht. Foto: Ellinger
Solidaritätskundgebung für Bjeen Alhassan vor dem Hamburger Landgericht. Foto: Ellinger
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Ein Emder Professor fordert von einer früheren Studentin Schmerzensgeld. Die Syrerin hat öffentlich gesagt, dass sie sich von dem AfD-Funktionär diskriminiert fühlte. Darum geht es vor dem Landgericht Hamburg.

Emden/Hamburg - Vor dem Hamburger Landgericht ging es an diesem Freitag, 18. März, um 25.000 Euro. Die will der Emder Hochschul-Professor Dr. Reiner Osbild von seiner ehemaligen Studentin Bjeen Alhassan haben.

Der Deutsche firmierte Jahre lang als Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Ostfriesland. Die Syrerin ist im Jahr 2020 von der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Nationalen Integrationspreis ausgezeichnet worden. Danach schilderte sie in Interviews, dass der AfD-Professor an der Hochschule Emden/Leer sie unfair behandelt und sie sich diskriminiert gefühlt habe.

Solidaritätskundgebung für vor dem Hamburger Landgericht

„Sie hat meinen Ruf geschädigt“, meint Osbild – der Leute, die er als politische Gegner betrachtet, im Internet beispielsweise als „Versager“ und „IQ-defizitär“ beleidigt. In einem Vortrag, der auf einem Video-Portal veröffentlicht wurde, hat der Professor Geflüchtete als Teil eines „satanischen Generalangriffs“ dargestellt. Dieser Mann will jetzt also 25.000 Euro von seiner ehemaligen Studentin: „Weil sie mir Schmerzen zugefügt hat“, so sagte er vor rund einem Jahr. Damit befasst sich jetzt eine Zivilkammer des Hamburger Landgerichts. Der Prozesstag begann mit einer Solidaritäts-Kundgebung für Bjeen Alhassan.

Der „Freie Zusammenschluss von Student*innenschaften“ (FZS) hatte via Instagram mobilisiert, die „AG gegen Rechts an der Hochschule Emden/Leer“ per Facebook. Um vor dem Hamburger Landgericht „einen Ausbau der Antisdiskriminierungsarbeit an Hochschulen“ und „den Schutz von Betroffenen“ zu fordern, so der FZS. Die Emder Arbeitsgemeinschaft erneuerte ihre Forderung nach einer Antidiskriminierungsstelle an ihrer Hochschule.

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