Wohnbebauung
Weichen für Baugebiet in Barßelermoor gestellt
In Barßelermoor wird ein Neubaugebiet erschlossen. Bei den Vorstellungen, was und wie dort gebaut wird, setzte sich die Gruppe CDU/FDP im Wirtschaftsausschuss energisch gegen SPD, BfB und Grüne durch.
Barßel - Ungewohnt harsch wurde am Mittwoch im Ausschuss für Wirtschaft, Planung, Umwelt und Klimaschutz in Barßel über die Bauleitplanung für ein Baugebiet nördlich der Hauptstraße in Barßelermoor diskutiert. Dort soll auf einem Gelände von rund fünf Hektar, das bisher als Baumschule genutzt wurde, ein Wohngebiet entstehen. Dadurch wird ein Lückenschluss entlang der Hauptstraße erreicht. Bislang lag das Plangebiet im Außenbereich. Im Ausschuss wurden jetzt die Weichen für eine Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans gestellt. Dabei setzte sich die CDU/FDP-Mehrheitsgruppe im Rat mit ihren Wünschen gegenüber Grünen, SPD und Bürgerfraktion durch.
Die Immobilien Development- und Beteiligungsgesellschaft Niedersachen mbh (IDB), eine Tochtergesellschaft der Landessparkasse zu Oldenburg, will das Areal als Vorhabenträger erschließen und darauf Wohnhäuser errichten. IDB-Prokurist Lars von Lienen bestätigte auf Nachfrage, dass die IDB die Flächen vermarkten wolle. Es gebe auch schon die ersten Anfragen.
Mehrfamilienhäuser an der Straße
Erschlossen werden soll das Neubaugebiet über eine neue Zufahrt an der Hauptstraße zwischen den Wohnlagen Am Torfring und dem Holunderweg. Direkt an der Hauptstraße sind mehrgeschossige Mehrfamilienhäuser geplant. Wie Bauamtsleiter Hans Schulte im Ausschuss ausführte, sollen darin 14 Wohneinheiten entstehen. Im Anschluss an diese Bebauung sollen zwei Regenrückhaltebecken folgen. Dahinter sollen Einfamilienhäuser gebaut werden.
Auf Initiative von Neele Venekamp (CDU) hat die Gemeinde erstmals Bauvorschriften erlassen, die vorsehen, dass Kiesbeete dort unzulässig sind und die Grundstücke mit Hecken eingefriedet werden sollen.
Grüne beklagen Zweiklassen-Siedlung
Hannes Coners (Grüne), der dem Ausschuss in beratender Funktion angehört, beklagte, dass die Mehrfamilienhäuser direkt an der Hauptstraße stehen und durch die Regenrückhaltebecken von den Einfamilienhäusern getrennt seien. Er habe den Eindruck, man wolle dadurch eine Zwei-Klassen-Siedlung schaffen, sagte Coners. Er würde eine integrierendere Besiedlung begrüßen. Julia Thoben, Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion, schloss sich dieser Bewertung an. Die SPD finde die geplante Bebauung „nicht gerade sozial förderlich“. Außerdem regte sie an, im Bebauungsplan einen Spielplatz vorzusehen. Das wurde von Waltraut Frerichs (BfB) unterstützt.
„Herr Coners, das ist Ihre Meinung“, entgegnete Bauamtsleiter Schulte auf den Einwand des Grünen. Er vertrat die Ansicht, die Regenrückhaltebecken innerhalb der Siedlung trügen zur Wohn- und Lebensqualität bei. Johannes Geesen (CDU) wies den Begriff der zweiklassigen Bebauung zurück. Es gehe bei den Mehrfamilienhäusern um pflegeleichte, kompakte Wohnungen, etwa für Senioren. Ein Spielplatz, fand er, brauche es nicht. Kinder spielten viel lieber in freier Natur. Er wisse das, weil er selbst dort in der Nähe groß geworden sei. Steffen Haak (CDU) verwies auf den Traumspielpark am Hafen, in den die Gemeinde viel Geld investiert habe.
Hans Eveslage (CDU) plädierte dafür, die Grundflächenzahl zu erhöhen, um dem Vorhabenträger eine intensivere Bebauung der Grundstücke zu ermöglichen. Über Beides - Spielplatz und höhere Grundflächenzahl - wurde abgestimmt. Bei beiden Entscheidungen setzte sich die Mehrheitsfraktion durch. Deshalb wird in dem Neubaugebiet kein Spielplatz eingeplant, aber die Grundflächenzahl von 0,3 auf 0,4 erhöht. Gegen die vier Stimmen von SPD und BfB wurden Flächennutzungsplan und Bebauungsplan mit sechs Stimmen von CDU und FDP auf den Weg gebracht.