Hafen Leer
Leda nicht tief genug: Schiff musste in Emden stoppen
Untiefen haben das Einlaufen eines großen Seeschiffs in Leer verhindert. Der Hafen war tief genug, die Leda jedoch nicht. Das soll sich ändern.
Leer - Aus der angedachten Premiere im Leeraner Hafen wurde nichts. Wegen unerwarteter Untiefen in der Leda konnte das vollbeladene Seeschiff „Wilson Gijon“ den Hafen nicht anlaufen. Es wäre das erste Schiff gewesen, das die sechs Meter tiefe Fahrrinne im Hafen benötigt. „Für uns und insbesondere auch für die Firma Weco ist das ein großes Ärgernis“, sagt Stadtwerke-Vorstand Timo Kramer.
Wenige Hundert Meter vor der Leeraner Seeschleuse seien in der Leda 5,80 Meter als offizielle Wassertiefe angegeben. Das wäre für die vollbeladene „Wilson Gijon“ machbar gewesen, so die Stadtwerke. Lotsen hätten jedoch Untiefen im Fluss entdeckt, aufgrund derer die 5,80 Meter nicht mehr gewährleistet waren. Die ungünstige Wetterlage mit Ostwind habe die Situation zusätzlich erschwert.
WSA baggert nach Bedarf
In einem Telefonat mit dem zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Nordsee in Emden, habe Kramer seine Irritation darüber geäußert, dass die offizielle Wassertiefe nicht eingehalten worden sei. Hermann Poppen, Sprecher des WSA bestätigte, dass es die Untiefen gibt. „Ein Schiff dieser Größe war schon lange nicht mehr in Leer. Es war auch nicht angekündigt und wir baggern die Fahrrinne bedarfsgerecht aus“, erklärt er.
Er betonte, dass die Stadtwerke auch keine Pflicht dazu hätten, Schiffe anzumelden. Da aber bisher Schiffe mit weniger Tiefgang die Leda passierten, habe es auch keinen Anlass gegeben, die 5,80 Meter einzuhalten. „Die Wassertiefe wird nicht vorgehalten, wenn sie nicht benötigt wird. Die aktuellen Fahrwassertiefen sind zudem online einzusehen“, sagt er. Nach der Überführung des nächsten Kreuzfahrtschiffes aus Papenburg solle dort gebaggert werden – aller Voraussicht nach Anfang April. „Das hat diesmal nicht optimal geklappt. Jetzt wissen wir, dass das Schiff öfter kommen soll. Das werden wir dann natürlich vorbereiten“, so Poppen.
Industriehafen ist tief genug
Für die Stadtwerke ist damit die Premiere eines vollbeladenen Seeschiffes im Hafen missglückt. Dass das Schiff nun gar nicht dazu kam, die neue Fahrrinne zu nutzen, ärgert die Stadtwerke entsprechend. „Im Hafen der Stadtwerke waren alle Voraussetzungen erfüllt“, betont Timo Kramer.
Bestellt worden war die „Wilson Gijon“ von der Weco. Beladen war sie mit 3500 Tonnen Dolomit-Kies aus Skandinavien. Schlussendlich kam sie auch im Leeraner Hafen an. Zunächst musste das Schiff jedoch im Emder Hafen um einen kleinen Teil der Fracht erleichtert werden. Dieser wurde auf ein Binnenschiff umgeladen.
Die „Generalprobe“ sei missglückt, sagt Timo Kramer. Da die Emder Behörde die Probleme auf der Leda aber schnell aus der Welt schaffen wolle, ist er sich sicher: „Große und vollbeladene Seeschiffe vom Kaliber einer „Wilson Gijon“ werden uns schon in Kürze problemlos erreichen können.“ In diesem Punkt ist auch das WSA optimistisch.