Handball

Bundesliga-Talent spielt wieder für Concordia Ihrhove

| | 17.03.2022 14:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Merle Heidergott spielte bis Ende vergangenen Jahres für den Zweitligisten SV Werder Bremen. Foto: Imago
Merle Heidergott spielte bis Ende vergangenen Jahres für den Zweitligisten SV Werder Bremen. Foto: Imago
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Merle Heidergott läuft nicht mehr für den Handball-Zweitligisten Werder Bremen auf. Die 26-Jährige hat sich aus dem Profibereich zurückgezogen und spielt nun für ihren Heimatverein in der Regionsoberliga.

Ihrhove - Die Handballerin Merle Heidergott hat sich in den vergangenen Jahren im Profibereich einen Namen gemacht. Vom Zweitligisten Werder Bremen, wo sie in der Spielzeit 2017/2018 sensationelle 198 Tore erzielte und sogar zur besten Spielerin der Saison gewählt worden war, wechselte sie 2019 zum Erstligisten HSG Blomberg-Lippe nach Ostwestfalen. Im Sommer 2020 beendete sie auf eigenen Wunsch das Bundesliga-Abenteuer und kehrte zu Werder Bremen zurück. Ende vergangenen Jahres einigten sich beide Seiten auf eine vorzeitige Vertragsauflösung. Die 26-Jährige hat sich dann für ein Ende ihrer Profi-Laufbahn entschieden und geht nun wieder für ihren Heimatverein Concordia Ihrhove auf Torejagd. Statt in der 2. Liga erzielt Heidergott nun Tore in der Regionsoberliga – wäre da nicht das Verletzungspech.

Doch wie kam es zur Vertragsauflösung mit Werder? „Ich kam mit dem Trainer nicht mehr zurecht“, sagt Heidergott, die öffentlich auf die Probleme nicht näher eingehen möchte. Ihr habe die Diskrepanz aber so sehr zu schaffen gemacht, dass sie sich Hilfe beim Sportpsychologen geholt habe. „Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch“, sagt Heidergott. Deshalb seien ihr die zwischenmenschlichen Probleme sehr nahe gegangen. Im Dezember gab Werder Bremen die Vertragsauflösung bekannt. Der Verein erklärte das so: „Merle Heidergott hat vor einiger Zeit angekündigt, dass sie aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich über einen längeren Zeitraum nicht trainings- und spielfähig sein wird“, wird Martin Lange, Vorsitzender der Handball-Abteilung des SV Werder Bremen, in einer Mitteilung zitiert. Von Seiten des Vereins hieß es weiter: „Wir haben daraufhin angeboten, jegliche Unterstützung zu leisten, die notwendig ist, um der Spielerin zu helfen. Schließlich ist die personelle Situation unserer Zweitliga-Mannschaft seit Wochen durch die zahlreichen Verletzungsausfälle sehr angespannt. Merle hat jedoch darum gebeten, aus dem Vertragsverhältnis aussteigen zu können.“ Nach langer Beratung habe man sich schließlich darauf geeinigt, den noch bis zum Sommer laufenden Vertrag mit der ostfriesischen Rückraumspielerin mit sofortiger Wirkung aufzulösen.

Offerten von Erstliga-Vereinen

Der Schritt sei Heidergott nicht leicht gefallen. Sie habe gerne für Werder Bremen gespielt, sagt sie. Nachdem bekannt geworden war, dass sie den Verein verlassen werde, bekam sie viele Angebote. Vereine aus der 3. bis zur 1. Liga wollten das Talent aus Ostfriesland verpflichten. „Ich habe lange hin- und her überlegt, ob ich noch mal für einen anderen Verein spielen möchte“, sagt die Ihrhoverin. Sie habe sich aber schließlich dagegen entschieden. Der Rückzug aus dem Profibereich heißt aber nicht, dass Heidergott den Handball ruhen lässt. Die 26-Jährige bleibt zwar in Bremen wohnen, ist aber nach wie vor sehr heimatverbunden. An ihren Home-Office-Tagen arbeitet die gelernte Groß- und Außenhandelskauffrau gerne in ihrem Elternhaus in Ihrhove. „Mein Papa kam dann auf die Idee, dass ich mich doch Concordia Ihrhove wieder anschließen könnte“, erzählt Merle Heidergott, deren Mutter Mena die Handball-Abteilung beim SV Concordia leitet. Bei den Concorden spielte Heidergott bis zur B-Jugend in der Landesliga. Sie gehörte zur Niedersachsen-Auswahl und wechselte bereits mit 15 Jahren zum VfL Oldenburg. 2015 wurde sie von Werder Bremen verpflichtet.

Drei Punktspiele bestritt Merle Heidergott in diesem Jahr für Concordia Ihrhove in der Handball-Regionsoberliga. „Merle bringt natürlich eine hohe spielerische Qualität mit“, sagt Ihrhoves Trainer Dirk Züchner. „Ich sehe sie aber vor allem als Führungsspielerin, die den jungen Spielerinnen in einigen Situationen das Vertrauen zurückbringen kann. Für viele ist sie ein Vorbild“, sagt Züchner, der die Ihrhover Damenmannschaft seit 2017 trainiert.

Sofern es Heidergotts Zeit zulässt, nimmt sie auch am Training teil. In den bisherigen Punktspielen erzielte sie 25 Tore für den Tabellensiebten. Im Heimspiel gegen die HSG Friedeburg/Burhafe, das am Sonnabend mit 22:36 verloren ging, schlug allerdings das Verletzungspech zu. Heidergott knickte gegen Ende der ersten Halbzeit um. Momentan kann die Ihrhoverin auf dem linken Bein nicht laufen, sie ist auf Krücken angewiesen. Eine genaue Diagnose steht noch aus, für Klarheit soll bald eine MRT-Untersuchung sorgen.

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