Rettungsmanöver
ADAC-Hubschrauber auf dem Weg zur Reparatur nach Bonn
Der verunglückte Rettungshubschrauber ist am Montag in Riepe geborgen worden. Das Cockpit der Maschine war von einem Holzpfahl im Boden durchbohrt worden. Für Irritationen sorge noch etwas anderes.
Riepe - Operation geglückt! Das galt am Montagmittag in Riepe an der Reiherstraße für den Abtransport eines verunglückten ADAC-Rettungshubschraubers mit Hilfe eines Tiefladers und eines Krans. Die Maschine war am Sonntagmorgen bei einem Einsatz auf einem unbebauten Grundstück von einem Holzpfahl durchbohrt worden, der aus dem Boden ragte. Bei der Beschädigung des Cockpits blieb der Pilot unverletzt. Der Rettungshubschrauber durfte aus Sicherheitsgründen nicht mehr starten.
Das wäre technisch unter Umständen noch möglich gewesen, hätte aber nicht den Standards des Unternehmens entsprochen, sagte Jochen Oesterle auf Anfrage. Der ADAC-Pressesprecher sprach davon, dass bei den Rettungshubschraubern bereits eine technische Fehlermeldung auftaucht, wenn die äußere Hülle nur von einem Ast oder ähnlichem gestreift werde. „Dann muss sofort eine Überprüfung erfolgen“, sagte Oesterle. Die Gewährleistung der Sicherheit sei für sein Unternehmen oberstes Gebot.
Nachtsichtbrillen machen Landung bei Dunkelheit möglich
Der Pressesprecher trat zudem der Behauptung entgegen, dass die Maschine in der Dunkelheit auf dem unbebauten Grundstück nicht hätte landen dürfen. Das sei früher der Fall gewesen. Seit 2019 könne der Rettungshubschrauber „Christoph 26“ durch das sogenannte Night-Vision-Imaging-System (NVIS) auch nachts auf unbekanntem Gelände seinen Dienst versehen. Möglich werde die Landung bei Dunkelheit durch spezielle Nachtsichtbrillen.
Sein Unternehmen habe am Sonntag sichergestellt, dass bereits am Mittag ein Ersatz für den verunglückten Hubschrauber in der Luftrettungsstation Sanderbusch zur Verfügung stand. Der ADAC bietet für die Region als einziges Unternehmen eine 24-stündige Bereitschaft an. Sanderbusch gehört zu den am längsten von der ADAC-Luftrettung betriebenen Stationen. Im Jahr 2020 rückte „Christoph 26“ zu insgesamt 1269 Einsätzen aus. Ziel von über einem Drittel der Rettungsflüge waren die ostfriesischen Inseln, am häufigsten Wangerooge. Der Einsatzradius beträgt rund 70 Kilometer. Zum Team gehören 20 Notärzte, sieben Piloten, drei Co-Piloten, zehn speziell ausgebildete Notfallsanitäter und drei weitere Notfallsanitäter mit Zusatzqualifikation für die Bedienung der Rettungswinde.
Laut Jochen Oesterle kostet ein Rettungshubschrauber wie der „Christoph 26“ sechs bis sieben Millionen Euro. Je nach Ausstattung und Leistungsvermögen könne der Preis auch bis zehn Millionen Euro ansteigen. Die verunglückte Maschine wird in dem Wartungshangar in Bonn-Hangelar repariert. Wie teuer das sein werde, könne man derzeit nicht sagen, meinte Jochen Oesterle. Dafür müsse der Hubschrauber zunächst genau inspiziert werden.
Über 1.500 Einsätze für Hubschrauber aus Sanderbusch
Offshore-Windparks: Im Notfall kommen Emder Rettungsflieger