Straßenausbau
Autos fahren in Hesel über einen Spielplatz
Der bei Anliegern umstrittene Ausbau der Straße Im Brink in Hesel wird fortgesetzt. Die Geschäfte sind diesmal gut zu erreichen. Damit der Verkehr rollt, wurde ein Spielplatz zweckentfremdet.
Hesel - Mit dem Ausbau der Straße Im Brink in Hesel geht es voran. Der dritte Bauabschnitt ist an der Reihe. Dieser beginnt bei der Einmündung in die Falkenstraße und endet bei der Fahrbahnverengung in Höhe Lidl. Dort schließe später der vierte Bauabschnitt bis zur Filsumer Straße (B 72) an, sagt der Gemeindedirektor von Hesel, Joachim Duin.
Seit Beginn der Arbeiten am dritten Bauabschnitt ist der Verkehr in der Siedlung südlich der Straße Im Brink mehr geworden. Täglich rollen Autos über die Straßen, deren Fahrerinnen und Fahrer dort gar nicht wohnen, sondern die über die Falkenstraße zur Mühlenstraße beziehungsweise zum Kreisel wollen. Auf dem Weg dahin führt eine Umleitung über einen Spiel- und Dorfplatz. Der ist jetzt zweigeteilt, beide Hälften sind jeweils von einem hohen Bauzaun umgeben. Die gepflasterte Straße in der Mitte des Areals war bisher nur Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Jetzt fahren dort – wenn auch nur vorübergehend – Pkw.
Straße ab Dienstag wieder frei
„Allen Unkenrufen zum Trotz werden wir in diesem Jahr fertig“, scherzt Duin. Wann genau, könne er jedoch nicht sagen. Am Freitag seien im dritten Bauabschnitt die Trag- und Bindeschichten aufgetragen worden, an diesem Montag komme der Asphalt für die Deckschicht. „Am Dienstag wird dieser Abschnitt Im Brink wieder für den Verkehr freigegeben“, so Duin optimistisch. Was weitere Prognosen angeht, hält er sich zurück.
Während der erste Bauabschnitt von der Mühlenstraße bis zur Einmündung in die Falkenstraße komplett fertig ist, wurden die im Januar begonnenen Arbeiten am zweiten Bauabschnitt von der Mühlenstraße ausgehend in Richtung Kik nach kurzer Zeit eingestellt. Die Rohre und Schächte für die Oberflächenentwässerung sind verlegt und die Rinnsteine gesetzt. „Doch dann konnte der Asphalt nicht geliefert werden“, erklärt der Heseler Verwaltungschef den Baustopp. Zum einen sei es im Winter für das Ausbringen des Asphalts einfach zu kalt, zum anderen nutzten die Asphaltmischwerke diese Zeit, um ihre Maschinen zu warten. „Deshalb wurde der dritte Bauabschnitt vorgezogen“, sagt Duin.
Schadstoffe machen alles teurer
Deshalb könne er nicht sagen, wann es wo wie weitergehe. Neben dem vierten Bauabschnitt von der Einengung bei Lidl bis zur B 72 gebe es nämlich noch ein weiteres Teilstück, das erneuert werden müsse. Dabei handelt es sich um den Abschnitt zwischen dem Kreisel bei der Mühlenstraße und der Leeraner Straße.
Die Erneuerung der Straße Im Brink ist umstritten, weil sie eine Anliegerstraße ist. Die bisher errechneten Kosten liegen bei rund 408.000 Euro. „Wir Anlieger sollen für 75 Prozent, 306.000 Euro, aufkommen. Die Gemeinde hingegen ist mit 25 Prozent dabei und kann sich auch noch aus dem kommunalen Steueraufkommen bedienen“, hatte es Manfred Fecht, einer der betroffenen zehn Anlieger, vor einigen Wochen gegenüber dieser Zeitung auf den Punkt gebracht.
Bei dieser Summe wird es nicht bleiben: Vor einigen Wochen, bevor es mit dem dritten Bauabschnitt weitergehen sollte, waren Bodenproben genommen worden. Es stellte sich heraus, dass diese mit krebserregenden Stoffen belastet sind. In der Folge musste der gesamte Aushub gesondert entsorgt werden. „Was zusätzliche Kosten verursacht“, sagt Joachim Duin. Über die Höhe könne man noch nichts sagen. Das gehe erst, wenn alles fertig sei und die Endabrechnung vorliege.