Aktion
3000 Jugendliche bilden Menschenkette um den Leeraner Hafen
Vier Leeraner Schulen haben sich zusammengetan und eine Menschenkette rund um den Hafen organisiert. Damit wollten sie ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Menschenrechte setzen.
Leer - Der blaue Himmel und die Sonne strahlen am Freitagmittag über dem Leeraner Hafen um die Wette. Der Wind verwandelt das Wasser im Hafenbecken in Wellen. Die Geräuschkulisse erinnert jedoch eher an eine große Pause auf dem Schulhof. Denn rund 3000 Schülerinnen und Schüler haben sich hier zusammengefunden, um ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Menschenrechte zu setzen.
Was und warum
Darum geht es: Eine Aktion von Schülerinnen und Schülern aus Leer.
Vor allem interessant für: die, die dabei waren und die, die es verpasst haben.
Deshalb berichten wir: 3000 Jugendliche hatten sich um den Leeraner Hafen versammelt. Die Autorin erreichen Sie unter: d.hoppe@zgo.de
Gemeinsam bilden die Jugendlichen des Ubbo-Emmius-Gymnasiums (UEG), des Teletta-Groß-Gymnasiums (TGG) und der beiden Berufsbildenden Schulen (BBS1 und BBS2) eine Menschenkette. Sie stehen am Ufer, vor dem Ruderverein, der Polizeiwache, bis über die Brücke am Rathaus.
Alle wollten mitmachen
Die ursprüngliche Idee für die Menschenkette kam aus der Mittelstufe des UEG. „Wir wurden dann von deren Schülervertretung informiert“, berichtet Gunnar Hoffmann, Schülersprecher des TGG. „Da wollten wir dann unbedingt mitmachen“, ergänzt seine Co-Schülersprecherin Annalena Nolte. Die BBS1 und die BBS2 schlossen sich den Gymnasien an. „Das wurde mit der Zeit immer größer“, beschreibt Amelie Dreesmann, die die 12. Klasse des UEG besucht und dort auch in der Schülervertretung (SV) aktiv ist. „Da steckt viel Arbeit hinter“, pflichtet ihr UEG-Schülersprecherin Lieske-Lotte Schuberth bei. Eine Woche zuvor hatten sie mit Estelle Weiss, Csenge und Wiktoria Janeck und ihrem Lehrer Jens Mocha in einer SV-Sitzung das erste Mal besprochen, wie das Ganze aussehen könnte.
„Wir haben eine sehr aktive SV und die Schulleitung gibt uns viel Raum“, sagt Jens Mocha, Lehrer am UEG und Zuständiger für die dortige Schülervertretung und schulische Veranstaltungen wie diese. Anstoß habe die aktuelle Situation in der Ukraine gegeben: „Als der Krieg ausbrach waren viele betroffen und hatten das Bedürfnis zu reden. In Fächern wie Politik und Geschichte wurde viel darüber gesprochen“, erzählt Mocha. Es folgte ein Kuchenverkauf und auch für die Zukunft seien ein Waffelverkauf und ein Staffellauf geplant, um weitere Spenden für Menschen aus der Ukraine zu sammeln. „Uns ist es wichtig, nicht nur kurzfristig etwas zu machen, sondern langfristig zu helfen“, erklärt der verantwortliche Lehrer. Bei der Menschenkette handle es sich jedoch nicht um ein politisches Statement, sondern um ein allgemeines Zeichen für Frieden und Menschenrechte, betont er.
Volle Unterstützung
„Es ist schön, dass so viele gekommen sind, auch teilweise, obwohl sie frei hatten“, findet Amelie Dreesmann. Damit 1300 der Schülerinnen und Schüler des UEG Teil der Menschenkette sein konnten, sei sogar eine Klausur des aktuellen Abiturjahrgangs verschoben worden. „Die Schulleitung und unsere Lehrer unterstützen uns immer bei solchen Aktionen, das ist echt super“, erzählt Schulsprecherin Lieske-Lotte Schuberth. „Es funktionierte innerhalb einer Woche, weil alle wollten, dass das funktioniert“, fasst ihr Lehrer zusammen.
Doch nicht nur intern habe es viel Unterstützung gegeben: Auch das Ordnungsamt, die Polizei und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) waren in die Organisation mit eingebunden. „Die vom DLRG haben sich sogar extra Urlaub genommen, um hier zu sein“, weiß Tom Lünnemann, stellvertretender Schulleiter des UEG. In einem Boot fahren sie im Hafenbecken hin und her, um sicherzustellen, dass nirgendwo einer der Jugendlichen ins Wasser fällt. Nach einer halben Stunde löst sich die Menschenkette auf und alle gehen wieder zurück in ihre Schulen.