Ukraine-Krieg
Greenpeace fordert: Fuß vom Gas für den Frieden
Die Umweltorganisation Greenpeace will die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Öl verringern. Dafür fordert sie unter anderem ein Tempo 100 auf Autobahnen und Tempo 80 auf Landstraßen.
Berlin - Greenpeace hat unter anderem ein vorübergehendes Tempolimit gefordert, um die Abhängigkeit Deutschlands von russischem Öl zu reduzieren und damit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin weitere finanzielle Mittel zu entziehen. Das Motto: „Kein Öl für Krieg“. Demnach könne für Autobahnen ein Tempolimit von 100 Kilometern pro Stunde festgelegt werden, auf Landstraßen Tempo 80 und innerorts Tempo 30, schreibt Greenpeace in einem Papier, das unserer Redaktion vorliegt. Gelten solle diese Maßnahme für die Dauer des Krieges in der Ukraine, durch den die Rohöl- und damit auch die Spritpreise zuletzt rasant gestiegen waren.
Das Tempolimit ist nur eine von zehn Maßnahmen, die Greenpeace vorschlägt: Darüber hinaus fordern die Umweltschützer unter anderem autofreie Sonntage und einen Verzicht der Bürger auf jede vierte Freizeit-Autofahrt über 20 Kilometer. Allein durch die letzte Maßnahme könnten laut Greenpeace bundesweit pro Jahr rund 1,2 Millionen Tonnen Kraftstoff eingespart werden, was etwa 2,3 Prozent des Kraftstoffabsatzes in Deutschland entspreche. Im Falle eines Tempolimits auf Autobahnen wären es laut Greenpeace zwei Millionen Tonnen Kraftstoff, weitere 0,4 Millionen kämen durch Tempo 80 auf Landstraßen hinzu. Durch beide Maßnahmen gemeinsamen könnten zudem 7,5 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.
Für Greenpeace ist auch ein Importstopp russischen Öls in der aktuellen Lage notwendig, um dem Krieg Putins gegen die Ukraine die finanzielle Basis zu entziehen. „Jede Tankfüllung, jede Heizöllieferung spült Geld in Putins Kriegskasse“, sagte Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan der Deutschen Presse-Agentur. „Diese unerträglichen Finanzhilfen für Putins Angriff auf die Ukraine ließen sich schon morgen deutlich reduzieren.“ Die USA hatten als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine am Dienstag ein Importverbot für Öl aus Russland verhängt. Die Bundesregierung ist wegen der großen Abhängigkeit von russischen Lieferungen gegen ein Energieembargo. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) warnte vor schweren Schäden für Deutschland.
Mit Material von DPA