Serie „Das Vereinsleben und das Virus“
Drei Arbeitskreise für das Strücklinger Wohl
Corona, Corona, Corona! Seit zwei Jahren lähmt die Pandemie das Vereinsleben im Saterland und in der Gemeinde Barßel. Wie gehen die Mitglieder damit um? Der GA berichtet in einer Serie. Diesmal: der Bürgerverein in Strücklingen.
Strücklingen - Die Förderung des dörflichen Gemeinschaftslebens, die Integration von Aktivitäten, die Pflege der dörflichen Gemeinschaftseinrichtungen und das Vordenken und Umsetzen von Projekten und Veranstaltungen zur Dorfentwicklung sind Hauptbestandteile der Arbeit des Strücklinger Bürgervereins. „Ganz wichtig ist dabei die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Vereinen im Ort. Wir helfen denen bei der Planung ihrer Veranstaltungen“, sagt Hans-Dieter Hanekamp, Vorsitzender des Bürgervereins Strücklingen.
Wer angesichts der zahlreichen Aufgaben denkt, die Corona-Pandemie habe die Tätigkeiten des Vereins zum Erliegen gebracht, der irrt. „Es kommt durchaus vor, dass wir auf einer Jahreshauptversammlung spontane Aktivitäten ankündigen, die dann auch in die Tat umgesetzt werden“, betont Hanekamp. So haben die Strücklinger zum Beispiel spontan dem Biohof Freese in Rhauderfehn einen Besuch abgestattet.
180 Mitglieder im Alter zwischen 50 und 75 Jahre
Die Corona-Pandemie sorgte bei einigen dieser geplanten Aktivitäten für Absagen, bei anderen Projekten aber nur für eine zeitliche Verzögerung. Wie beim Bau des Mehrgenerationenspielplatzes am Wiesengrund oder des Strücklinger Bürgerhauses, „Strukeljer Mandehuusl genannt, an der Hauptstraße/Ecke Kirchweg. Die Lockdowns haben dem Verein nicht geschadet. „Es gab keinerlei Austritte wegen Corona“, betont der Vorsitzende. Dem Bürgerverein Strücklingen gehören derzeit rund 180 Mitglieder an. Es sind überwiegend Personen „älteren Semesters“ im Alter von 50 bis 75 Jahren. Der Bürgerverein existiert seit 2005.
Sein Vorläufer war der Mitte der 1970er Jahre gegründete Orts- und Verkehrsverein. „Das Fundament unserer Arbeit basiert auf mehreren Arbeitskreisen“, erzählt Hans-Dieter Hanekamp, der seit 2017 den Bürgerverein als Vorsitzender anführt. Dies ist zum einen der Arbeitskreis Beete und Wanderwege, der sich zum Beispiel um Bepflanzung kümmert. „Hier sind Konrad Schulte, Aloys Witte, Klaus-Dieter Hartwiger und Wilfried Memmen sehr aktiv“, lobt Hanekamp.
Strukeljer Mandehuus wurde später eröffnet
Der zweite Arbeitskreis „Natur- und Umwelt“ wird von Marlies Jakobi geleitet. Die Gruppe kümmert sich auch um die Aktivitäten im neu geschaffenen Strukeljer Mandehuus, dem Bürgerhaus. Ursula Bollenhoff bietet dort einen Malkurs für Jugendliche an, Xenia Wallschlag leitet jeden Mittwoch eine Handarbeitsgruppe, im Sommer gibt es eine Tauschbörse für Pflanzen oder es werden kostenlos Blühsaat abgegeben. Die Zuständigkeit für das Bürgerhaus hat ebenfalls Marlies Jakobi übernommen. Im April 2020 hatte ursprünglich der Startschuss für das Strukeljer Mandehuus fallen sollen, der jedoch aufgrund eines Lockdowns auf den Dezember 2020 verschoben werden musste. Wegen der Corona-Infektionslage gab es in dem Haus kurz darauf wieder einen Stillstand.
Ein weiterer Arbeitskreis „Zeitzeugen“, geleitet von Joachim Bunger, verwaltet die Sammlung historischer Aufnahmen aus dem Dorf und gibt Interessierten auf Wunsch Auskunft über das damalige Geschehen im Ort. Außerhalb der Arbeitskreise sind die Mitglieder des Bürgervereins Strücklingen ebenfalls sehr aktiv. Zwar fiel die traditionelle Radtour 2020 der Pandemie zum Opfer, 2021 klappte es aber.
Arbeitskreis „Beete und Wanderwege“
Im Rahmen der Ortsverschönerung gelang es dem Arbeitskreis „Beete und Wanderwege“, im Dorf mehrere Sitzbänke aufzustellen. Und der Mehrgenerationenspielplatz an der Straße Am Wiesengrund/Ecke Sonnenau konnte mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde Saterland und mit technischer und personeller Unterstützung ortsansässiger Firmen realisiert werden.
Gerne hätte Hans-Dieter Hanekamp eine Winterwanderung mit den Mitgliedern des Bürgervereins durchgeführt. Vor zwei Wochen musste die coronabedingt jedoch abgesagt werden. So war es in den zurückliegenden zwei Jahren auch den beliebten Veranstaltungen „Spiel ohne Grenzen“ und Deich-Partie ergangen. Ob die in diesem Jahr stattfinden, steht noch in den Sternen. „Im nächsten Jahr wird es besser“, lautet Hanekamps persönliche Meinung.
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„Für unser Gesellschaftsleben war Corona auf jeden Fall nicht gut“, betont Hanekamp und erzählt: „Ich war vor kurzem Blut spenden. Üblicherweise gibt es dort anschließend einen kleinen Imbiss, bei dem man sich mit anderen Spendern austauschen kann. Jetzt gab es den Imbiss auf die Hand und keinerlei Kontakte. Es fehlt die Kommunikation.“ Anfang April findet wieder der Umwelttag statt. Daran will der Bürgerverein teilnehmen. „Das ist das Ziel und mein Hauptwunsch derzeit“, sagt der Vorsitzende.