Corona
Oberledinger Schulen merken deutlichen Anstieg der Coronazahlen
Westoverledingen hat die zweithöchsten Coronazahlen im Landkreis Leer. Das merkt man auch an den Schulen.
Oberledingerland - Die Coronazahlen im Landkreis Leer steigen massiv an. 388 bestätigte Fälle gibt es allein in der Gemeinde Westoverledingen. Und diese hohen Zahlen spiegeln sich laut Rainer Bruns, Leiter des Schulzentrums Collhusen, auch an seiner Schule wider. „Praktisch in jeder Klasse gibt es einzelne Coronafälle bei Schülern“, sagte Bruns. Konkrete Zahlen, wie viele der insgesamt 676 Schüler an Corona erkrankt sind, konnte der Rektor nicht nennen. „Denn es ist nicht immer klar, welchen Krankenstatus die Mädchen und Jungen haben“, führte Bruns aus. Das bedeutet, dass nicht gesagt werden kann, ob die Person an Corona erkrankt ist, oder vorsichtshalber zu Hause bleibt, weil ein Familienmitglied sich infiziert hat, so der Rektor.
„Man kann sagen, dass sich pro Klasse jeden Tag zwei, drei Schüler krankmelden“, so der Schulleiter. Von den 66 Lehrern, die am Schulzentrum Collhusen unterrichten, sind laut Bruns aktuell vier an Corona erkrankt. „Drei Coronaerkrankungen sind durch PCR-Tests bestätigt“, sagte der Rektor. Bei den Schülern der Klassen 5 bis 7 findet Unterricht in Präsenz statt. „In den oberen Jahrgängen kann schon mal gesagt werden, es findet an bestimmten Tagen Homeschooling statt.“ Bis vergangenen Freitag mussten sich die Schüler jeden Tag testen, aktuell gilt mit der neuen Verordnung, dass nur noch drei Tests pro Woche vorgenommen werden müssen. „Aber wegen der Coronafälle testen sich die Schüler in den meisten Klassen weiterhin jeden Tag“, führte Bruns aus.
Deutlich mehr Kranke
Auch am Albrecht-Weinberg-Gymnasiums Rhauderfehn werden seit Anfang dieser Woche laut dem stellvertretenden Schulleiter Axel Bunjes deutlich mehr Coronakranke verzeichnet. „Das verteilt sich allerdings auf alle Jahrgangsstufen und ist sicherlich der Tatsache geschuldet, dass die Zahlen im Landkreis so hochgehen“, sagte er. In Rhauderfehn gibt es derzeit 285 bestätigte Fälle, und die Zahlen steigen. Seit Anfang letzter Woche haben sich laut Bunjes die Zahlen an der Schule verdoppelt. Wie viele der Schülerinnen und Schüler genau erkrankt sind, dürfe er jedoch aus Datenschutzgründen nicht verraten. Ganze Klassen würden jedoch nicht ausfallen und so finde der Unterricht weiter in Präsenz statt. „Homeschooling dürfen wir nur in Rücksprache mit dem Gesundheitsamt machen und haben es tatsächlich bisher nur im Einzelfall vor ein paar Wochen gemacht, als die Hälfte der Klasse nicht da war“, erläuterte Bunjes. Er hat beobachtet, dass die Ansteckung meist nicht in der Schule stattfindet. „Häufig kommt die Krankheit über Kinder oder kleinere Geschwister aus der Krippe oder dem Kindergarten“, sagt er.
„Wir stellen fest, dass sich oft bei jüngeren Kindern mit Corona angesteckt wird“, sagte Ludger Mählmann, Leiter der Schule am Osterfehn. Zwar rücke das Thema an der Schule deutlich in den Hintergrund, wenn es aber neue Fälle in der Schülerschaft oder im Kollegium gebe, sei es meist so, dass kleine Kinder ebenfalls im Haushalt leben würden.
„Wir haben viele Lehrkräfte mit kleinen Kindern, die sich angesteckt haben, während sie das kranke Kind betreut haben“, berichtete Mählmann auf Anfrage dieser Zeitung. In zwei Fällen seien Klassen zu Hause beschult worden. „Wir gucken täglich danach, wie die Lage aussieht“, so Mählmann. Seiner Meinung nach helfe das Tragen von Masken, die Verbreitung des Virus an der Schule zu verhindern.
Gegen Lockerung entschieden
Trotzdem ist man an der Schule in Ostrhauderfehn vorsichtig. „Inzwischen hätten wir die Kohortenregelung auf dem Schulhof schon abschaffen können, aber wir haben uns dagegen entschieden“, sagte der Schulleiter. Einen Anstieg der Zahlen gebe es derzeit zwar nicht, aber man habe lange darüber diskutiert.
An der Kreisrealschule Overledingerland hingegen gibt es laut Schulleiter Holger Klempin mehrere Coronafälle. Zwei Klassen werden derzeit zu Hause unterrichtet, um die Verbreitung zu stoppen. „Die Eltern und Schüler arbeiten wirklich ganz toll mit, damit wir das Virus eindämmen können“, lobte Klempin. Sie würden die regelmäßigen Testungen ernstnehmen und die Regeln beachten.
So läuft es auch an der Erich Kästner Schule in Rhauderfehn. „Die Eltern und Schüler ziehen gut mit“, freute sich Schulleiter Helmer Boelsen. Derzeit gebe es trotzdem einige positive Fälle. In betroffenen Klassen muss daher nun täglich getestet werden, obwohl inzwischen eigentlich niedersachsenweit nur alle drei Tage getestet wird.
Eltern und Schüler ziehen mit
Durch die häufigere Testung wird versucht, die Weitergabe des Virus so schnell wie möglich zu verhindern. „Wir sind betroffen, aber nicht gravierend. Wir glauben, dass es damit zusammenhängt, dass alle die Testungen so ernstnehmen“, sagte er. Im Kollegium gebe es derzeit keine coronabedingten Ausfälle.
In den nächsten Wochen werden sich die Corona-Regelungen im Rahmen des Exit-Fahrplans des Kultusministeriums ändern. So gilt die grundsätzliche Maskenpflicht in Grundschulen und Förderschulen nur noch bis Freitag, 18. März. Schüler dürfen dann ab Montag, 21. März, die Masken am Platz ablegen.
Die Schüler der weiterführenden Schulen müssen sich für diese Lockerung noch gedulden. In der vom Ministerium festgelegten „Sicherheitsphase“ nach den Osterferien sollen sie sowie die Schüler der Berufsbildenden Schulen weiterhin eine Maske tragen. Weglassen dürfen sie sie an ihrem Sitzplatz ab 2. Mai. „Grundsätzlich kann und darf aber auf eigenen Wunsch und freiwillig weiterhin eine Maske getragen werde“, wie das Ministerium schreibt. Auf den Gängen gelte weiterhin Maskenpflicht.
Und sobald es wieder Fälle in einzelnen Klassen gibt, müssen auch dort wieder Masken getragen werden, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern.