Soziales
Ukraine: Der Krieg in Europa macht Holocaust-Überlebendem Angst
Der gebürtige Rhauderfehner Albrecht Weinberg feiert seinen 97. Geburtstag. Der Krieg in der Ukraine macht dem Holocaust-Überlebenden Angst. Einen wichtigen Geburtstagswunsch hat Weinberg.
Rhauderfehn/Leer - Gemeinsam mit Schülern und Lehrern des Albrecht-Weinberg-Gymnasiums Rhauderfehn feierte der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg am Montag in der Schule unter Beachtung der Coronaregeln seinen 97. Geburtstag.
Der gebürtige Rhauderfehner und Namensgeber des Gymnasiums freute sich darüber, dass er mit den jungen Leuten, denen er sonst während des Unterrichts von seinen persönlichen Erfahrungen während des Zweiten Weltkrieges, von seinen Verhaftungen und von seiner Deportation ins Konzentrationslager erzählt, feiern konnte.
Weinberg lobt die große Hilfsbereitschaft
Er machte aber auch deutlich, dass ihm die Situation mit dem Krieg in der Ukraine Angst bereite. „Ich habe Angst um die vielen Zivilisten, um die Frauen und Kinder“, sagte Albrecht Weinberg. Ein Ende der Kampfhandlungen sei nicht in Sicht, führte der 97-Jährige aus. „Wir können die Situation nicht ändern, wir können nur hoffen, dass der Krieg nicht noch weiter in den Westen überschwappt“, sagte der Holocaustüberlebende.
Weinberg freut sich über die große Hilfsbereitschaft – auch von Bürgern aus der Region. In dem Augenblick erinnert er sich aber auch wieder an sein persönliches Schicksal während des Zweiten Weltkrieges. Diese Hilfsbereitschaft hätte er sich damals während des Weltkrieges und der Verfolgung der Juden auch gewünscht. „Kein Mensch, kein Staat wollte uns haben, wir haben nicht mal ein Schluck Wasser bekommen“, so Weinberg.
Der Holocaust-Überlebende wünscht sich Frieden
Aber glücklicherweise sei es heute völlig anders, führte der Leeraner aus. „Die Hilfsbereitschaft ist heutzutage enorm. Weinberg hofft, dass diese Hilfe auch weiter anhält. Denn seiner Ansicht nach sei momentan nicht damit zu rechnen, dass die Kämpfe schnell beendet werden würden.
Einen Wunsch anlässlich seines Geburtstages hatte Albrecht Weinberg dann noch: „Frieden“.