Verkehr
Viele Baustellen: Auf der A 1 und Richtung Küste wird es eng
In den kommenden Monaten wird vielerorts gebaut auf den Straßen in der Region. Bereits seit einigen Tagen gibt es stärkere Einschränkungen auf der Autobahn 28 bei Oldenburg. Ein Überblick.
Oberledingerland/Region - Der Start der neuen Baustellensaison steht an. Mancherorts wurde zwar über den Winter hinweg gearbeitet, in den meisten Fällen geht es aber erst im Frühjahr richtig los. Vor Ort drohen Verkehrsbeeinträchtigungen vor allem auf der Autobahn 1. Eng wird es im Jahresverlauf jedoch auch auf den Autobahnen 28 und 29 rund um Oldenburg sowie in einigen Ortsdurchfahrten entlang von Bundes- und Landesstraßen. Das haben Anfragen bei den Außenstellen der neuen Autobahn GmbH sowie den zuständigen Landesbehörden für Straßenbau und Verkehr in Lingen, Osnabrück, Oldenburg, Aurich und Nienburg ergeben.
Stauschwerpunkt dürfte erneut die Hansalinie im südlichen Landkreis Vechta werden. Der Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Lohne/Dinklage und Bramsche war schon im vergangenen Jahr das Epizentrum des mobilen Stillstands in Niedersachsen. Nirgendwo anders im Land hatten sich nach einer Datenanalyse des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) mehr Staus ereignet als in diesem Bereich. Ursache ist eine Großbaustelle, die im Frühjahr 2021 eingerichtet worden war und auf der seit Juni kräftig gearbeitet wird.
Künftig sechs Fahrspuren auf der Autobahn 1
Bis zum Frühjahr 2025 soll die A1 auf diesem insgesamt 30 Kilometer langen Teilstück auf sechs Fahrspuren verbreitert werden. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf etwa 600 Millionen Euro. Gebaut wird zunächst auf den Fahrspuren in Richtung Osnabrück. Aktuell werden die Bauabschnitte 1 (Lohne/Dinklage bis Holdorf), 3 (Grandorf bis Wahlde) und 5 (Malgarten bis Bramsche) fertiggestellt.
„Im 1. Quartal 2022 werden in den Bauabschnitten 3 und 5 noch Betondecken eingebaut“, erklärt Christine Sabisch, Sprecherin der Autobahn GmbH, Außenstelle Osnabrück. Anschließend würden Schutzplanken, Markierung und Beschilderung angebracht, damit diese drei Abschnitte wieder für den Verkehr freigegeben werden können. Dann sollen die Baumaßnahmen in den beiden dazwischenliegenden Abschnitten 2 (Holdorf bis Grandorf) und 4 (Wahlde bis Malgarten) starten, die bislang frei von Baumaßnahmen waren.
Einschränkungen im Landkreis Vechta
Inmitten der Abschnitte 2 und 4 liegen auch die Anschlussstellen Holdorf und Neuenkirchen/Vörden, die komplett neu gestaltet werden müssen. Mit deren endgültiger Fertigstellung – dazu zählen auch die sogenannten Überführungsbauwerke über die Autobahn – ist den Angaben zufolge erst 2023 zu rechnen. Zwischendurch sollen Behelfsbrücken dafür sorgen, dass der Verkehr fließt. Zum Abschluss kommen die Arbeiten in Fahrtrichtung Osnabrück nach aktuellen Planungen erst Anfang 2023. Ab 2023 stehen auch Verbreiterung und Neubau in Fahrtrichtung Bremen an. Ungemach für Autofahrerinnen und Autofahrer droht aber auch weiter nördlich auf der A1.
Zwischen den Anschlussstellen Wildeshausen-Nord und Groß Ippener, Richtungsfahrbahn Bremen, werden ab Frühjahr die Standstreifen verbreitert. Was zunächst unspektakulär klingt, dauert jedoch fünf bis sechs Monate. Während dieser Zeit werden die Fahrstreifen eingeengt und die erlaubte Geschwindigkeit reduziert. Und: All das ist nur eine vorbereitende Maßnahme für die Erneuerung der Richtungsfahrbahn Osnabrück in den Jahren 2023 und 2024, heißt es bei der Autobahn GmbH, Niederlassung Nordwest. Noch etwas weiter nördlich beginnt derweil schon in der zweiten Hälfte dieses Jahres die Sanierung der Weserbrücke zwischen den Anschlussstellen Bremen-Arsten und Bremen-Hemelingen.
Bauarbeiten auf der Autobahn 28
Wichtig für Berufspendler und alle, die es Richtung Nordsee zieht: Mit Verkehrsbehinderungen ist im Verlauf des Jahres auch rund um Oldenburg zu rechnen. Auf der Autobahn 28 wird das Großprojekt „Fahrbahnerneuerung zwischen Bad Zwischenahn und Oldenburg“ mit dem letzten Bauabschnitt von der Anschlussstelle Oldenburg-Wechloy bis Autobahndreieck Oldenburg-West fortgesetzt.
Los ging es bereits Anfang März, die Fertigstellung ist für Herbst geplant. Dann soll auch schon das nächste Großprojekt beginnen: Auf der A29 steht der zeitaufwendige Neubau der Huntebrücke zwischen Oldenburg-Hafen und Oldenburg-Ohmstede an. Die Fertigstellung ist erst für Anfang 2029 vorgesehen.
Einige Nadelöhre in der Region
Schneller dürften die Arbeiten auf den zahlreichen Bundes- und Landesstraße in der Region vorangehen, einige Nadelöhre werden aber auch hier entstehen. Unklar ist mitunter, wo genau das der Fall sein wird, denn vielfach gibt es noch keine abschließenden Entscheidungen über die anstehenden Maßnahmen. Nachfolgend ein Überblick über die bereits jetzt veröffentlichten Projekte (siehe auch Karte). Engpässe sind im Zuge größerer Baumaßnahmen bei einigen Ortsdurchfahrten in der näheren Umgebung zu erwarten, etwa an der Rhauderwieke (Bundesstraße 438) in Rhauderfehn oder an der Landesstraße 776 in Bassum (Landkreis Diepholz).
Letztere ist bereits im Bau. Hinzu kommen zahlreiche Fahrbahnerneuerungen, von denen einige ebenfalls bereits begonnen haben – etwa zwischen Peheim und Molbergen im Landkreis Cloppenburg. Auf einer Gesamtlänge von acht Kilometern, aufgeteilt in sechs Bauabschnitte, wird die Straße saniert. Das kann nach Angaben der zuständigen Landesbehörde für Straßenbau zu Verkehrsbeeinträchtigungen führen. Bis Ende Juni werden die Arbeiten wohl dauern. Ab Juli wird die Fahrbahn der Bundesstraße 239 zwischen Rehden und Wagenfeld im Landkreis Diepholz auf einer Länge von 2,7 Kilometern erneuert.