Führerschein
An diesen Stellen in Leer fallen Fahrschüler durch die Prüfung
Bei der praktischen Führerscheinprüfung kann ein Fehler das Aus bedeuten. In Leer gibt es ein paar besonders knifflige Ecken.
Leer - Sie ist der letzte Schritt auf dem Weg zum Führerschein: die Praxisprüfung. Doch sie ist nicht so einfach zu bestehen. „Ein Viertel bis ein Drittel der Fahrschüler fallen in der Praxisprüfung durch“, sagt Michael Schlump vom TÜV Nord.
Was und warum
Darum geht es: Bei Führerscheinprüfungen gibt es bekannte Ecken, an denen Fahrschüler durchfallen.
Vor allem interessant für: lle, die in Leer Auto fahren und solche, die kurz vor der Prüfung stehen
Deshalb berichten wir: In Leer werden wöchentlich Praxisprüfungen durchgeführt. Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
In Leer gibt es einige Kreuzungen und Straßen, die für besondere Herausforderungen sorgen. Zusammen mit Fahrlehrer Sven Wahl aus Leer haben wir diese Stellen unter die Lupe genommen:
Kreuzung Ubbo-Emmius-Straße / Pastorenkamp
Diese Kreuzung ist für die Prüflinge doppelt gefährlich. „Wenn man aus dem Pastorenkamp kommt und links abbiegen will, versperrt der Verkehr die Sicht“, erklärt Wahl. Der Prüfling könne die Anzahl der Autos, die aus Richtung BBS kommen, nicht immer richtig einschätzen. Hinzu käme, dass Autofahrer, die aus Richtung BBS kommen, den Prüflingen häufig die Vorfahrt nähmen. Hier ist vorausschauendes Fahren gefragt, damit es zu keinem Unfall kommt. Sonst ist die Prüfung vorbei.
Kreuzung Heisfelder Straße / Annenstraße
Auch hier ist es das Linksabbiegen, das den Prüflingen zum Verhängnis werden kann. „Der Prüfling achtet hier oft nur auf das erste entgegenkommende Auto und übersieht das dahinter“, sagt Wahl. Sollte der Fahrschüler also anfahren und so einen Unfall riskieren, kann es sein, dass der Fahrlehrer eingreift. Die Folge: durchgefallen.
Kreuzung Multi Süd
Zwar ist es auch an dieser Kreuzung, wenn man aus Richtung Multi Süd zum Hafen abbiegen will, das Linksabbiegen, hier gibt es aber ein anderes Problem: „Der Abbiegestreifen ist hier so weit in die Kreuzung gezogen, dass man das Gefühl hat, nicht mehr anhalten zu müssen“, erklärt der Fahrlehrer. Es könne auch passieren, dass die Prüflinge beim Abbiegen auf die Spur für den entgegenkommenden Verkehr geraten. Wird es brenzlich, heißt es: Prüfung vorbei.
Kreuzung Ostersteg / Ledastraße
Am Ostersteg gibt es eine Ecke, die in einer Fahrprüfung das Ende bedeuten kann. Dabei könne der Prüfling da häufig nichts für. „Da ist ein Fahrradüberweg Höhe Ledastraße. Zwar ist da auf den Boden ein „Vorfahrt gewähren“-Schild, aber das beachten Fahrradfahrer oft nicht und schneiden den Prüfling“, so Wahl. Auch hier kann es dann zu einer Gefahrenbremsung durch den Fahrlehrer kommen. Hier heißt es, vorausschauend fahren und auf die Milde des Prüfers hoffen, wenn der Fahrradfahrer Schuld haben sollte.
Kreuzung Ringstraße / Augustenstraße
„Das ist eine abknickende Vorfahrtsstraße. Wenn der Prüfling da geradeaus fahren soll, kann es sein, dass er das Schild übersieht“, sagt Wahl. In diesem Fall könne es dazu kommen, dass der Prüfling anderen Verkehrsteilnehmern die Vorfahrt nimmt. Die Prüfung könnte damit beendet sein.
Bummert
„Der Bummert wird garantiert der nächste Hotspot“, so Sven Wahl. Die rotmarkierten Fahrradstreifen sorgten für viel Unsicherheit. Fahrradfahrer könnten denken, dass sie Vorfahrt haben, wenn sie den Streifen benutzen. Das stimmt aber nicht. „Ich bin mir sicher, das wird ein Unfallschwerpunkt“, sagt der Fahrlehrer.
Einschätzung vom TÜV
„Wir fahren an diese Punkte immer wieder, um die Fahrschüler daran zu gewöhnen“, sagt Wahl. Seiner Erfahrung nach, stünden die Prüflinge auch unter hoher Anspannung. „Sobald jemand hinten drin sitzt, sind einige sehr verkrampft“, sagt er. Auch beim TÜV hat man Verständnis für die Situation. „Der Verkehr wird immer komplexer und das Verkehrsaufkommen ist höher“, sagt Michael Schlump vom TÜV. Das sei auch einer der Gründe, warum heute etwas mehr Prüflinge durchfallen als früher. Hinzu kommt, dass 2020 die Regularien verändert wurden. „Es wird jetzt nicht mehr so sehr auf die Fehler, sondern mehr auf die Kompetenzen geachtet. Dafür dauert die Prüfung länger“, so Schlump. Früher wurden nur die Fehler notiert. Heute habe der Prüfer mehr Möglichkeiten, um gutes Fahrverhalten zu honorieren. Und auch, wenn man durchfällt, gibt es einen kleinen Lichtblick. „Der Prüfling kann über eine App das Kompetenzprotokoll einsehen. Dann kann er an den kritischen Fehlern zusammen mit dem Fahrlehrer arbeiten“, sagt Jörg Luikenga, Leiter der Leeraner Tüv-Station.
Wer so schnell wie möglich seinen Führerschein in Händen halten möchte, sollte sich zudem sechs Monate vorher darum kümmern, dass alle notwendigen Unterlagen abgegeben sind.