Krieg in der Ukraine
Hiesige Privatleute stellen Unterkünfte für Geflüchtete
Hunderttausende Ukrainer fliehen vor dem Krieg in ihrem Land. Gäbe es im Oberledingerland, im Saterland und Barßel kurzfristig Unterkünfte für geflüchtete Ukrainer? Zumindest der Wille dafür ist da.
Oberledingerland/Saterland/Barßel - Im Westen ist die Hilfsbereitschaft für die Menschen in der vom russischem Militär überfallenen Ukraine, aber auch für aus dem Kriegsgebiet geflohene Ukrainer groß. An diesem Donnerstag soll auf Bundesebene über den rechtlichen Status der Geflohenen entschieden werden, die bislang wie Touristen 90 Tage in Deutschland bleiben dürfen, sich aber selbst um Unterkünfte und ihre Krankenversicherungen kümmern müssen.
Ungeachtet dessen haben sich bei den Rathäusern der Gemeinden des Oberledingerlandes, des Saterlandes und Barßels in den zurückliegenden Tagen bereits etliche Einheimische gemeldet, die Geflüchteten aus dem Kriegsgebiet gerne Unterkünfte zur Verfügung stellen möchten. Das berichten auf Nachfrage die Bürgermeister.
Ferienwohnungen und möblierte Zimmer
Der Fehntjer Bürgermeister Geert Müller berichtet, dass Rhauderfehn schon seit geraumer Zeit keine freien Flüchtlingsquartiere hat. Kämen nun Ukrainer in die Gemeinde, werde es aber wohl kein Problem sein, sie unterzubringen. Denn: Ungefähr ein halbes Dutzend Privatleute habe im Rathaus spontan angeboten, Ferienwohnungen oder möblierte Zimmer ausschließlich Ukrainern und Ukrainerinnen zur Verfügung zu stellen.
In der Gemeinde Westoverledingen könnten im Bedarfsfall zwei bis drei Familien untergebracht werden, teilt Gemeindesprecherin Kirsten Beening mit. Freier Wohnraum, der sofort belegt werden könnte, stehe aktuell jedoch nicht zur Verfügung. Auch in Westoverledingen haben sich laut Beening Personen gemeldet, die bereit sind, aus der Ukraine Geflüchtete bei sich aufzunehmen
Zusammenarbeit im Kreis Cloppenburg
Im Landkreis Cloppenburg haben die Kreisverwaltung sowie die Bürgermeister der 13 Städte und Gemeinden am Mittwoch entschieden, schnell und mit gemeinsamen Kräften für Unterbringungsmöglichkeiten für potenzielle Flüchtlinge aus der Ukraine zu sorgen. Das teilte Kreissprecher Sascha Sebastian Rühl mit.
Bereits vor dem Krieg in der Ukraine war das Wohnungsangebot für Flüchtlinge begrenzt und nicht ausreichend, weshalb die aktuelle Situation den Mangel noch verschärfen könnte. Da aus dem Landkreis Cloppenburg bereits viele Verbindungen zur Ukraine bestehen, könnten sich Flüchtende bewusst für eine Reise hierher entscheiden. Rund 250 ukrainische Staatsangehörige leben im Landkreis, dazu kommen Aussiedler mit Wurzeln in der Ukraine.
Ferienwohnungen werden angeboten
„Auch wir im Saterland prüfen, ob entsprechende Wohnräume und Unterkünfte für einen möglichen Zufluss von geflüchteten Personen aktiviert werden kann“, sagte Bürgermeister Thomas Otto. „Es gibt erste Überlegungen, die sich im Laufe der nächsten Tage konkretisieren werden.“ Einige hätten bereits Ferienwohnungen angeboten. „Für den Fall der Fälle wollen wir niemanden abweisen müssen und versuchen uns dahingehend zu rüsten, dass wir kurzfristig entsprechende Möglichkeiten schaffen oder vermitteln können“, so Otto.
Gleichzeitig versucht die Gemeinde Saterland auch die Flüchtlinge zu unterstützen, die in ihrer Partnergemeinde Sroda Slaska in Polen nach Schutz suchen. Sroda Slaska pflegt auch eine Partnerschaft mit der ukrainischen Kommune Kamianka-Buzka. „Wir organisieren einen entsprechenden Hilfstransport von Hygieneartikeln und Lebensmitteln“, so Otto.
In der Gemeinde Barßel gibt es nach Worten von Bürgermeister Nils Anhuth einen „unglaublichen Willen zu helfen und etwas zu tun“. Derzeit sei ja völlig unklar, wie viele Menschen aus der Ukraine kommen. „Wir versuchen aber, die Weichen zu stellen“, so Anhuth. „Dafür gibt einen großen Zuspruch aus der Bevölkerung.“