Ukraine-Krieg
Molbergen: Unbekannte hissen Russlandflagge vor Rathaus
Unbekannte hatten eine Russlandflagge vor dem Rathaus der Gemeinde Molbergen gehisst. Molbergens Bürgermeister Witali Bastian distanzierte sich und ergriff Maßnahmen, damit das nicht wieder vorkommt.
Molbergen - Das geschmacklose Video verbreitete sich in Molbergen am Sonntag schnell: „Die Russen kommen“ prangt auf dem vier Sekunden langen Clip, der aus einem Auto heraus gefilmt wurde und das Molberger Rathaus zeigt, vor dem die russische Flagge gehisst wurde. Das Banner hing dort nicht besonders lange. Einer Passantin war die Fahne aufgefallen, und sie informierte unmittelbar darauf Bürgermeister Witali Bastian, der das Tuch persönlich entfernte.
„Die Fahne ist selbstverständlich nicht von uns gehisst worden, und wir distanzieren uns als Gemeinde und auch ich mich persönlich von solchen Handlungen in dieser schwierigen Zeit“, sagte Bastian im Gespräch mit dieser Redaktion. Die Grundhaltung in seiner Gemeinde sei eine andere. Am Vorabend waren einige Molberger in den Dorfpark gekommen, um sich in einer Mahnwache zu positionieren. Bastian und die beiden Pfarrer Uwe Börner und Oliver Dürr hatten bei dieser Gelegenheit Worte der Solidarität gesprochen.
Dass es in einer solchen Situation auch in der Gemeinde Molbergen unterschiedliche Sichtweisen gebe, sei Bastian bekannt. Dafür sei der Dialog das geeignete Mittel der Kommunikation und nicht solche Handlungen, bei denen die Gemeinde in ein schlechtes Licht gerückt werde. Anderenorts werden seit wenigen Tagen die Flaggen der Ukraine an den Fahnenmasten vor öffentlichen Gebäuden präsentiert. Der Mechanismus in Molbergen ist bislang nicht mit einem Schloss gegen Unfug gesichert gewesen. „Das werden wir ändern“, sagte der Molberger Bürgermeister.
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