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Strücklinger Urgesteine schreiben Geschichten auf

Hans Passmann
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Von Hans Passmann
| 01.03.2022 07:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Treffen sich im Mandehuus in Strücklingen, um über Strücklingen zu erzählen und die Geschichten festzuhalten: (von links) Kurt Niemeyer, Clemens Ahrens, Fritz Kruse und Henk Wolf. Foto Passmann
Treffen sich im Mandehuus in Strücklingen, um über Strücklingen zu erzählen und die Geschichten festzuhalten: (von links) Kurt Niemeyer, Clemens Ahrens, Fritz Kruse und Henk Wolf. Foto Passmann
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Alte Geschichten und Erzählungen aus Strücklingen sollen der Nachwelt erhalten bleiben. Darum treffen sich vier Männer jeden Montag im Bürgerhaus.

Strücklingen - Sie haben vieles aus der Ortschaft Strücklingen zu erzählen, insbesondere auch aus vergangenen Tagen: Der 87-jährige Kurt Niemeyer, der 95-jährige Fritz Kruse und der 70-jährige Clemens Ahrens treffen sich jeden Montag im Mandehuus des Bürgervereins zusammen mit dem Saterfriesisch-Beauftragten Henk Wolf, um besondere Geschichten und Ereignisse aus Strücklingen für die Nachwelt zu erhalten.

„Mir kam die Idee, dieses Treffen zu installieren, damit insbesondere die alten Geschichten von Strücklingen aufgearbeitet und aufgezeichnet werden und der Nachwelt erhalten bleiben“, sagt Wolf. Ziel sei es vor allem, alte Erzählungen aufzuzeichnen, aber er stehe auch für Fragen, Ideen und Anregungen oder einfach für Gespräche auf Saterfriesisch oder über Saterfriesisch zur Verfügung, teilt Wolf mit.

Sie sind das Gedächtnis des Ortes

Bislang war der Saterfriesisch-Beauftragte überwiegend in Ramsloh und Scharrel unterwegs, was an seinem Arbeitsplatz im Rathaus und dem Seelterfraiske Kulturhuus in Scharrel lag. Nun ist Strücklingen dran. „Wer könnte aus der Geschichte von Strücklingen besser berichten und erzählen als Kurt und Fritz?“, so Clemens Ahrens, der die beiden im Auftrag von Henk Wolf angesprochen hat. Sowohl Niemeyer als auch Kruse bezeichnet Clemens Ahrens als das Gedächtnis des Ortes Strücklingen.

„Die interessantesten Geschichten schreibe ich auf. Alle werde ich wohl nicht schaffen. Das ist dann doch zuviel Arbeit. Die Erzählungen werden einen Einblick in das Leben der Saterländer geben“, sagt Wolf.

Alte Fotos werden gesichtet

Gesichtet werden auch alte Fotos, die ihnen der ehemalige Rektor des Schulzentrums Saterland, Franz Strotmann, zur Verfügung gestellt hat. „Die sichten wir jetzt und werden die wichtigsten und interessantesten Aufnahmen scannen und archivieren“, erklärt Wolf.

Zu sehen sind die Fotos dann auf der Webseite: Seeltersk.de. Kurz schaut ein Strücklinger Bürger im Mandehuus vorbei. Er bringt alte Unterlagen vorbei und eine selbst von ihm geschriebene Geschichte über Menschen, die den Teufel im Strücklinger Moor gesehen haben wollen.

Die Geschichte von Ahlarich Dumster

Eine interessante Geschichte aus vergangenen Tagen steuert Kurt Niemeyer beispielsweise bei: „Ahlarich Dumster aus Utende sollte eigentlich als junger Mensch Bauer werden. Als er jedoch eines Morgens zum dritten Mal hintereinander mit dem Pferdegespann samt Wagen umkippte, meinte sein Vater: „Du wirst nie Bauer, du kannst wohl Pastor werden“. So kam es dann auch. Am nächsten Tag packte Ahlarich prompt seine sieben Sachen und fuhr nach Vechta und wurde Priester. Damals war das so wohl noch möglich. Irgendwann war Ahlarich Dumster dann viele Jahre Pastor in Scharrel“, so Niemeyer.

Alle Interessierten sind jeden Montag ab 10 Uhr eingeladen, ins Mandehuus zu kommen. Wer möchte, kann sich per E-Mail bei wolf@saterland.de anmelden, „aber einfach vorbeikommen ist auch möglich“, erklärt der Saterfriesisch-Beauftragte.

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